Gläubigerschutz: Definition, Maßnahmen und Verfahren

Kurz & knapp: Das Wichtigste zum Gläubigerschutz

  1. Mit Gläubigerschutz wird der Schutz der Gläubiger vor Forderungsausfall, unter anderem durch unredliches Verhalten des Schuldners, bezeichnet.
  2. Regelungen und Vorschriften zum Gläubigerschutz werden unter anderem im Bürgerlichen Gesetzbuch, im Handels- und Insolvenzrecht sowie im Strafrecht festgehalten.
  3. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die dem Gläubigerschutz dienen, die Gläubiger bereits vor der Insolvenz ergreifen können.

Was ist Gläubigerschutz im Insolvenzrecht?

Was ist Gläubigerschutz und wann greift er?

Insolvente Unternehmen können in einem Schutzschirmverfahren oder einer Planinsolvenz mit Gläubigerschutz sich sanieren und somit das Unternehmen retten. Gläubigerschutz ist, einfach erklärt, der Schutz der Gläubiger eines Schuldners vor einem Forderungsausfall, entweder durch Insolvenz oder durch unredliches Verhalten des Schuldners.

Das Gläubigerschutzprinzip sieht alle gesetzlichen Regelungen zur Vermeidung von Verletzung der Gläubigerinteressen durch den Schuldner vor, wobei mit Schuldner in der Regel alle Verantwortlichen des verschuldeten Unternehmens gemeint ist. Die Vorschriften zum Gläubigerschutz sind im HGB (§§ 238-263 Handelsgesetzbuch) sowie in §§ 239-240 der Konkursordnung und im Aktiengesetz festgehalten.

Wer gehört zu den potenziellen Gläubigern eines Unternehmens und können den Gläubigerschutz beantragen?

  • Banken, Kreditgeber und Anleger
  • Lieferanten, externe Dienstleister und Subunternehmer Arbeitnehmer
  • Krankenkassen, Finanzverwaltung und Zoll

Die potenziellen Gläubiger können sich bereits im Vorfeld durch bestimmte Maßnahmen vor dem Forderungsausfall schützen. Demnach können sie unter anderem eine Auskunft über die finanzielle Situation des Unternehmens einholen. Diese kann unter anderem bei Banken oder Wirtschaftsauskunfteien beantragt werden.

Darüber hinaus können Gläubiger sich im Vorfeld schützen, indem sie bestimmte Zahlungsmodalitäten und Zahlungsziele vereinbaren. Unter Umständen können sich Gläubiger und Schuldner auf eine Bürgschaft oder Sicherheitseinbehalte einigen.

Zwar regelt die Insolvenzordnung (InsO), wie ein Insolvenzverfahren abzulaufen hat, welche Rangfolge die Gläubiger hinsichtlich der Befriedigung haben und welche Anfechtungsrechte dem Gläubiger zur Verfügung stehen, dennoch greift der Gläubiger bereits vor der Eröffnung der Insolvenz.

Wie läuft ein Gläubigerschutzverfahren ab?

Gläubigerschutz: Welche Möglichkeiten haben Gläubiger bei Forderungsausfall?

Um zum Gläubigerschutzverfahren zugelassen zu werden, muss der Gläubiger einen Antrag beim Handelsgericht des Bezirks stellen, in dem er angemeldet ist oder seinen Geschäftssitz hat, wenn es sich bei dem Gläubiger um ein Unternehmen handelt.

Der Antrag auf das Verfahren für den Gläubigerschutz kann nur genehmigt werden, wenn dieser begründet ist. Des Weiteren muss der Gläubiger konkrete Vorschläge für weitere Maßnahmen unterbreiten, die dem Gläubigerschutz dienen. Der Antrag muss durch Nachweise und Belege gestützt werden.

Gläubiger haben die Möglichkeit, die Gläubigerschutzvereinigung Deutschland (GSV) e. V. zu konsultieren, wenn Probleme mit dem Gläubigerschutz auftreten. Das Ziel der Vereinigung ist die Vertretung und Verstärkung der Gläubiger im Insolvenzverfahren.

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