Insolvenzgläubiger: Definition und Rangfolge

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Kurz & Knapp: Das Wichtigste zum Insolvenzgläubiger

  • Als Insolvenzgläubiger werden Gläubiger in der Insolvenz bezeichnet, deren Forderungen bereits vor der Eröffnung der Insolvenz entstanden sind.
  • Die Forderungen der Insolvenzgläubiger werden eher nachrangig befriedigt, das heißt, dass sie erst Geld erhalten, wenn alle anderen Gläubiger 100 % ihrer Forderungen bekommen haben.
  • Neben Insolvenzgläubigern gibt es in der Insolvenz noch aussonderungsberechtigte Gläubiger, absonderungsberechtigte Gläubiger und Massegläubiger.


Was ist ein Insolvenzgläubiger?

Wer gilt als ein Insolvenzgläubiger?
Wer gilt als Insolvenzgläubiger?

Allgemein ist ein Gläubiger jemand, der noch offene Forderungen gegenüber dem Schuldner hat. Wenn der Schuldner die Privatinsolvenz anmeldet, müssen Gläubiger ihre Forderungen beim zuständigen Insolvenzgericht anmelden. Laut Insolvenzrecht gibt es unterschiedliche Gläubiger bei der Insolvenz, wobei die Insolvenzgläubiger am zahlreichsten sind. Wer gilt als Insolvenzgläubiger?

Laut § 38 Insolvenzordnung (InsO) gelten alle persönlichen Gläubiger als Insolvenzgläubiger, die zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung bereits einen begründeten Vermögensanspruch gegen den Schuldner haben. Ein Gläubiger ist kein Insolvenzgläubiger, wenn sein Anspruch erst entstand, nachdem das Insolvenzverfahren schon eröffnet wurde. In der Regel werden alle Insolvenzgläubiger gleichrangig befriedigt. Die Höhe ihrer Zahlungen richtet sich nach dem quotenmäßigen Anteil der Insolvenzmasse.

Zwar werden in der Regel alle Insolvenzgläubiger gleichrangig behandelt, jedoch gibt es laut § 39 InsO auch nachrangige Insolvenzgläubiger. Laut Definition werden folgende Forderungen nachrangig befriedigt:

  • Zinsen und Säumniszuschläge, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind
  • Verfahrenskosten, die den Gläubigern entstanden sind
  • Geldstrafen, -bußen, die aus einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit entstanden sind
  • Schenkungsforderungen
  • Gesellschaftsdarlehen oder gleichgestellte Forderungen
Die Forderungen der nachrangigen Insolvenzgläubiger werden erst befriedigt, wenn alle anderen Insolvenzgläubiger zuvor ihre gesamte Forderungssumme erhalten haben.
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Was ist der Unterschied zwischen einem Insolvenzgläubiger und einem Massegläubiger?

Insolvenzgläubiger und  Massegläubiger: Was ist der Unterschied?
Insolvenzgläubiger und Massegläubiger: Was ist der Unterschied?

Wie bereits eingangs thematisiert, gibt es im Falle einer Insolvenz des Schuldners mehrere Arten von Gläubigern.

Neben den Insolvenzgläubigern gibt es noch folgende Gläubiger in der Insolvenz:

  • Massegläubiger: Das sind Gläubiger der Masseverbindlichkeiten. Das sind Verbindlichkeiten, die im Insolvenzverfahren entstehen.
  • Absonderungsberechtigte Gläubiger: Diese Gläubiger dürfen gemäß §§ 49 bis 52 InsO bereits aus dem Erlös eines Gegenstandes aus der Insolvenzmasse befriedigen. Das sind beispielsweise Gläubiger, die ein Pfandrecht an einer Sache des Schuldners haben.
  • Aussonderungsberechtigte Gläubiger: Diese Gläubiger haben ein dingliches oder persönliches Recht und können vom Insolvenzverwalter verlangen, dass dieser eine Sache oder ein Recht herausgibt. Diese Gläubiger müssen ihre Forderungen nicht zur Insolvenztabelle anmelden.

Befriedigung der Insolvenzgläubiger: In welcher Rangfolge werden sie befriedigt?

In der Regel werden Gläubiger anteilig befriedigt, wobei ihr Anteil sich nach der ermittelten Quote richtet. In der Insolvenz werden die verschiedenen Gläubiger laut Insolvenzrecht unterschiedlich befriedigt.

Die folgende Rangfolge zeigt, welche Gläubiger zuerst befriedigt werden:

  • Aussonderungsberechtigte Gläubiger
  • Absonderungsberechtigte Gläubiger
  • Massegläubiger
  • Insolvenzgläubiger
Die Gläubiger, die ganz oben in der Liste stehen, werden demnach als Erstes befriedigt, sie sind also nicht nachrangige Insolvenzgläubiger. Danach erhalten andere Gläubiger ihre Zahlungen, wenn in der Insolvenzmasse noch Geld vorhanden ist.
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