Schuldnerberatung 2018 – Schulden abbauen & schuldenfrei leben

Willkommen auf Schuldnerberatung.com! Auf dieser Seite finden Sie Tipps & Hinweise zu Ablauf, Dauer und Kosten einer Schuldnerberatung sowie Wissenswertes zur Privatinsolvenz, Schuldenregulierung und Schulden im Allgemeinen.

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Die Schuldnerberatung – Leistungen, Aufgaben, Ablauf und mehr!

Die Schuldnerberatung findet zusammen mit dem Schuldner einen Ausweg aus den Schulden.
Die Schuldnerberatung findet zusammen mit dem Schuldner einen Ausweg aus den Schulden.
Schulden können das gesamte Umfeld belasten – den Schuldner selbst, seinen Ehe- oder Lebenspartner, die Kinder, die Eltern, Verwandte und Freunde. In einer solchen Situation fällt es vielen Schuldnern schwer, Hilfe anzunehmen, auch oder gerade dannn, wenn sie aus dem sozialen Umfeld des verschuldeten Menschen kommt.

Denn finanzielle Probleme sind in unserer Gesellschaft mit einem gewissen Stigma verbunden: So ist es nicht verwunderlich, dass es vielen Schuldnern unangenehm ist, darüber zu reden.

Wenn der Schuldenberg jedoch eine gewisse Größe erreicht hat, ist es manchmal unumgänglich, eine seriöse und professionelle Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen. Welche Aufgaben und Ziele hat eine solche Beratung, sind zusätzliche Kosten mit ihr verbunden und wie geht ein Schuldenberater vor, um seinem Klienten zu helfen?

Was sind Schulden?

Finanzielle Verbindlichkeiten, die mit Rückzahlungsverpflichtungen einhergehen, werden umgangssprachlich Schulden genannt. Sowohl Privatleute als auch Selbstständige und Unternehmen können Schulden haben. Schulden werden häufig als das Gegenteil des Vermögens angesehen.

Schuldner und Gläubiger

Der Schuldner ist derjenige, der in der Rückzahlungspflicht steht. Er wird manchmal auch als Debitor bezeichnet.

Der Gläubiger ist derjenige, der eine Leistung einfordern kann. Etymologisch liegt die Wortherkunft im lateinischen „credere“, das so viel wie „glauben“ bedeutet. Der Gläubiger glaubt also dem Schuldner, dass dieser seine Schuld begleichen wird. Manchmal wird er auch als Kreditor bezeichnet.

Wann ist es Zeit, sich an eine Schuldnerberatung zu wenden?

Wenn die Zahlungsunfähigkeit bevorsteht, ist es Zeit, sich an einen Schuldenberater zu wenden.
Wenn die Zahlungsunfähigkeit bevorsteht, ist es Zeit, sich an einen Schuldenberater zu wenden.
Vielen Schuldnern fällt es schwer, den richtigen Zeitpunkt zu finden, sich professionelle Hilfe zu suchen. Oft verschwinden Rechnungen und Mahnbescheide ungeöffnet in Schubladen und Ordnern. Spätestens jedoch, wenn eine Überschuldung vorliegt, ist es an der Zeit, die Situation zu überdenken.

Eine Überschuldung liegt vor, wenn das vorhandene Vermögen eines Schuldners dessen finanzielle Verbindlichkeiten nicht mehr deckt und die Schulden so jeden Monat weiter anwachsen.

Die Hemmungen, die viele Menschen vor diesem Schritt empfinden, sind menschlich und verständlich. Trotzdem sollten Betroffene sich überwinden. Die Lage zu ignorieren, verschlimmert diese nur, denn die nicht zahlbaren Fixkosten, die Zinsen und die Mahngebühren fallen weiterhin monatlich an.

Insofern zeugt es von Weitsicht, sich der Situation zu stellen und den unter Umständen langen Weg in die Schuldenfreiheit anzugehen. Viele Betroffene empfinden dies als den Start in ein neues Leben.

Das heißt: Sobald die regelmäßigen Fixkosten wie Lebensunterhalt, Miet-, Heiz- und Nebenkosten sowie Unterhaltsverpflichtungen, Kredite usw. nicht mehr durch Einkommen und Vermögen des Schuldners gedeckt sind, sollte umgehend eine Schuldnerberatung aufgesucht werden.

