Erben in der Insolvenz: Was können Sie tun?

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zum “Erben in der Insolvenz”

  • Was mit dem Erbe in der Privatinsolvenz passiert, hängt davon ab, ob der Schuldner sich im Insolvenzverfahren oder in der Wohlverhaltensphase befindet.
  • Des Weiteren kann der Erbe die Erbschaft annehmen oder ausschlagen. Bei der Annahme des Erbes in der laufenden Insolvenz fließt dieses in die Insolvenzmasse mit ein. Bei der Ausschlagung bekommt der Schuldner nichts vom Erbe.
  • In der Wohlverhaltensphase kann der Erbe 50 % des Erbes behalten, wenn er dieses annimmt. Die anderen 50 % bekommen der Treuhänder bzw. die Gläubiger.
  • Die Ausschlagung des Erbes in der Insolvenz hat keine Auswirkungen auf die Restschuldbefreiung.

Erben bei laufendem Insolvenzverfahren

Was passiert mit einer Erbschaft in der Insolvenz?
Was passiert mit einer Erbschaft in der Insolvenz?

Die Frage, was mit dem Erbe in der Privatinsolvenz passiert, lässt sich unterschiedlich beantworten. Zunächst gilt zu unterscheiden, ob der Schuldner sich im Insolvenzverfahren oder in der Wohlverhaltensphase befindet.

Sollte der Schuldner während des laufenden Insolvenzverfahrens erben, gibt es trotz Insolvenz Möglichkeiten, das Erbe zu behalten. Für den Erben gibt es während der Insolvenz zwei Möglichkeiten, mit dem Erbe bei Schulden zu verfahren. Er kann die Erbschaft in der Insolvenz annehmen oder diese ausschlagen.

Können Sie gleichzeitig ein Erbe bekommen und Insolvenz angemeldet sein? Was passiert, wenn der Schuldner sein Erbe annimmt? Welche Vorteile hat er, wenn er dieses ausschlägt?

Annahme des Erbes bei Privatinsolvenz

In der Regel fällt mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens alles, was pfändbar ist, in die Insolvenzmasse. Demnach hat nur der Insolvenzverwalter Zugriff auf das Erbe, wenn dieses erstmal zur Insolvenzmasse gehört.

Der Insolvenzverwalter hat jedoch nicht das Recht, die Erbschaft für den Erben bei Insolvenz anzunehmen. Gemäß § 83 Insolvenzordnung (InsO) ist die Annahme oder die Ausschlagung einer Erbschaft ein höchstpersönliches Recht, das nur dem Erben in der Insolvenz zusteht. Somit ist eine Annahme oder Ausschlagung des Erbes bei Schulden nicht anfechtbar und hat auch keine Auswirkungen auf die Restschuldbefreiung.

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Mit der Annahme des Erbes in der Insolvenz erklärt der Schuldner, dass er Erbe sein will. Diese Erklärung kann ausdrücklich oder durch schlüssiges Handeln geschehen. Eine Annahme einer Erbschaft durch schlüssiges Handeln kann beispielsweise sein, wenn der Schuldner einen Makler beauftragt, das von ihm geerbte Grundstück zu vermarkten.

Nach der Annahme des Erbes in der Insolvenz fällt die Erbschaft in die Insolvenzmasse und die Vertretungs- und Verfügungsbefugnis liegt allein beim Insolvenzverwalter. Infolgedessen wird das Erbe liquidiert und die Gläubiger sowie die Gerichtskosten bezahlt.

Ausschlagung des Erbes in der Insolvenz

Erben bei Schulden: Können Sie das Erbe ausschlagen?
Erben bei Schulden: Können Sie das Erbe ausschlagen?

Nach der Kenntnisnahme des Erbes in der Insolvenz hat der Schuldner sechs Wochen Zeit, um die Erbschaft auszuschlagen. Die Ausschlagung ist dann nur gültig, wenn er das Erbe nicht schon vorher angenommen hat. Des Weiteren muss die Ausschlagung in beglaubigter Form oder durch Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht abgegeben werden.

Die Rechtsfolge für die Ausschlagung des Erbes ist in und außerhalb der Insolvenz identisch. Das Erbe fällt infolgedessen demjenigen zu, der die Erbschaft bekommen hätte, wenn es den Schuldner nicht gegeben hätte. Somit tut der Schuldner einem anderen Familienmitglied etwas Gutes und erhält möglicherweise etwas zurück, wenn die Insolvenz abgeschlossen ist.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, dass die Erblasser den Erben in der Insolvenz vor ihrem Tod enterben. In diesem Fall besteht nach § 2303 des Bürgerlichen Gesetzbuches ein Anspruch auf den Pflichtteil, welcher der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils entspricht. Der Erbe kann den Pflichtanteil dann auch annehmen oder ausschlagen.

Erben in der Wohlverhaltensphase

Die Wohlverhaltensphase beginnt mit der Aufhebung des Insolvenzverfahrens, wonach der Insolvenzverwalter nicht mehr vertretungs- und verfügungsbefugt ist. Nimmt der Schuldner in der Wohlverhaltensphase die Erbschaft an, muss er diese gemäß § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO zur Hälfte an den Treuhänder bzw. Insolvenzverwalter abgeben. Demnach verbleiben ihm 50 % vom Erbe.

Der Insolvenzverwalter hat infolgedessen die Aufgabe, von den 50 % des Erben die Gläubiger prozentual gleichmäßig auszuzahlen.

Ein Insolvenzschuldner hat dagegen die Pflicht, den Insolvenzverwalter von dem Erben in der Insolvenz zu benachrichtigen und eine Aufstellung seiner Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu übermitteln.
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2 Comments

  1. Benita K. said:

    ja wie ermittle ich den Wert des Vermögens z.B. bei einem Grundstücksanteil

    31. März 2019
    Reply
    • schuldnerberatung.com said:

      Hallo Benita,

      in der Regel wird hierzu ein Gutachten von einem Sachverständigen erstellt.

      Ihr Team von schuldnerberatung.com

      1. April 2019
      Reply

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