Insolvenzberatung: Aufgaben und Kosten

Kurz und Knapp: Das Wichtigste zur Insolvenzberatung

  1. Eine Schuldnerberatung hilft Schuldnern, aus ihrer finanziellen Notsituation zu kommen. Eine Insolvenzberatung dient der Einleitung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens.
  2. Eine Insolvenzberatung hat unter anderem die Aufgabe, den Schuldner vor und während des Insolvenzverfahrens zu unterstützen.
  3. In der Regel sind gemeinnützige und staatlich geförderte Stellen für Insolvenzberatung kostenlos. Eine Insolvenzberatung durch einen Anwalt dagegen kostenpflichtig.

Schulden, Insolvenz und Insolvenzberatung

Wann ist es sinnvoll, eine Insolvenzberatung in Anspruch zu nehmen?
Wann ist es sinnvoll, eine Insolvenzberatung in Anspruch zu nehmen?

Wenn eine private Person oder ein Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, sich selbst aus den Schulden zu befreien, kann ein Insolvenzverfahren eröffnet werden.

In diesem Verfahren wird das insolvente Unternehmen oder die Person als Schuldner bezeichnet.

Ziel des Insolvenzverfahren ist es, zwischen den überschuldeten oder zahlungsunfähigen Personen und deren Gläubigern einen Ausgleich zu schaffen.

Das Vermögen des Schuldners wird dabei in einem Verfahren verwertet und der Erlös gleichmäßig unter den Gläubigern verteilt.

Nach der Reform des Insolvenzrechts im Jahr 2012 will das Gesetz den überschuldeten Unternehmen eine Chance geben, die Insolvenz zu überleben.

Es gibt unterschiedliche Formen von Insolvenzverfahren:

  • Verbraucherinsolvenzverfahren kann nur von natürlichen Personen durchlaufen werden. Bei einem Verbraucherinsolvenzverfahren bekommt der Schuldner die Möglichkeit, sich von seinen restlichen Verbindlichkeiten zu befreien.
  • Regelinsolvenzverfahren: Hierzu gehören alle anderen Insolvenzverfahren. Dieses gilt nicht nur für Firmen, sondern auch für Privatpersonen, die keine Verbraucherinsolvenz betreiben können.

Nach der Reform von 2012 heißt der Antrag nicht mehr Insolvenzantrag, sondern Eröffnungsantrag. Der Eröffnungsantrag kann sowohl vom Schuldner (Eigenantrag) als auch vom Gläubiger (Fremdantrag) gestellt werden. Um ein Insolvenzverfahren beantragen zu können, muss einer der drei möglichen Gründe vorliegen:

  • Zahlungsunfähigkeit: zielt auf die Frage ab, ob genügend Geldmittel vorhanden sind.
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit.
  • Überschuldung: nimmt das gesamte Vermögen im Blick.

Liegt eine Überschuldung oder eine Zahlungsunfähigkeit vor, ist ein schnelles Handeln notwendig, damit die Schulden nicht noch mehr ansteigen. Eine Untätigkeit kann unter Umständen dazu führen, dass die eigene wirtschaftliche Existenz bedroht wird.

Um die Schulden abzubauen, ist es als erstes ratsam, eine passende Stelle für Schuldner- und Insolvenzberatung aufzusuchen. Mit ihren Erfahrungen und Kenntnissen können die Berater dem Schuldner helfen, richtige Schritte zu gehen und Schulden abzubauen.

Eine Insolvenzberatung ist dann notwendig, wenn die verschuldete Person Insolvenz anmelden möchte. Dabei wird der Schuldner zur Verbraucher- bzw. Privatinsolvenz beraten und während des Insolvenzverfahrens unterstützt.

Was ist der Unterschied zwischen einer Schuldner- und einer Insolvenzberatung?

Was ist der Unterschied zwischen einer Schuldnerberatung und einer Insolvenzberatung?
Was ist der Unterschied zwischen einer Schuldnerberatung und einer Insolvenzberatung?

Eine Schuldnerberatung hilft Schuldnern, aus ihrer finanziellen Notsituation zu kommen.

Das Ziel bei einer Schuldnerberatung ist in der Regel, eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu erreichen, welche auch außergerichtliche Schuldenregulierung genannt wird.