Aufgaben und Ziele der Schuldnerberatung

Die Schuldenberatung ist in erster Linie ein Hilfsangebot. Sie soll Menschen mit Schuldenproblemen mit Rat und Tat zur Seite stehen, einen Ausweg aus der Überschuldung zu finden. Dies kann sowohl in organisatorischer, juristischer und finanzieller Hinsicht als auch auf psychosoziale Art und Weise geschehen.

Ziel einer Schuldnerberatung ist es, die Schuldenfreiheit einer Person durch eine langfristige Schuldenregulierung wiederherzustellen, dabei aber die elementaren Lebensbedürfnisse wie Wohnraum, Strom, Lebensmittel etc. zu gewährleisten. Die Aufgaben der Schuldnerberatung sind dementsprechend vielseitig.

Außergerichtliche Schuldenregulierung

Die Schuldnerberatungsstelle nimmt auch Kontakt zu den Gläubigern auf.
Die Schuldnerberatungsstelle nimmt auch Kontakt zu den Gläubigern auf.
Um diese Ziele zu gewährleisten, führt die Schuldnerberatung die außergerichtliche Schuldenregulierung durch. Die Schuldnerberatungsstelle unterstützt den Betroffenen dabei, sich mit den Gläubigern außergerichtlich auf einen Rückzahlungsplan zu einigen.

Dieser Plan orientiert sich an der finanziellen Leistungsfähigkeit des Schuldners. Es können sowohl Raten- als auch Einmalzahlungen vereinbart werden. Am Ende der Regulierung sollte die Schuldenfreiheit stehen. Oftmals kommt es auch zu einer teilweisen Erlassung von Forderungen, wenn deren volle Rückzahlung sehr zweifelhaft erscheint.

Weiterhin kann die Schuldnerberatung den Betroffenen bei der Eröffnung und Durchführung eines gerichtlichen Insolvenzverfahrens – auch Privatinsolvenz genannt – unterstützen.

Arbeitsweise von seriösen Schuldnerberatungen

Professionelle Schuldnerberatungen arbeiten ganzheitlich. In die konkrete Arbeit sind Sozialarbeiter und -pädagogen genauso eingebunden wie Psychologen, Betriebswirte und Juristen. Häufig steht jedoch der psychosoziale Aspekt im Vordergrund.

Ablauf einer Schuldnerberatung:

  1. Erstkontakt: Dieser geht vom Schuldner aus.
  2. Austausch von Unterlagen und Akten: Durch die Vorbereitung einer Liste aller Schulden und den zugehörigen Gläubigern sowie der Aufbewahrung aller relevanten Unterlagen im Vorfeld (Rechnungen, Korrespondenz etc.) kann hier gute Vorarbeit durch den Schuldner geleistet werden.
  3. Haushaltsanalyse: Welche Einnahmen und Ausgaben liegen vor?
  4. Prüfung möglicher Ansprüche auf weitere Einkünfte (Grundsicherung, Sozialhilfe, Elterngeld etc.)
  5. Schuldenanalyse: Überblick über Gläubiger und ihre Forderungen.
  6. Forderungseinholung: Kontakt zum Gläubiger aufnehmen.
  7. Schuldenbereinigungsplan: Ausarbeitung und Erstellung
  8. Unterbreitung des Lösungsvorschlags an die Gläubiger
  9. Nachverhandlungen mit den Gläubigern, bis eine Einigung erzielt ist
  10. Durchführungsphase: Weitere Begleitung, während der Schuldner über einen gewissen Zeitraum seine Schulden abbezahlt

Eine seriöse Schuldnerberatung ist nach § 305 InsO anerkannt.
Eine seriöse Schuldnerberatung ist nach § 305 InsO anerkannt.
Sollte die außergerichtliche Schuldenregulierung scheitern, weil keine Einigung mit den Gläubigern erzielt werden kann, muss die Schuldnerberatung darüber eine Bescheinigung nach § 305 Insolvenzordnung (InsO) ausstellen können.

Nur mit dieser Bestätigung kann dann die Privatinsolvenz beantragt werden. Viele Beratungsstellen begleiten ihre Klienten auch durch diesen Prozess.

