Insolvenzmasse: Definition und Verteilung

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Insolvenzmasse

  1. Als Insolvenzmasse wird das gesamte Vermögen des Schuldners bezeichnet, welches dieser zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens besaß und das während des Insolvenzverfahrens hinzukommt.
  2. Grundsätzlich gehört alles, was pfändbar ist, zur Insolvenzmasse. Nicht pfändbar sind beispielsweise das Einkommen innerhalb der Pfändungsgrenze oder Dinge, die zur bescheidenen Lebensführung gehören.
  3. Es können Gegenstände aus der Insolvenzmasse freigegeben werden, wenn diese mehr Kosten zu Lasten der Insolvenzmasse verursachen und keine Einnahmen erzielen.

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Was ist eine Insolvenzmasse?

Was ist eine Insolvenzmasse und was gehört zur Insolvenzmasse?
Was ist eine Insolvenzmasse und was gehört zur Insolvenzmasse?

Laut § 35 der Insolvenzordnung (InsO) wird das gesamte Vermögen des Schuldners als Insolvenzmasse bezeichnet, das dieser zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens besaß und das während des Insolvenzverfahrens hinzukommt.

Mit der Insolvenzmasse sollen die Gläubigerforderungen beglichen werden. Zuvor werden damit die Verfahrens- und Gerichtskosten sowie die Vergütung für den Insolvenzverwalter bezahlt, wobei die Höhe der Vergütung sich nach dem Wert der Insolvenzmasse berechnen lässt.

Zum Beispiel steigt seine Vergütung, wenn die Insolvenzmasse bei der Versteigerung viel Geld einbringt.

Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens verliert der Schuldner die Befugnis, über die Insolvenzmasse zu verfügen, welche vom Insolvenzverwalter nach der Verfahrenseröffnung in Besitz genommen wird. In der Regel teilt der Insolvenzverwalter dem Schuldner den Beschluss über die Verfahrenseröffnung in Gegenwart eines Gerichtsvollziehers mit.Nach § 159 der Insolvenzordnung (InsO) muss die Verwertung der Insolvenzmasse unverzüglich nach dem Berichtstermin erfolgen.

Was gehört zur Insolvenzmasse?

Grundsätzlich gehört alles, was pfändbar ist, zur Insolvenzmasse. Demnach werden bewegliche Gegenstände, Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte sowie Rückgewährungsansprüche oder fällige Schuldnerforderungen zur Insolvenzmasse gerechnet. Des Weiteren gehören Bankguthaben, Ansprüche aus Versicherungsverträgen oder wertvolle Sachen ebenfalls zur Insolvenzmasse. Darüber hinaus gehören auch die Geschäftsunterlagen des Schuldners zur Insolvenzmasse, obwohl diese nicht pfändbar sind.

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Wenn der Schuldner eine selbständige Tätigkeit ausübt oder beabsichtigt, eine selbständige Tätigkeit auszuüben, muss der Insolvenzverwalter ihm mitteilen, ob das Einkommen, welches aus der selbständigen Tätigkeit hervorgeht, zur Insolvenzmasse gehört und ob Ansprüche auf dieses Einkommen geltend gemacht werden können.

Eine vom Insolvenzverwalter erteilte Erklärung zur Freigabe aus der Insolvenzmasse ist unwiderruflich.

Was gehört nicht zur Insolvenzmasse?

Wie ist die Insolvenzmasse zu berechnen?
Wie ist die Insolvenzmasse zu berechnen?

Nicht zur Insolvenzmasse gehört demnach alles, was nicht pfändbar ist. Das sind beispielsweise das Einkommen innerhalb der Pfändungsgrenze oder Dinge, die zur bescheidenen Lebensführung gehören.

Darüber hinaus dürfen Gegenstände, die der Schuldner zur Ausübung seines Berufes benötigt, nicht zur Insolvenzmasse gezählt werden, beispielsweise ein Auto oder bei einem selbständigen Programmierer der Rechner.

Ansprüche auf Unterhaltszahlungen dürfen auch nicht zur Insolvenzmasse gerechnet werden.

Verteilung der Insolvenzmasse

Der Insolvenzverwalter hat unter anderem die Aufgabe, vom Schuldner ein Vermögensverzeichnis zu erstellen, in welchem die Vermögensgegenstände mit ihrem Wert aufgeführt sind. Die Masse im Insolvenzverfahren kann durch Insolvenzanfechtung vermehrt und durch Absonderung oder Aufrechnung vermindert werden.

Die Verteilung des Erlöses erfolgt in Form von Abschlagsverteilungen und der Schlussverteilung. Frühestens nach dem Prüfungstermin dürfen die Auszahlungen erfolgen, da vorher nicht feststeht, welche Forderungen bestritten werden.

Der Insolvenzverwalter, der für die Verteilung der Insolvenzmasse zuständig ist, muss vor jeder Verteilung die Zustimmung des Gläubigerausschusses einholen. Je nach Masse und Verfahrensdauer können Abschlagszahlungen mehrmals erfolgen. Vor der Verteilung müssen auch die Summe der Forderungen und der Ausschüttungsbetrag bekanntgegeben sein.

Die Insolvenzmasse wird quotal verteilt, das heißt, dass der erzielte Erlös ins Verhältnis zur gesamten Schuldenmasse gesetzt wird und jeder Gläubiger einen entsprechenden Anteil seiner Forderung erhält. Der Gläubigerausschuss bestimmt dabei die Höhe der Quote.

Wenn von einem Gläubiger Forderungen festgestellt wurden, hat dieser die Berechtigung, eine Insolvenzquote zu erhalten. Wird eine Forderung bestritten, muss der Insolvenzverwalter dennoch Geld zurücklegen, wenn der Gläubiger nachweist, dass er innerhalb der zweiwöchigen Ausschlussfrist Feststellungsklage erhoben hat.

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Insolvenzversteigerung und Insolvenzfreigabe

Der Insolvenzverwalter entscheidet stets über die Freigabe eines Vermögenswertes aus der Insolvenzmasse.
Der Insolvenzverwalter entscheidet stets über die Freigabe eines Vermögenswertes aus der Insolvenzmasse.

Wenn ein Schuldner seinen Zahlungspflichten nicht mehr nachkommen kann, soll seine Insolvenzmasse bei einer Versteigerung zu Geld gemacht und die Gläubiger damit bezahlt werden. Der Insolvenzverwalter hat dabei die Aufgabe, die Insolvenzmasse zum Verkauf anzubieten und die Gegenstände des Schuldners möglichst gewinnbringend zu liquidieren. Der Verkauf der Insolvenzmasse kann entweder persönlich oder online erfolgen.

Auch eine Immobilie kann nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens zum Verkauf angeboten werden. Weigert sich der Schuldner beispielsweise, das Haus zu verlassen, kann der Gerichtsvollzieher dieses zwangsweise räumen lassen.

Häufig muss eine Immobilie aus der Insolvenzmasse freigegeben werden, wenn es sich dabei um eine unverwertbare Immobilie handelt, also eine Schrottimmobilie. Ein Haus wird auch aus der Insolvenzmasse freigegeben, wenn offene Forderungen bestehen, die mit nicht anfechtbaren Rechten an der Immobilie gesichert sind. Demzufolge verursacht die Immobilie dann mehr Kosten zu Lasten der Insolvenzmasse, sodass keine Einnahmen erzielt werden können.

Der Insolvenzverwalter entscheidet stets über die Freigabe. Ein Grundstück beispielsweise kann aus der Masse der Insolvenz freigegeben werden, wenn dieses verwildert und von einer Bauruine besetzt ist.
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