Insolvenz 3 Jahre durchlaufen, dann schuldenfrei neu starten – geht das?

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 22. September 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zu: „Insolvenz auf 3 Jahre verkürzen“

Ist es möglich, das Ende der Insolvenz bzw. die Restschuldbefreiung nach 3 Jahren zu erreichen?

Die Insolvenz ist nach 3 Jahren beendet, wenn es dem Schuldner gelingt, die Verfahrenskosten und 35 Prozent der Schuldensumme in dieser Zeit zu begleichen.

Wie werde ich nach 3 Jahren schuldenfrei?

Mit einem strikten Schuldenbereinigungsplan und unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich Ziel erreichen. Allerdings ist auch ein Antrag notwendig, um das Insolvenzverfahren auf 3 Jahre zu verkürzen.

Kommt die Verkürzung der Insolvenz auf drei Jahre für alle innerhalb der EU?

Derzeit ist eine solche Richtlinie auf EU-Ebene geplant. Sie würde sich aber nur auf künftige Insolvenzverfahren anwenden lassen.

Gute Nachricht für insolvente Verbraucher: Das Restschuldbefreiungsverfahren dauert voraussichtlich nur noch drei Jahre, wenn Schuldner ihren Insolvenzantrag ab dem 1.10.2020 einreichen. Anders als bisher müssen sie für diese verkürzte Dauer weder 35 Prozent der Schulden noch die Verfahrenskosten begleichen.
Mehr Informationen und Hintergründe zu dieser geplanten Gesetzesänderung finden Sie in unserem Ratgeber zur Restschuldbefreiung.

EU will Insolvenz auf 3 Jahre verkürzen

Auch innerhalb der EU ist eine Reform geplant: Die Insolvenz soll nur noch 3 Jahre dauern.
Auch innerhalb der EU ist eine Reform geplant: Die Insolvenz soll nur noch 3 Jahre dauern.

Für deutsche Schuldner klingt diese Nachricht zunächst nicht besonders neu, schließlich ist hierzulande die Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre unter bestimmten Voraussetzungen schon seit 2014 möglich.

Allerdings gelang es seit der Reform in Deutschland nur den wenigsten Schuldnern, dieses Ziel zu erreichen. Für den Großteil der Betroffenen war es nicht möglich, die Insolvenz auf 3 Jahre zu verkürzen.

Sollte die Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre auf EU-Ebene beschlossen werden, muss auch das deutsche Insolvenzrecht erneut geändert werden. Nach der Umsetzung kann sie jedoch nur auf künftige, nicht auf bereits laufende Insolvenzverfahren angewendet werden. Außerdem profitieren nur Verbraucher, also Personen, die eine Privatinsolvenz durchlaufen, davon.

Die geplante EU-Richtlinie erfährt derzeit noch viel Kritik. Vor allem Gläubiger könnten dadurch benachteiligt werden.
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Insolvenzverfahren: Schuldenfrei in 3 Jahren

Die Insolvenz ist in 3 Jahren vorbei, wenn die Verfahrenskosten und 35 Prozent der Schulden beglichen werden konnten.
Die Insolvenz ist in 3 Jahren vorbei, wenn die Verfahrenskosten und 35 Prozent der Schulden beglichen werden konnten.

Wie bereits erwähnt ist es in Deutschland schon seit 2014 möglich, die Insolvenz auf 3 Jahre zu verkürzen. Laut § 300 Abs. 1 Nr. 2 der Insolvenzordnung (InsO) ist dies jedoch an folgende Bedingungen geknüpft:

  • Die Verfahrenskosten wurden vollständig beglichen.
  • Die Schuldensumme wurde zu mindestens 35 Prozent bezahlt.
  • Es ist ein Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung erforderlich.

Der Antrag ist nicht mit dem zu Beginn des Insolvenzverfahrens zu verwechseln. Die Restschuldbefreiung wird bereits zusammen mit dem Insolvenzverfahren beantragt. Dieser Antrag bezieht sich aber nur auf die Restschuldbefreiung nach 6 Jahren.

Wer vorzeitig die Insolvenz auf drei Jahre verkürzen möchte, muss dies gesondert beim Insolvenzgericht beantragen. Kontaktieren Sie hierfür vorab Ihren Insolvenzverwalter.

Tipp: Es ist unerheblich, wer die Verfahrenskosten bezahlt. Es muss sich dabei nicht zwingend um den Schuldner handeln. Wenn es Ihnen gelingt, 35 Prozent der Schuldensumme zu bezahlen, die Verfahrenskosten aber nicht, könnte es sich lohnen Dritte um Hilfe zu bitten (Verwandte, Freunde).
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Statt 3 noch 5 Jahre: Insolvenz vorzeitig beenden

Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre: Die Restschuldbefreiung muss gesondert beantragt werden.
Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre: Die Restschuldbefreiung muss gesondert beantragt werden.

Wer oben genannte Kriterien nicht erfüllt, kann die Insolvenz 3 Jahre nach Eröffnung noch nicht vorzeitig beenden. Das heißt aber nicht, dass er die vollen 6 Jahre, die eigentlich für ein Insolvenzverfahren angedacht sind, durchlaufen muss. Es gibt noch eine Alternative: Die Beantragung der Restschuldbefreiung nach 5 Jahren. Hierfür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Verfahrenskosten wurden innerhalb von 5 Jahren vollständig bezahlt.
  • Die vorzeitige Restschuldbefreiung nach 5 Jahren wurde beim Insolvenzgericht rechtzeitig beantragt.

Anders als bei der Verkürzung der Insolvenz auf 3 Jahre stehen die Chancen, das Ziel nach 5 Jahren zu erreichen, besser. Grundlage dieser Alternative ist § 300 Abs. 1 Nr. 3 InsO. Auch hier ist jedoch zu beachten: Die Verkürzung bzw. die vorzeitige Restschuldbefreiung muss gesondert beantragt.

Damit lässt sich die Insolvenz nicht auf 3, aber immerhin auf 5 Jahre verkürzen. Der Schuldner kann so ein Jahr früher schuldenfrei einen Neustart wagen.
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