Besteht keine Anerkennung nach § 305 InsO, muss für eine Privatinsolvenz eventuell ein erneuter Einigungsversuch mit einer anderen Schuldnerberatung vorgenommen werden. Daher sollten Schuldner schon bei der Auswahl der Stelle hierauf achten.

Wer kann eine seriöse Schuldnerberatung durchführen?

In Deutschland existiert keine geschützte oder einheitliche Berufsbezeichnung namens „Schuldnerberater“. Daher müssen Schuldner genau prüfen, welche Schuldnerberatungen seriös und professionell arbeiten.

Mögliche Schuldnerberatungen:

  • Staatliche und staatlich geförderte Beratungen (etwa die Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen der Länder und Kommunen)
  • Gemeinnützige Träger und Wohlfahrtsverbände (Caritas usw.)
  • Anwaltliche Schuldnerberatung
  • Arbeitsagentur (bei drohender Lohnpfändung)
  • Kostenpflichtige Schuldnerberatungen

Die telefonische Schuldnerberatung ist ebenso ein nutzbares Angebot wie die Online-Schuldnerberatung, vor allem für Personen, die sehr ländlich wohnen und beispielsweise keinen Pkw zur Verfügung haben.

Welche Kosten fallen an?

Die Schuldnerberatung kann Kosten verursachen.
Die Schuldnerberatung kann Kosten verursachen.
Oft ist die staatliche Schuldnerberatung nicht mit Kosten verbunden. Das gilt insbesondere auch für staatlich geförderte und gemeinnützige Stellen. Fragen Sie im Vorfeld dennoch nach, welche Leistungen der Schuldnerberatung kostenlos und welche kostenpflichtig sind. Im Gegensatz dazu sind anwaltliche und gewerbliche Schuldnerberatungen nicht ohne finanziellen Aufwand zu haben.

Staatliche Schuldnerberatung

Die staatliche Schuldnerberatung bietet zwar den Vorteil der Kostenfreiheit, allerdings ist sie häufig sehr stark nachgefragt. Lange Wartezeiten von mehreren Wochen oder Monaten sind daher keine Seltenheit.

In sehr dringenden Fällen – zum Beispiel bei drohendem Wohnungsverlust – sind oft jedoch auch kurzfristigere Termine möglich. Manchmal bietet sich auch eine telefonische oder Online-Beratung an.

Beratung durch Anwalt und Co.

Die Kosten anderer Schuldnerberatungen, beispielsweise bei Steuerberatern und Anwälten, können sich trotzdem lohnen. Seriöse Anbieter informieren im Vorfeld über die voraussichtlich anfallenden Kosten und betreiben bei Berechnung und Kostenaufstellung eine Politik der Transparenz.

Die kostenlose Schuldnerberatung ist oft sehr stark nachgefragt – eine anwaltliche Beratung kann da eine gute Alternative sein. Die Juristen sind meist auf die relevanten Rechtsgebiete wie das Insolvenzrecht spezialisiert und können gerade dann, wenn es zu einer Privatinsolvenz kommt, am besten beratend zur Seite stehen. Das Erstgespräch ist häufig kostenfrei.

Ihr Schuldnerberater sollte die Kosten in jedem Fall verständlich und exakt aufschlüsseln, auch hinsichtlich der Zahlungsfristen. Beachten Sie zudem, dass die außergerichtliche Schuldenregulierung eine anwaltliche Beratungsleistung ist und deshalb nur angeboten werden darf, wenn die Befugnis zur Rechtsberatung vorliegt.

Für die Schuldnerberatung durch einen Anwalt haben Schuldner meist Anspruch auf Beratungshilfe.
Für die Schuldnerberatung durch einen Anwalt haben Schuldner meist Anspruch auf Beratungshilfe.
Vor Vertragsabschluss sollte Ihnen Bedenkzeit eingeräumt werden – diese lässt sich gut nutzen, beispielsweise zur Prüfung des Vertrages, etwa durch die Verbraucherzentrale.

Beratungshilfe beantragen

Vor allem bei Überschuldung ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Betroffene die nötigen Anwaltskosten nicht aufbringen können. Zu diesem Zweck gibt es die Beratungshilfe.

