Arbeiten während laufendem Insolvenz­verfahren – Welche Pflichten haben Schuldner?

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Kurz und knapp: Das Wichtigste zum Arbeiten bei der Insolvenz

  1. Laut § 287b der Insolvenzordnung – kurz InsO genannt – haben Schuldner im Insolvenzverfahren eine sogenannte Erwerbsobliegenheit.
  2. Das beduetet Folgendes: Schuldner sind laut Insolvenzrecht dazu verpflichtet, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben. Tun sie dies nicht, droht die Versagung der Restschuldbefreiung.
  3. Ziel der Erwerbsobliegenheit ist es, dass der Schuldner durch seine Arbeit ein pfändbares Einkommen erwirtschaftet, mit dem die Gläubiger bestmöglich befriedigt werden können.

Schuldner müssen arbeiten – trotz Insolvenz

Müssen Sie zwingend arbeiten während das Insolvenzverfahren läuft?
Müssen Sie zwingend arbeiten während das Insolvenzverfahren läuft?

Die private Insolvenz hilft Personen, die von Überschuldung betroffen sind, dabei, einen Weg aus den Schulden zu finden. Nach einer maximal sechsjährigen Wohlverhaltensphase kommt es zur Restschuldbefreiung und der Betroffene kann befreit in einen neuen Lebensabschnitt starten. Doch das Insolvenzverfahren soll nicht nur dem Schuldner zugutekommen.

Auch die Gläubiger haben gewisse Erwartungen. Der Insolvenzschuldner schuldet ihnen noch Geld und davon möchten die Gläubiger natürlich so viel wie möglich erhalten. Zu diesem Zweck muss der Schuldner einen Teil seines Einkommens an die Gläubiger abgeben. Dieser Teil wird pfändbares Einkommen genannt.

Damit das Einkommen gepfändet werden kann, muss der Schuldner natürlich aber einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Aus diesem Grund sind Schuldner dazu verpflichtet zu arbeiten, während das Insolvenzverfahren läuft. Diese Pflicht wird auch Erwerbsobliegenheit genannt und ist gesetzlich in § 278b InsO festgehalten. Dort heißt es:

Ab Beginn der Abtretungsfrist bis zur Beendigung des Insolvenzverfahrens obliegt es dem Schuldner, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben und, wenn er ohne Beschäftigung ist, sich um eine solche zu bemühen und keine zumutbare Tätigkeit abzulehnen.

Kommen Schuldner keiner angemessenen Erwerbstätigkeit nach, droht die Versagung der Restschuldbefreiung. Damit wäre die gesamte Insolvenz umsonst gewesen und die Gläubiger könnten erneut Zwangsvollstreckungsmaßnahmen ergreifen.

Ein Schuldner muss also weiterarbeiten bei laufender Insolvenz. In der Regel wird dabei von einer Erwerbstätigkeit in Vollzeit ausgegangen. Eine Arbeit in Teilzeit oder Mini-Jobs werden in der Regel nicht akzeptiert. Ziel ist es schließlich, dass der Schuldner genug Geld verdient. Das Einkommen soll im besten Falle die Pfändungsfreigrenze überschreiten.
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Regelungen im Insolvenzverfahren für arbeitslose Schuldner

Wenn Sie nicht weiterarbeiten trotz Insolvenz, kann die Restschuldbefreiung versagt werden.
Wenn Sie nicht weiterarbeiten trotz Insolvenz, kann die Restschuldbefreiung versagt werden.

Ein Schuldner muss also arbeiten, während das Insolvenzverfahren läuft. Doch was geschieht, wenn eine Person in dieser Zeit arbeitslos wird bzw. schon vorher keinen Job hatte? Wie § 287b InsO zu entnehmen ist, müssen sich Betroffene in diesem Fall darum bemühen, eine neue Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Dazu ist es nötig, dass sich der Schuldner bei der zuständigen Agentur für Arbeit arbeitsuchend meldet.

Laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes (Az.: IX ZB 224/09) muss der Schuldner außerdem etwa zwei bis drei Bewerbungen pro Woche schreiben und täglich nach passenden Stellenanzeigen suchen. Kommt er dieser Pflicht nicht nach oder lehnt er die Aufnahme einer zumutbaren Tätigkeit ab, droht die Versagung der Restschuldbefreiung.

Selbstständig arbeiten trotz Insolvenz: Ist das möglich?

Vielen Schuldnern fällt es schwer, einen Job zu finden. Sie stellen sich deshalb die Frage, ob sie selbstständig arbeiten dürfen, während das Insolvenzverfahren läuft. Das ist grundsätzlich möglich. Dabei ist jedoch Folgendes zu beachten: Selbstständige haben im Gegensatz zu einem Arbeitnehmer kein festes Einkommen.

Um das pfändbare Einkommen ermitteln zu können, wird deshalb ein fiktives Einkommen angesetzt. Dieses orientiert sich nicht am tatsächlichen Einkommen, sondern bemisst sich daran, was der Schuldner verdienen würde, wenn er ein Arbeitnehmer wäre. Entscheidend sind dabei unter anderem der Berufsabschluss sowie die -erfahrung des Schuldners.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (59 Bewertungen, Durchschnitt: 4,80 von 5)
Loading...
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Ersten Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.