Während der Insolvenz neue Schulden: Was sollten Sie tun?

Kurz & knapp: Das Wichtigste zu neuen Schulden während der Insolvenz

  1. Es ist möglich, eine neue Insolvenz zu eröffnen, wenn neue Schulden entstehen. Dabei ist es unerheblich, ob die neuen Schulden nach der Eröffnung der Insolvenz oder nach der Restschuldbefreiung entstehen, sie werden nicht von der Restschuldbefreiung erfasst.
  2. Wenn die Restschuldbefreiung erteilt wurde, muss der Schuldner zehn Jahre warten, um eine neue Insolvenz zu beantragen und sich von den neuen Schulden zu befreien.
  3. Wird die Restschuldbefreiung gemäß § 297 Insolvenzordnung (InsO) versagt, muss der Schuldner fünf Jahre mit dem neuen Antrag warten.
  4. Erfolgt die Versagung der Restschuldbefreiung aus einem anderen Grund, kann die Eröffnung der neuen Insolvenz nach drei Jahren beantragt werden.

Insolvenz und neue Schulden

Können Sie erneut Insolvenz anmelden, wenn neue Schulden entstehen?

Das Ziel der Insolvenz ist zwar die Befriedigung der Gläubiger, jedoch profitieren Schuldner in der Regel auch von der anschließenden Restschuldbefreiung.

Dies bedeutet, dass Schuldner nach der Wohlverhaltensphase, die in der Regel maximal sechs Jahre dauert, schuldenfrei werden, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Diese Voraussetzungen sind unter anderem, dass sie die Ratenzahlungen immer regelmäßig und vollständig an die Gläubiger zurückzahlen, stets Auskunft über alle Veränderungen über ihre persönliche oder finanzielle Situation geben und sich ggf. um eine Arbeit bemühen, um die Forderungen der Gläubiger zurückzahlen zu können.

Die Eröffnung der Insolvenz wirkt sich jedoch auch nachteilig auf den Schuldner. Zunächst kommen hohe Kosten für das Gerichtsverfahren, für den Insolvenzverwalter und unter Umständen für den Anwalt auf den Schuldner zu. Diese Kosten kann sich der Schuldner sparen, wenn er zuvor eine außergerichtliche Einigung erreicht hat. Des Weiteren zieht die Insolvenz negative Konsequenzen bezüglich der Bonität mit sich. Demnach ist der Schuldner nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens weniger kreditwürdig, was einen Neuanfang schwerer macht.

Darüber hinaus muss der Schuldner nach Eröffnung der Insolvenz mit Einschränkungen in der Lebenshaltung rechnen. Des Weiteren hat er Informationspflichten gegenüber dem Insolvenzverwalter bzw. Treuhänder.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass jemand nach Eröffnung der Insolvenz neue Schulden macht. Werden neue Schulden in der Insolvenz von der Restschuldbefreiung erfasst? Ist die erneute Eröffnung einer Privatinsolvenz möglich, wenn neue Schulden entstehen? Hängt die erneute Eröffnung der Insolvenz von der Wohlverhaltensphase ab? Können neue Schulden nach versagter Restschuldbefreiung getilgt werden?

Zunächst ist es wichtig festzuhalten, dass es unerheblich ist, ob neue Schulden während der Privatinsolvenz, nach Eröffnung der Insolvenz oder nach der Restschuldbefreiung entstehen – diese können nicht von der Restschuldbefreiung erfasst werden, da sie nicht zu den Insolvenzschulden gehören. Demnach bleiben sie somit auch nach erfolgreichen Durchlaufen des Insolvenzverfahrens bestehen.

Neue Schulden nach Privatinsolvenz: erneutes Verfahren?

Wenn Sie während der Insolvenz neue Schulden machen, sollten Sie eine Schuldnerberatung konsultieren und sich beraten lassen.

Wenn im Insolvenzverfahren neue Schulden entstehen, ist es allgemein für den Schuldner ungünstig. Die Frage, ob eine neue Privatinsolvenz eröffnet und neue Schulden getilgt werden können, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wenn neue Schulden im Insolvenzverfahren oder nach der Restschuldbefreiung entstehen, hat der Schuldner durchaus die Möglichkeit, erneut Insolvenz zu eröffnen. Dabei muss er lediglich die Wartefristen gemäß § 287a Abs. 2 InsO beachten, da nach Abschluss eines Insolvenzverfahren nicht direkt ein neues Verfahren im Anschluss begonnen werden kann.

Die Fristen für die erneute Eröffnung eines Insolvenzverfahrens hängt wiederum davon ab, ob die Restschuldbefreiung nach der Wohlverhaltensphase erteilt oder versagt wurde.

Entstehen neue Schulden während der Insolvenz, kann der Schuldner innerhalb von zehn Jahren keinen Antrag auf erneute Restschuldbefreiung stellen, wenn die Restschuldbefreiung bereits nach der ersten Insolvenz erteilt ist. Der Antrag auf die Restschuldbefreiung wird in der Regel mit dem Antrag der Eröffnung der Insolvenz gestellt.

Wird die Restschuldbefreiung nach der Privatinsolvenz versagt und neue Schulden entstehen in der Wohlverhaltensphase, muss wieder zwei Fälle unterschieden werden:

  • Wird die Restschuldbefreiung gemäß § 297 InsO versagt, muss der Betroffene fünf Jahre warten, bis er eine neue Insolvenz beantragen und neue Schulden loswerden kann.
  • Wird die Restschuldbefreiung aus einem anderen Grund versagt, muss der Betroffene drei Jahre warten, um ein erneutes Insolvenzverfahren zu eröffnen und seine neue Schulden trotz durchlaufener Insolvenz zu tilgen.
Sind neue Schulden in der Privatinsolvenz strafbar? Während Insolvenzverfahren können neue Schulden entstehen, ohne dass der Schuldner sich damit strafbar macht, jedoch kann die Restschuldbefreiung aus diesem Grund versagt werden.
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