Die Bonitätsprüfung für Unternehmen und Privatpersonen

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 23. November 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Bonitätsprüfung

  1. Die Bonitätsprüfung dient laut Definition dazu, die Kreditwürdigkeit von potenziellen Kunden zu untersuchen. Auskunfteien (z. B. die Schufa) speichern bestimmte Daten der Verbraucher (z. B. laufende Kredite) und ermitteln deren Kreditwürdigkeit (= Bonität).
  2. Die bei der Auskunftei gespeicherten Informationen kann der Betroffene selbst einsehen (Selbstauskunft). Dritte dürfen die Auskunft nur mit berechtigtem Interesse oder mit Einwilligung des Betroffenen einholen.
  3. Auf welcher Berechnungsgrundlage die Bonitätsprüfung stattfindet, ist ein schützenswertes Geschäftsgeheimnis, weshalb sich eine Prüfung auf eigene Faust schwierig gestaltet.

Was ist eine Bonitätsprüfung oder die Bonitätsauskunft?

Die Schufa-Bonitätsprüfung: Was ist das?
Die Schufa-Bonitätsprüfung: Was ist das?

Bei den meisten vertraglichen Angelegenheiten, bei denen es um Geld geht, ist die Bonitätsprüfung von großer Bedeutung. Potenzielle Vertragspartner können vorab sicherstellen, wie vertrauens- bzw. kreditwürdig das Gegenüber wirklich ist. Dafür muss jedoch zuerst die Bonitätsauskunft eingeholt werden.

Es gibt verschiedene Anbieter, die relevante Informationen über Verbraucher und Unternehmen speichern und auf dieser Grundlage die Bonitätsprüfung durchführen können. Die wohl bekannteste Auskunftei ist die Schufa Holding AG.

Dabei hat nicht jede Auskunftei immer dieselben Informationen über den Betroffenen vorliegen und auch die Berechnungsgrundlage für die Bonitätsprüfung ist nicht unbedingt bei allen gleich. Je umfassender die Daten und je besser die Methode, desto genauer bildet der Score die tatsächliche Zahlungsmoral des Kunden ab.

Wie ist der Ablauf einer Bonitätsprüfung und was wird geprüft? Auf folgenden Angaben beruht in der Regel der Score, der bei der Prüfung ermittelt wird:

  • Persönliches, z. B. Familienstand, Anzahl der Kinder
  • Zahlungsverhalten, z. B. (Un-)Regelmäßigkeit der Zahlungen, Zahlungsrückstände
  • Art und Anzahl bereits vorhandener Kredite
  • Laufende Verfahren, z. B. Privatinsolvenz, Inkasso

Nicht nur Privatpersonen müssen ihre Bonität manchmal prüfen lassen. Auch Unternehmen können von Geschäftspartnern dazu aufgefordert werden, ihre wirtschaftlichen Verhältnisse offenzulegen. Dabei macht es einen Unterschied, ob eine Selbstauskunft angefordert wird oder eine Bonitätsauskunft für Dritte.

Fordert z. B. ein Kreditgeber eine Bonitätsprüfung und beantragt mit Ihrer Einwilligung die Schufa-Auskunft, erhält er nur den Score, jedoch nicht die detaillierten Informationen über Ihre Person und Ihre genauen wirtschaftlichen Umstände.

Der Score drückt aus, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen oder nicht nachkommen können. Das bedeutet, je besser der Score, desto unwahrscheinlicher ist ein Zahlungsausfall.

Ist ein Kredit ohne Bonitätsprüfung möglich?

Einmal im Jahr können Sie den Bonitätscheck der Schufa kostenlos abfragen (sog. Bonitätsabfrage).
Einmal im Jahr können Sie den Bonitätscheck der Schufa kostenlos abfragen (sog. Bonitätsabfrage).

