Insolvenzforderung: Definition und Regelungen

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Insolvenzforderung

  1. Insolvenzforderungen sind alle Forderungen, die zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens bereits bestanden haben.
  2. Im Gegensatz zu einer Insolvenzforderung sind Masseverbindlichkeiten Forderungen, die bei einem Insolvenzverfahren entstanden sind, also Forderungen des Insolvenzverwalters aus seiner Tätigkeit im eröffneten Insolvenzverfahren und um die Kosten des Insolvenzverfahrens.
  3. Gegenüber einer Insolvenzforderung haben Masseverbindlichkeiten Vorrang.
  4. Um ihre Ansprüche gegen den Schuldner im Insolvenzverfahren geltend zu machen, müssen Gläubiger ihre Insolvenzforderung anmelden, und zwar schriftlich beim Insolvenzverwalter.
  5. Hat ein Gläubiger seine Forderung gegen den insolventen Schuldner angemeldet, hat der Insolvenzverwalter die Aufgabe, diese Forderung gemäß § 176 Insolvenzordnung (InsO) zum Prüfungstermin zu prüfen.
  6. Wenn die Insolvenzforderung nicht bestritten wird oder wenn ein solcher Widerspruch beseitigt wurde, gilt eine Forderung als festgestellt.
  7. Ansprüche und Forderungen, die erst nach Insolvenzeröffnung entstehen sind keine Insolvenzforderungen, sondern Neuforderungen.

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Was ist der Unterschied zwischen Insolvenzforderung und Masseverbindlichkeit?

Was ist der Unterschied zwischen Insolvenzforderung und Masseverbindlichkeit?
Was ist der Unterschied zwischen Insolvenzforderung und Masseverbindlichkeit?

Wird für einen Schuldner ein Privat- oder ein Regelinsolvenzverfahren eröffnet, hat er zwei unterschiedliche Arten von Forderungen zu begleichen: Insolvenzforderung und Masseforderung, wobei das Gesetz von Masseverbindlichkeiten spricht.

Gemäß § 38 InsO sind Insolvenzforderungen solche Ansprüche, die zum Zeitpunkt der Verfahrenseröffnung bereits bestanden haben.

Masseverbindlichkeiten sind dagegen Forderungen, die bei einem Insolvenzverfahren entstanden sind, u. a. Forderungen des Insolvenzverwalters, die ihm aufgrund seiner Arbeit nach der Insolvenzeröffnung zustehen sowie um die Gerichtskosten.

Bei den Kosten des eigentlichen Insolvenzverfahrens handelt es sich um Gerichtskosten und die Vergütung des Insolvenzverwalters.

Gegenüber einer Insolvenzforderung haben Masseverbindlichkeiten Vorrang. Demnach werden die Insolvenzgläubiger erst bezahlt, wenn die Masseverbindlichkeiten beglichen worden sind.

Um alle Gläubiger im Insolvenzverfahren gerecht zu behandeln, wird zunächst eine Quote ermittelt und die Gläubiger daraufhin quotenmäßig gleich bezahlt. Für die Ermittlung der Quote wird die Forderung des einzelnen Gläubigers zur Gesamtheit der angemeldeten Forderungen ins Verhältnis gesetzt.

Wie läuft die Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren ab?

Was sollten Sie tun, wenn Ihre Forderung vom Insolvenzverwalter bestritten wird?
Was sollten Sie tun, wenn Ihre Forderung vom Insolvenzverwalter bestritten wird?

Um ihre Forderungen im Insolvenzverfahren gegen den Schuldner geltend zu machen, müssen Gläubiger ihre Insolvenzforderung schriftlich beim Insolvenzverwalter anmelden. In der Regel wird ihnen eine Anmeldefrist gesetzt, die dann auch gilt, selbst wenn ein Gläubiger nichts von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens erfährt.

Damit die Forderung nicht vom Insolvenzverwalter bestritten werden kann, sollte der Gläubiger seine Forderungen nachweisen. Bei der Anmeldung der Forderung nach Insolvenzeröffnung muss der Gläubiger den Betrag und den Grund für seinen Anspruch angeben.

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Wird ein Insolvenzverfahren eröffnet, fordert das Gericht den Insolvenzverwalter auf, eine Forderungsaufstellung für das Insolvenzverfahren abzugeben. Diese Liste enthält alle Gläubiger sowie die Gesamtforderung. Mit diesen Informationen kann das Gericht jeden einzelnen Gläubiger auffordern , seine Insolvenzforderung anzumelden.

Gemäß § 177 InsO kann eine Insolvenzforderung auch nachträglich angemeldet werden, wenn ein Gläubiger die Frist versäumt. Das Gericht setzt für die nachträglichen Anmeldungen einen neuen Termin an, in dem die Forderungen geprüft werden, wofür eine Bearbeitungsgebühr von etwa 15 Euro erhoben wird.

Wie wird im Rahmen der Insolvenz die Forderung geprüft?

Wie läuft die Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren ab?
Wie läuft die Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren ab?

Hat ein Gläubiger seine Forderung gegen den insolventen Schuldner angemeldet, prüft der Insolvenzverwalter diese Forderung nach § 176 InsO im Prüfungstermin.

Wird eine Insolvenzforderung nicht bestritten oder wurde ein Widerspruch beseitigt, so gilt eine Forderung als festgestellt.

Durch einen Vermerk des Insolvenzgerichts wird in der Insolvenztabelle sichtbar, ob eine Forderung anerkannt und festgestellt wurde oder aus welchem Grund ihr widersprochen wurde.

Eine festgestellte Forderung wirkt gegenüber dem Insolvenzverwalter und den Gläubigern wie ein rechtskräftiges Urteil. Sie ist für alle Beteiligten bindend.

Insolvenzverwalter bestreitet Forderung: Was nun?

Eine angemeldete, aber bestrittene Forderung ist im Prüfungstermin gründlich zu diskutieren. Es gibt in der Regel zwei Möglichkeiten, warum eine Forderung bestritten wird:

  • Der Forderungsgrund wird bestritten: Die Forderung wird allgemein nicht anerkannt.
  • Die Forderungshöhe wird bestritten: Die Forderung wird zwar anerkannt, aber die Höhe nicht.

Geht der Schuldner nach Insolvenzeröffnung neue Verbindlichkeiten ein, so werden diese neuen Schulden im Insolvenzverfahren nicht berücksichtigt. Diese Ansprüche gelten nicht als Insolvenzforderung, sondern als Neuforderung.

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