Insolvenz bei einer GmbH & Co. KG: Wer haftet und wie läuft das Verfahren ab?

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Insolvenz einer GmbH

  1. Die Insolvenz einer GmbH kann zur Auflösung oder zur Sanierung des Unternehmens führen.
  2. Weil es sich um eine Kapitalgesellschaft handelt, kommt die Regelinsolvenz infrage. Die Geschäftsführung ist verpflichtet, rechtzeitig einen Insolvenzantrag zu stellen (innerhalb von drei Wochen ab Eintritt der Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung).
  3. Sofern die Geschäftsführung ihre Pflichten nicht vernachlässigt, haftet sie bei der Insolvenz der GmbH nicht mit Privatvermögen.

Wann müssen Sie Insolvenz für Ihre GmbH anmelden?

Bei der Insolvenz einer GmbH fällt die Haftung nicht dem Geschäftsführer zu, sondern nur die Gesellschaft.
Bei der Insolvenz einer GmbH fällt die Haftung nicht dem Geschäftsführer zu, sondern nur der Gesellschaft.

Unternehmensinsolvenzen sind nicht selten. Die Geschäftsführung sollte die finanzielle Lage jederzeit im Überblick haben und so rechtzeitig erkennen, wann sich das Unternehmen in der Krise befindet.

Bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung ist dann schnell zu handeln, denn gemäß § 15a der Insolvenzordnung (InsO) sind juristische Personen und Gesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit dazu verpflichtet, innerhalb von drei Wochen Insolvenz anzumelden. Eine GmbH ist dem Gesetz nach eine juristische Person (Gesellschaft mit beschränkter Haftung).

Es ist äußerst wichtig, diese Frist einzuhalten, da sich Betroffene sonst unter Umständen der Insolvenzverschleppung schuldig machen, und dies hat weitreichende Folgen. Deshalb ist zunächst genau festzustellen, ab welchem Zeitpunkt die Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung eingetroffen ist.

Was passiert genau, wenn eine GmbH insolvent wird? Wer haftet für die offenen Forderungen der Gläubiger? Dies und mehr klären wir im Folgenden.

Insolvenz einer GmbH: Der Ablauf kurz erklärt

Bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung muss die GmbH rechtzeitig Insolvenz anmelden.
Bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung muss die GmbH rechtzeitig Insolvenz anmelden.

Ist eine GmbH & Co. KG pleite, kommt meist die sogenannte Regelinsolvenz infrage. Diese läuft folgendermaßen ab:

  1. Vorbereitungsphase und Insolvenzantrag (kann einige Monate dauern)
  2. Insolvenzverfahren (kann bis zu drei Jahre dauern)
  3. Wohlverhaltensphase (dauert bis zu sechs Jahre)
  4. Restschuldbefreiung

Selten ist die Unternehmenssanierung noch möglich, weshalb die Insolvenz der GmbH auf die Liquidation (bzw. die Auflösung der Gesellschaft) hinausläuft. Muss der Betrieb eingestellt werden, erfolgt zunächst die Auflösung der GmbH. Dies geschieht, in dem der Geschäftszweck, der im Handelsregister eingetragen ist, geändert wird.

Anschließend kommt es zur Liquidation, also der tatsächlichen und restlosen Abwicklung der Auflösung. Am Ende dieser Phase steht die Löschung der GmbH aus dem Handelsregister.

Die Insolvenz einer Komplementär-GmbH unterscheidet sich von der Insolvenz einer GmbH und Co. KG. Als Komplementär wird die juristische oder natürliche Person bezeichnet, die eine Kommanditgesellschaft (Personengesellschaft) führt. Sie kann im Falle einer Insolvenz gesamtschuldnerisch und persönlich haften.
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Vor der Insolvenz muss die GmbH diese Voraussetzungen erfüllen

Nach der Insolvenz der GmbH: Kann der Geschäftsführer eine neue Firma gründen?
Nach der Insolvenz der GmbH: Kann der Geschäftsführer eine neue Firma gründen?

Um die Insolvenz der GmbH beantragen zu können, müssen zunächst Insolvenzgründe vorliegen. Diese können sein:

  • Drohende Zahlungsunfähigkeit
  • Zahlungsunfähigkeit
  • Überschuldung

Des Weiteren wird geprüft, ob die Insolvenzmasse ausreicht, um die Verfahrenskosten (Gerichtskosten, Kosten für den Insolvenzverwalter) zu decken. Ist das nicht der Fall, kann der Insolvenzantrag mangels Masse abgelehnt werden.

Die GmbH nach der Insolvenz: Was passiert mit dem Unternehmen? Wie bereits erwähnt, kommt es meist zur Auflösung. Aber das muss nicht das Ende einer Geschäftsidee sein. Es ist nicht grundsätzlich verboten, nach der Insolvenz eine neue GmbH zu gründen. Während der Insolvenz ist allerdings Vorsicht geboten, da neue Vermögenswerte ggf. zur Insolvenzmasse zählen und vom Insolvenzverwalter eingezogen werden können.

Haftet bei der Insolvenz der GmbH der Gesellschafter oder der Geschäftsführer?

Bei der Insolvenz einer GmbH fällt die Haftung nicht dem Geschäftsführer zu, sondern nur die Gesellschaft.
Bei der Insolvenz einer GmbH fällt die Haftung nicht dem Geschäftsführer zu, sondern nur die Gesellschaft.

Was die Haftung angeht, ist bei der Insolvenz der GmbH grundsätzlich nur das Gesellschaftsvermögen zu beachten. Dies bestimmt § 13 Abs. 2 Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG):

Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet den Gläubigern derselben nur das Gesellschaftsvermögen.

Die Befürchtung einzelner Geschäftsführer, mit dem privaten Vermögen für die missliche Lage des Unternehmens haften zu müssen, ist allerdings nicht ganz unbegründet. Es gibt Ausnahmefälle, in denen eine sogenannte Durchgriffshaftung zum Tragen kommt. Wird diese gerichtlich durchgesetzt, kann es durchaus sein, dass die Gläubiger teilweise an das private Vermögen des Geschäftsführers gelangen. Dies ist z. B. der Fall, wenn …

  • nicht klar ist, ob ein Vermögensgegenstand zum Privat- oder Gesellschaftsvermögen gehört (Vermögensvermischung).
  • ein objektiver Missbrauch der Rechtsform oder des Instituts vorliegt.
  • sich Gesellschaft und Gesellschafter nicht klar voneinander unterscheiden lassen (Sphärenvermischung).
  • steuerschuldrechtliche Forderungen offen sind (Lohn- und Umsatzsteuer).

Liegt ein Tatbestand der Durchgriffshaftung vor, können also Gesellschafter und Geschäftsführer gleichermaßen zur Haftung herangezogen werden.

Der Geschäftsführer haftet auch dann, wenn er seine Sorgfaltspflicht vernachlässigt und die Insolvenz verschleppt (d. h. nicht innerhalb der dreiwöchigen Frist angemeldet) hat (siehe § 15a InsO).
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