Es ist nicht grundsätzlich unmöglich, einen Kredit zu bekommen, ohne die Bonität vorher prüfen zu lassen. Allerdings werden Kreditgeber gemäß § 18 Kreditwesengesetz (KGW) bei bestimmten Beträgen dazu verpflichtet, sich die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers offenlegen zu lassen.

Geht es um einen Kredit ab 750.000 Euro oder um 10 Prozent des anrechenbaren Eigenkapitals des Kreditgebers, kann er den Kredit ohne Bonitätsprüfung nicht gewähren. Es gibt weitere Einschränkungen, die unter anderem von der Kreditform abhängen.

Grundsätzlich ist davon abzuraten, einen Kredit bei einem Kreditgeber aufzunehmen, der damit wirbt, die Bonität nicht prüfen zu müssen. Meist sind mit einem solchen Angebot sehr hohe Kosten verbunden.

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Wie kann ich meine eigene Bonität (online) prüfen?

Abgesehen von den Auskunfteien gibt es Portale im Internet, die eine Online-Bonitätsprüfung anbieten. Der Vorteil solcher Angebote liegt darin, dass Sie selbst genau wissen, welche Informationen in die Berechnung Ihres Scores einfließen.

Bei der Bonitätsprüfung für Unternehmen & Privatpersonen ist einiges zu beachten.
Bei der Bonitätsprüfung für Unternehmen & Privatpersonen ist einiges zu beachten.

Der Nachteil besteht darin, dass solche Dienstleister nicht unbedingt denselben Algorithmus für die Ermittlung der Bonität verwenden wie bekannte Auskunfteien.

Eine eigene Bonitätsprüfung gänzlich kostenlos durchzuführen, ist ein schwieriges Unterfangen. Besonders Unternehmen und Selbstständige sollten Experten damit beauftragen.

Einer 2014 getroffenen Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) zufolge ist das Verfahren bzw. die Berechnungsformel für den Bonitäts-Score ein Geschäftsgeheimnis, das geschützt werden darf. Das bedeutet, dass Personen und Unternehmen, die zu eigenen Zwecken eine Bonitätsprüfung durchführen möchten, ihr eigenes Scoringverfahren entwickeln müssen.

Das Ergebnis der Bonitätsprüfung

Nachfolgende Grafik zeigt, wann Sie kreditwürdig oder kreditunwürdig sind und welche Auswirkungen das haben kann:

Die Übersicht zeigt Aspekte der Kreditwürdigkeit & Kreditunwürdigkeit.
Die Übersicht zeigt Aspekte der Kreditwürdigkeit & Kreditunwürdigkeit.

So funktioniert die kostenlose Bonitätsauskunft

Bonitätsprüfung & Bonitätsauskunft: Kostenlos online möglich?
Bonitätsprüfung & Bonitätsauskunft: Kostenlos online möglich?

Die Bonitätsprüfung ist nicht kostenlos, die Bonitätsauskunft allerdings schon – jedenfalls für die Person, um deren Bonität es geht. Gemäß § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) hat jeder das Recht, eine Übersicht der von ihm gespeicherten Daten einmal im Jahr zu beantragen. Diese Übersicht ist dann kostenlos.

Die Selbstauskunft über die Bonitätsprüfung ist bei der jeweiligen Auskunftei zu beantragen und wird dem Antragsteller anschließend zugeschickt. Die Online-Auskunft ist meist gebührenpflichtig und erfordert eine Registrierung bei der jeweiligen Auskunftei.

Dritte dürfen die Bonitätsauskunft einholen, wenn sie ein berechtigtes Interesse oder die Einwilligung des Betroffenen haben.

Eine allgemeine Bonitätsauskunft nach § 34 BDSG ist kostenlos, die Bonitätsprüfung bei der Schufa oder anderen Wirtschaftsauskunfteien aber nicht. Wenn Privat- und Geschäftskunden regelmäßig über ihre eigene Bonität oder die ihrer Kunden auf dem Laufenden gehalten werden möchten, geht das nur gegen Gebühr.
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