Nach § 1 des Beratungshilfegesetzes (BerHG) hat Anspruch auf Beratungshilfe, wer

“die erforderlichen Mittel nach seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen nicht aufbringen kann”

und zudem keine andere zumutbare Möglichkeit für Hilfe zur Verfügung hat. Ein entsprechender Beratungsschein kann beim zuständigen Amtsgericht beantragt werden. Dann werden alle Anwaltskosten von der Staatskasse getragen, da der Anwalt die Gebühren direkt mit dem Gericht abrechnen kann.

Ursachen einer Überschuldung

Eine gute Schuldnerberatung betreibt nicht nur Symptombehandlung, sondern erforscht auch die Ursachen. Woran liegt es überhaupt, dass der Mandant derart versschuldet ist? Bei Privatpersonen können verschiedene Gründe vorliegen, die häufigsten hat die SCHUFA aus Sicht der Schuldnerberatung ermittelt:

Arbeitslosigkeit ist eine der Ursachen, warum eine Schuldnerberatung benötigt wird.
Arbeitslosigkeit ist eine der Ursachen, warum eine Schuldnerberatung benötigt wird.
  • Arbeitslosigkeit: Einkommenseinbußen
  • Scheidung und Trennung bzw. Tod eines Partners
  • Unangemessenes Konsumverhalten
  • Erkrankungen oder Unfälle
  • Gescheiterte Selbstständigkeit
  • Gescheiterte Finanzierung von Immobilien

Eine weitere Rolle für das Risiko der Überschuldung spielt die gesellschaftliche Stellung. Laut dem SCHUFA Schuldenkompass sind nur knapp vier Prozent der Schuldner Akademiker. 31 Prozent hatten keine abgeschlossene Berufsausbildung, 65 Prozent eine abgeschlossene Lehre.

Die Privatinsolvenz nach einer Schuldnerberatung

Erst wenn der außergerichtliche Einigungsversuch mit den Gläubigern gescheitert ist, steht es Schuldnern laut Insolvenzordnung offen, eine Verbraucherinsolvenz zu eröffnen. Dann kommt es zu einem gerichtlichen Schuldenbereinigungsverfahren, an dessen Ende möglichst die Schuldenfreiheit des Betroffenen steht.

Verfahrenskosten einer Insolvenz

Bei der Schuldenbereinigung fallen Kosten an – beispielsweise für Rechtsanwalt, den Treuhänder und das Insolvenzgericht. Diese können durchaus einen vierstelligen Wert erreichen und werden in der Regel zuerst beglichen, wenn Geld in die Insolvenzmasse kommt.

Es ist unter Umständen auch möglich, die Verfahrenskosten auf Antrag zu stunden. Dann wird ein Teil der Einnahmen während der Wohlverhaltensphase zur Begleichung der Verfahrenskosten herangezogen.

Für das gerichtliche Privatinsolvenzverfahren reicht der Beratungsschein nicht aus, der nur die außergerichtliche Schuldnerberatung finanziell auffangen kann. Dies gilt auch für die anwaltlich unterstützte Antragstellung und die Vertretung im Verfahren!

Ablauf einer Privatinsolvenz

Nach der Schuldnerberatung gehen längere Zeit zwei Drittel des Lohns an den Treuhänder.
Nach der Schuldnerberatung gehen längere Zeit zwei Drittel des Lohns an den Treuhänder.
Am Anfang steht der bereits gescheiterte Einigungsversuch. Die darüber ausgestellte Bescheinigung der Schuldnerberatung muss zusammen mit dem Antrag auf Restschuldbefreiung, einer Vermögens- und Gläubigerübersicht sowie einem Schuldenbereinigungsplan beim Gericht eingereicht werden.

In der Folge wird alles pfändbare Vermögen des Schuldners verwertet und an die Gläubiger ausgeschüttet. Darüber wacht ein durch das Gericht eingesetzter Treuhänder. Bis zur Restschuldbefreiung vergehen in der Regel sechs Jahre.

Diese Wohlverhaltensphase ist wichtig für den Schuldenschnitt. Der Schuldner muss einer Erwerbstätigkeit nachgehen und das pfändbare Arbeitseinkommen für die Verteilung an die Gläubiger an den Treuhänder übergeben.

