Ist eine Insolvenz in Lettland eine Option zum schnellen Schuldenabbau?

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 19. November 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Insolvenz in Lettland

Kann ich als deutscher Staatsbürger eine Privatinsolvenz in Lettland anmelden?

Ja, da EU-weit alle Insolvenzverfahren gegenseitig anerkannt werden müssen, können Sie eine Insolvenz in Lettland anmelden. Diese muss in Deutschland akzeptiert werden.

Was muss ich dafür tun?

Um in Lettland eine Insolvenz ableisten zu können, müssen Sie gewisse Bedingungen erfüllen. Diese haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Warum kann es von Vorteil sein, in Lettland eine Privatinsolvenz anzumelden?

In Lettland ist die Dauer des Insolvenzverfahrens zumeist sehr viel geringer als in Deutschland. Weitere Vorteile finden Sie hier.

Insolvenzverfahren müssen EU-weit anerkannt werden

Wenn Sie eine Insolvenz etwa in Lettland ableisten, muss dies in allen EU-Ländern anerkannt werden.
Wenn Sie eine Insolvenz etwa in Lettland ableisten, muss dies in allen EU-Ländern anerkannt werden.

In der Europäischen Union (EU) besteht eine Insolvenzverordnung, die vorschreibt, dass Insolvenzverfahren mit ihrer anschließenden Restschuldbefreiung in allen Mitgliedsstaaten gegenseitig anerkannt werden müssen. Schuldner, die beispielsweise in Deutschland leben, können demzufolge also ins Ausland reisen, dort ihre Privatinsolvenz ableisten, die Restschuldbefreiung erlangen und wieder zurück in ihr Heimatland kommen.

Warum sie das unter Umständen tun? Weil ein Privatinsolvenzverfahren in einigen EU-Staaten viel schneller abgeschlossen ist als hierzulande. Denn in Deutschland erfolgt die Restschuldbefreiung frühestens nach drei Jahren. Erst danach kann der Schuldner einen Neubeginn wagen. Bei einer Insolvenz in Lettland sieht das zum Beispiel völlig anders aus. Im Folgenden lesen Sie alles Wichtige über das lettische Privatinsolvenzverfahren.

Das ist für eine Insolvenz in Lettland notwendig

Wie bereits angedeutet, gibt es Länder in der EU, die den Ablauf eines privaten Insolvenzverfahrens darauf ausrichten, dass der Schuldner möglichst schnell wieder wirtschaftsfähig wird und einen Neustart wagen kann. In Deutschland liegt der Fokus auf der Befriedigung der Gläubiger, die so viel Geld vom Schuldner wie möglich zurück erhalten sollen, um dessen offene Forderungen zu begleichen. Es kann sich also unter Umständen anbieten, eine Privatinsolvenz im EU-Ausland zu durchlaufen.

Allerdings gilt es, dafür gewisse Bedingungen zu erfüllen. Es ist nicht möglich, in Deutschland zu leben, eine Insolvenz etwa in Lettland anzumelden und die landesspezifischen Vorteile des dortigen Insolvenzverfahrens zu genießen. Das Verfahren ist in dem Land anzumelden, in welchem Sie Ihren COMI (Center of main Interests), also Ihren Lebensmittelpunkt, haben.

Das bedeutet nichts anderes als: Wenn Sie eine private Insolvenz etwa in Lettland ableisten wollen, müssen Sie in aller Regel auch nach Lettland ziehen.

Dies sollten Sie zudem nicht zu kurzfristig planen. Vor der Anmeldung einer lettischen Insolvenz sind unter anderem diese Punkte zu beachten:

Wer eine Privatinsolvenz in Lettland absolvieren will, muss meist auch nach Lettland ziehen.
Wer eine Privatinsolvenz in Lettland absolvieren will, muss meist auch nach Lettland ziehen.
  • Sie müssen wenigstens seit sechs Monaten in Lettland leben und Steuern zahlen, bevor Sie dort eine Privatinsolvenz anmelden können.
  • Ihr Lebensmittelpunkt muss in Lettland liegen.
  • Die Summe Ihrer Schulden muss 7000 Euro übersteigen.
  • Sie müssen zahlungsunfähig sein.

Eine Schuldnerberatung kann Ihnen stets Auskunft darüber geben, wie Sie Ihre Verschuldung schnell wieder loswerden. Die Berater beantworten mitunter auch Fragen zu einer möglichen Insolvenz in Lettland oder einem anderen EU-Staat.

