Firmeninsolvenz: Wenn die Firma insolvent geht

Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Firmeninsolvenz

  1. In die Firmeninsolvenz, die auch Regelinsolvenz genannt wird, gehen Einzelunternehmen, Gesellschaften und Freiberufler, wenn diese zahlungsunfähig sind und ihren Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen können.
  2. Grund für die Eröffnung einer Firmeninsolvenz könnte eine Zahlungsunfähigkeit, eine drohende Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung sein.
  3. Als Folge der Firmeninsolvenz wird das Unternehmen entweder liquidiert, also aufgelöst, oder saniert.

Wann ist ein Unternehmen insolvent?

Wann handelt es sich um eine Firmeninsolvenz?
Wann handelt es sich um eine Firmeninsolvenz?

Wenn ein Unternehmen seinen Verbindlichkeiten nicht mehr nachkommen kann, weil es nicht mehr zahlungsfähig ist, dann muss es ein Insolvenzverfahren einleiten.

Die sogenannte Firmeninsolvenz bzw. Unternehmensinsolvenz steht nach Insolvenzrecht unter anderem Einzelunternehmen, Gesellschaften und Freiberuflern offen. Sie wird auch Regelinsolvenz genannt.

Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens fließen alle Vermögenswerte des Unternehmens in die Insolvenzmasse, die dann unter den Gläubigern aufgeteilt wird. Bei eintretender Insolvenz kann das Einzelunternehmen aufgelöst oder saniert werden.
Bevor ein Unternehmen ein Insolvenzverfahren einleiten kann, muss einer der folgenden Gründe vorliegen:

  • Zahlungsunfähigkeit: Wenn ein Unternehmen weniger als 90 Prozent seiner Verpflichtungen zum Fälligkeitstermin begleichen kann, dann ist es zahlungsunfähig. Zwar kann unter Umständen noch eine Vielzahl von Rechnungen überwiesen werden, aber in der Regel nicht mehr pünktlich.
  • Überschuldung: Eine Kapitalgesellschaft ist dann überschuldet, wenn das bilanzierte Eigenkapital negativ ist und deshalb auf der Aktivseite der Bilanz ausgewiesen ist.
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit: Wenn absehbar ist, dass die fälligen Verbindlichkeiten nicht mehr innerhalb von 12 Monaten beglichen werden können, kann das Unternehmen aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzverfahren eröffnen.

Bei einer Firmeninsolvenz ist die Dauer der Abwicklung nicht vorhersehbar, da diese von verschiedenen Faktoren wie der Größe des Unternehmens oder der Anzahl der Gläubiger abhängt. Demnach ist die Insolvenz einer Einzelfirma anders als die Insolvenz anderer Unternehmen. Nach der Insolvenz bei Einzelunternehmen bzw. Privatinsolvenz kann eine Restschuldbefreiung erfolgen. Bei einer Privatinsolvenz gibt es die sogenannte Wohlverhaltensphase, die in der Regel sechs Jahre dauert, aber auch auf drei oder fünf Jahre verkürzt werden kann. Am Ende der Wohlverhaltensphase steht die Restschuldbefreiung, von der die Schuldner profitieren können.

Wie ist bei einer Firmeninsolvenz der Ablauf?

Insolvenz einer Firma: Welcher Ablauf ist vorgesehen?
Insolvenz einer Firma: Welcher Ablauf ist vorgesehen?

Das Insolvenzverfahren für Firmen ähnelt dem für Verbraucher. Insolvenz anmelden können Einzelunternehmen, aber auch andere Arten von Unternehmen.

Um die Firma insolvent zu melden, muss beim zuständigen Amtsgericht ein Antrag auf Firmeninsolvenz abgegeben werden. Dieser kann sowohl vom Schuldner als auch vom Gläubiger eingereicht werden.

Liegt eine Zahlungsunfähigkeit oder eine Überschuldung vor, sind Geschäftsführer und Vorstände eines Unternehmens verpflichtet, ein Insolvenzverfahren einzuleiten. Kommen sie ihrer Pflicht nicht nach, können sie wegen Insolvenzverschleppung strafrechtlich belangt werden. Je nach Rechtsform der Gesellschaft wird der Zeitpunkt der eintretenden Insolvenz unterschiedlich bestimmt.