Die Restschuldbefreiung der Privatinsolvenz

Dies dürfte für die meisten Schuldner der lang ersehnte Abschluss des Insolvenzverfahrens und der Schuldnerberatung sein. Sie dient dazu, Schuldner von Schulden zu befreien, die sie nicht bezahlen können. Diese Möglichkeit gibt es in Deutschland seit 1999.

Die Schuldnerberatung verhilft vielen Menschen zu einem Neuanfang.
Die Schuldnerberatung verhilft vielen Menschen zu einem Neuanfang.
Zuvor galt für Schulden eine Verjährungsfrist von 30 Jahren. Bis dahin waren Schuldner den Vollstreckungsmaßnahmen der Gläubiger bis zur Pfändungsfreigrenze ausgesetzt.

Da es keinen Anreiz gab, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, erhielten Gläubiger ihre Forderungen oftmals trotz der langen Verjährung nicht zurück. Durch die Privatinsolvenz ist dagegen zumindest teilweise die Begleichung möglich.

Mit der neuen Insolvenzordnung änderte sich dies. Die Wohlverhaltensphase als Voraussetzung der Restschuldbefreiung setzt auch die ernsthafte Bemühung um eine Erwerbstätigkeit voraus. So kann dem Schuldner ein Neuanfang gelingen, während der Gläubiger zumindest einen Teil seiner Ansprüche durchsetzen kann.

Die Restschuldbefreiung gilt für alle Schulden, die bereits vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestanden haben, unabhängig davon, ob deren Gläubiger am Insolvenzverfahren teilnehmen oder nicht.
Wann wird die Restschuldbefreiung versagt?

Einige Tatsachen können das Gericht laut § 290 InsO bewegen, die Restschuldbefreiung nicht zu gewähren. Das können beispielsweise folgende Gründe sein:

  • Der Schuldner wurde wegen einer Insolvenzstraftat verurteilt.
  • Der Schuldner hat seine Mitwirkungs- oder Auskunftspflicht während des Verfahrens verletzt.
Ihre Schuldnerberatung klärt Sie gegebenenfalls darüber auf, ob einer Restschuldbefreiung etwaige Gründe entgegenstehen. Einige Schulden sind von der Restschuldbefreiung ausgeschlossen, beispielsweise Forderungen wegen vorsätzlicher Delikte oder Unterhaltsrückstände.
Achtung: Insolvenzstraftaten

Eine Insolvenzstraftat steht der Restschuldbefreiung in der Regel entgegen. Insolvenzstraftaten sind beispielsweise das Unterschlagen oder Veruntreuen von Arbeitsentgelt, Insolvenzverschleppung oder Betrug.

Schuldnerberatung für Selbstständige

Eine professionelle Schuldnerberatung für Selbstständige wie Handwerker ist meist kostenpflichtig.
Eine professionelle Schuldnerberatung für Selbstständige wie Handwerker ist meist kostenpflichtig.
Geraten Selbstständige, Unternehmer oder Freiberufler in die Schuldenfalle, steht ihnen oft nur der Weg zum Anwalt offen. Nur selten finden sich staatliche Schuldnerberatungsstellen für Selbstständige. Dies liegt vor allem daran, dass das Regelinsolvenzverfahren sehr viel komplexer ist als die Verbraucherinsolvenz, die jedoch fast nur Privatpersonen offensteht. Deswegen ist die Beratung durch einen Rechtsanwalt sinnvoll.

Die Regelinsolvenz schreibt allerdings keine außergerichtliche Schuldenregulierung vor, sodass die Eröffnung des Verfahrens auch ohne Einigungsversuch möglich ist. Trotzdem sollte eine gute Schuldnerberatung die Einigung anstreben, um das Unternehmen möglicherweise noch zu retten. Auch hat der eingesetzte Insolvenzverwalter umfangreichere Aufgaben als der Treuhänder einer Verbraucherinsolvenz.

Für ehemalig Selbstständige ist eine Verbraucherinsolvenz möglich. Dafür dürfen jedoch maximal 19 Gläubiger Ansprüche haben und es dürfen keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen. Informieren Sie sich bei einer Schuldnerberatung, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen.
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