Auf einen Termin bei einer kostenlosen, staatlich geförderten Beratungsstelle warten Sie unter Umständen recht lange, da viele Menschen mit Verschuldung dieses Angebot gern in Anspruch nehmen.

Eine weitere Option bietet die Schuldnerberatung durch einen Anwalt. Diese ist zwar meist mit Kosten verbunden, Sie bekommen aber schneller einen Termin und können gezielt nach einem Rechtsbeistand suchen, der sich mit der Privatinsolvenz im Ausland auskennt.

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So weisen Sie Ihren Lebensmittelpunkt nach

Wenn Sie eine Insolvenz in Lettland durchlaufen wollen, ist eine entscheidende Voraussetzung Ihr Lebensmittelpunkt, den Sie nach Lettland verlegen müssen. Ihnen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, wie Sie diesen am besten nachweisen können:

Lettland: Wer vom Insolvenzrecht dort profitieren will, muss seinen COMI nachweisen. Kassenbons können einen Nachweis darstellen.
Lettland: Wer vom Insolvenzrecht profitieren will, muss seinen COMI dort z. B. mit Hilfe von Kassenbons nachweisen.
  • Melden Sie sich und eine Wohnung frühzeitig in Lettland an.
  • Schließen Sie einen Handyvertrag in Lettland ab.
  • Gehen Sie in Lettland einkaufen und bewahren Sie die Quittungen auf.
  • Wenn Sie ein Auto haben, können Sie zusätzlich Parktickets behalten.
  • Im besten Fall gehen Sie während Ihrer Insolvenz in Lettland einer Arbeit nach, da Sie dann lettische Lohnnachweise erhalten.
  • Verbrauchen Sie Strom und Wasser in Ihrer Wohnung, sodass dies auf den Abrechnungen erkennbar wird.

Zusammengefasst ist der schlichte, allumfassende Rat: Leben Sie in Lettland!

Wenn Sie sich nicht nur darauf konzentrieren, schnellstmöglich Ihre Insolvenz abzuleisten, sondern tatsächlich ein Leben in Lettland aufbauen, mit Nachbarn sprechen, beispielsweise ein Zeitungsabonnement abschließen, regelmäßig einkaufen gehen, wird es Ihnen voraussichtlich nicht schwer fallen, einen lettischen Lebensmittelpunkt nachzuweisen. Hegen die ortsansässigen Behörden den Verdacht, dass Sie gar nicht in Lettland leben, können sie das Verfahren aufheben.

Das sind die Vorteile einer lettischen Insolvenz

Nach Eröffnung des Verfahrens wird das vorhandene Vermögen des Schuldners so weit wie möglich (Dinge, die zur Ausübung einer beruflichen Tätigkeit benötigt werden, sind von der Pfändung ausgeschlossen) verwertet. Danach muss der Schuldner regelmäßig ein Drittel seines Einkommens freiwillig an den Insolvenzverwalter abgeben. Das Geld wird zur Befriedigung der Gläubiger verwendet. Danach erteilt das Gericht die Rechtschuldbefreiung.

Eine Insolvenz in Lettland abzuleisten, dauert bestenfalls nur sechs Monate.
Eine Insolvenz in Lettland abzuleisten, dauert bestenfalls nur sechs Monate.

In Lettland ist das Insolvenzrecht so ausgelegt, dass der Schuldner seine Belastung schnell wieder los wird und neu starten kann. Weil der Fokus genau darauf liegt, entstehen für den Schuldner, der eine Insolvenz in Lettland durchläuft, einige Vorteile:

  • Gläubiger etwa aus Deutschland müssen ihre Forderungen in Lettland anmelden, damit diese durchgesetzt werden können. Dies muss auf Lettisch erfolgen und ist mit Kosten verbunden. Viele Gläubiger verzichten daher schlicht auf ihre offenen Forderungen.
  • Die Insolvenz in Lettland ist im besten Fall nach nur sechs Monaten beendet. Das trifft dann zu, wenn zu diesem Zeitpunkt bereits die Hälfte der Schulden bereinigt werden kann.
  • Reizen Sie die maximale Dauer eines Privatinsolvenzverfahrens in Lettland aus, läuft dieses drei Jahre. In Deutschland sind es höchstens sechs Jahre.

Eine Insolvenz in Lettland bringt also zahlreiche Vorteile mit sich. Es kann trotzdem nie schaden, sich vorher an einen Schuldnerberater zu wenden, der Ihnen alternative Möglichkeiten aufzeigt.

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