Eine Firmeninsolvenz zu beantragen hat in der Regel immer den gleichen Ablauf. Vor einem Insolvenzverfahren erhalten die Unternehmen einen Antrag des zuständigen Gerichts. In diesem Antrag sind sämtliche vorhandenen Vermögenswerte anzugeben, die dem Firmeneigentum zuzuordnen sind. Beim Insolvenzverfahren einer Firma gehört zum Ablauf auch, dass die Firma angibt, warum Insolvenz angemeldet werden muss und wie mit der Firma weiter verfahren werden soll. Es ist auch zwingend erforderlich, im Antrag alle Gläubiger und ihre offenen Forderungen aufzulisten. Den Antrag auf Insolvenz muss die Firma anschließend zurück an das Gericht senden.

Nach Eingang des Antrages auf Firmeninsolvenz bestätigt das Gericht, dass die Firma und das Firmenvermögen vorerst nicht pfändbar sind. Anschließend prüft das Amtsgericht auf Zulässigkeit. Ein Antrag ist dann zulässig, wenn einer der drei Gründe vorliegt und die Haftungsmasse die zu erwartenden Verfahrenskosten deckt. Dass ein Insolvenzverfahren eröffnet wird, bedeutet das nicht, dass die Geschäftstätigkeit eingestellt wird. Vielmehr sollen die Geschäfte möglichst fortgeführt werden, wenn noch wirtschaftliche Erfolge erzielt werden.

Das Insolvenzverfahren für das Unternehmen wird nach Ablauf der Fristen, in denen die Gläubiger ihre Forderungen anmelden können, eröffnet. Zu den folgenden Terminen muss die Firma selbst nicht erscheinen, außer, wenn deliktische Forderungen vorliegen, die nicht mit in das Verfahren der Firmeninsolvenz aufgenommen werden können. Deliktische Forderungen sind Forderungen, die aus der Begehung einer Straftat entstanden sind.

Die insolvent gemeldete Firma erhält nach Ablauf von in der Regel zwei Wochen bzw. nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens einen Insolvenzverwalter zugeteilt. Dieser entscheidet in der Regel unter anderem darüber, ob Insolvenzfirmen fortgeführt werden sollen. Wenn die Firma trotz Insolvenz aus der Sicht des Insolvenzverwalters oder der Gläubiger fortgeführt werden soll, wird zunächst ein Sanierungsplan erstellt. In diesem werden alle Maßnahmen genannt, zu denen gegriffen werden soll, damit der Betrieb wieder profitabel wird.

Sollte nach Sichtung aller Unterlagen und Prüfung der Gesamtsituation sich eine Fortführung nicht lohnen, wird das noch vorhandene Betriebsvermögen verwertet und an die Gläubiger ausbezahlt. Dabei wird eine Quote ermittelt, mit der die Ansprüche der Gläubiger bedient werden.

Auch die Vermögenswerte, die während des Insolvenzverfahrens erlangt werden, fließen in die Haftungsmasse ein. Die Haftungsmasse wird auch Insolvenzmasse genannt.

Eine insolvente Firma verkaufen oder kaufen

Ob Insolvenzfirmen bestehen bleiben sollen, entscheidet der Insolvenzverwalter.
Ob Insolvenzfirmen bestehen bleiben sollen, entscheidet der Insolvenzverwalter.

Häufig wollen Gründer Zeit und Geld sparen, indem sie eine fertige Kapitalgesellschaft übernehmen, die aufgrund von Firmeninsolvenz zum Verkauf steht.

Die zu kaufenden Gesellschaften, die Firmeninsolvenz gemeldet haben, sind bereits vollständig gegründet und im Handelsregister eingetragen.

Es gibt dabei zwei Arten von fertigen Gesellschaften:

  • Vorratsgesellschaften werden zu dem Zweck gegründet, diese weiter zu veräußern, wenn sie in das Handelsregister eingetragen wurden. Der Käufer startet die Gesellschaft nach dem Kauf erst mit einem Unternehmen aus.
  • Mantelgesellschaften sind stillgelegte Gesellschaften, die ihre bisherige Tätigkeit aufgegeben haben. Der Verkäufer räumt eine solche Mantelgesellschaft leer und verkauft diese anschließend. Der Käufer stattet diesen Firmenmantel mit einem anderen Unternehmensgegenstand neu.

Wenn Gründer Firmeninsolvenz anmelden und ihr Unternehmen zum Verkauf anbieten, kann dieses nur durch Kauf aller oder eines Teils der Vermögensgegenstände erworben werden. Dabei werden die Schulden des insolventen Unternehmens nicht vom Käufer übernommen.

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