Bei diesem Verfahren werden betroffene Personen ihre Schulden ohne Privatinsolvenz los.

Eine Schuldnerberatung, bei der die Schuldenregulierung im Vordergrund steht, bedarf stets einer anwaltlichen Beratung.

Wo die Schuldnerberatung aufhört, setzt die Insolvenzberatung an. Sie dient der Einleitung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens. Eine Schuldnerberatung kann Schuldner aber auch in die Verbraucherinsolvenz begleiten.

Seit 1999 bieten die meisten Schuldnerberatungsstellen auch Insolvenzberatung an, seitdem gibt es auch die gesetzliche Grundlage für Privat- oder Verbraucherinsolvenz.

Um eine Verbraucherinsolvenz beantragen zu können, muss mit dem Antrag eine Bescheinigung eingereicht werden, die bestätigt, dass eine außergerichtliche Einigung versucht wurde.

Welche Aufgaben hat die Insolvenzberatung?

Bei Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit ist es empfehlenswert, eine Schuldner- oder Insolvenzberatung zu suchen. Die Mitarbeiter der Insolvenzberatung bieten Betroffenen dabei professionelle Hilfe und unterschützen sie dabei, in ein schuldenfreies Leben zurückzukehren.

Dabei ist es wichtig, dass der Schuldner bei dem Prozess mitwirkt. Die Schuldenregulierung ist darüber hinaus keine kurzfristige Angelegenheit, sondern kann viel Zeit in Anspruch nehmen.

Eine Schuldnerberatung hat folgende Aufgaben:

  • Einen Überblick über alle Schulden zu verschaffen und diese zu prüfen.
  • Einnahmen und Ausgaben des Schuldners zu prüfen.
  • Einen Haushaltsplan für den Schuldner zu erstellen.
  • Den Schuldner beim Versuch der außergerichtlichen Einigung mit den Gläubigern zu beraten und unterstützen.

Eine Insolvenzberatung hat folgende Aufgaben:

  • Die Voraussetzung zur Privatinsolvenz zu prüfen.
  • Beratung zur Privatinsolvenz.
  • Bescheinigung über den gescheiterten Einigungsversuch mit den Gläubigern ausstellen.
  • Unterstützung bei der Antragstellung zur Eröffnung des Privatinsolvenzverfahrens.
  • Unterstützung bei der Führung des Rechtsstreits.
  • Beratung während der Privatinsolvenz.

Wo können Sie Insolvenzberatung beanspruchen?

Wo können Sie Insolvenzberatung in Anspruch nehmen?
Wo können Sie Insolvenzberatung in Anspruch nehmen?

Viele Beratungsstellen bieten sowohl Schuldnerberatung als auch Insolvenzberatung an.

Wenn Sie bei einer Stelle einen Termin für die Insolvenzberatung vereinbaren, können Sie nachfragen, ob es sich bei dieser Institution um eine anerkannte Insolvenzberatungsstelle handelt.

Professionelle Hilfe können Sie an folgenden Stellen bekommen:

  • Staatliche und staatlich geförderte Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen der jeweiligen Länder und Kommunen.
  • Gemeinnützige Träger und Wohlfahrtsverbände.
  • Insolvenzberatung durch einen Anwalt für Schulden.
  • Andere kostenpflichtige Stellen für Insolvenzberatung.

Ob für eine Insolvenzberatung Kosten entstehen, hängt von der jeweiligen Insolvenzberatungsstelle ab. In der Regel sind gemeinnützige und staatlich geförderte Stellen für Insolvenzberatung kostenlos.

Es ist wichtig zu beachten, dass seriöse Anbieter von Insolvenzberatung ihre Kunden im Vorfeld darüber informieren, welche Kosten entstehen werden. Wenn Sie aufgefordert werden, für die Insolvenzberatung zu zahlen, sollten Sie sich genau erklären lassen, wofür die Kosten entstanden sind.

Eine Insolvenzberatung durch einen Anwalt ist in der Regel immer kostenpflichtig.

Es besteht die Möglichkeit, beim zuständigen Amtsgericht Beratungshilfe zu beantragen. Mit dem Beratungsschein erhalten Sie eine kostenlose Insolvenzberatung durch einen Anwalt.
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