Das Insolvenzverfahren wird aufgehoben: Was bedeutet das für die Beteiligten?

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zu „Insolvenzverfahren aufgehoben“

Was heißt „Insolvenzverfahren aufgehoben“?

Das bedeutet, dass das Insolvenzverfahren vorzeitig abgebrochen werden muss. Aus welchen Gründen das geschieht, können Sie hier nachlesen.

Was bedeutet die Aufhebung des Insolvenzverfahrens im Einzelnen für Gläubiger und Schuldner?

Durch die vorzeitige Aufhebung endet das Insolvenzverfahren mit Folgen für Schuldner: Gläubiger können noch offene Forderungen nun wieder unbeschränkt geltend machen.

Wann wird das Insolvenzverfahren aufgehoben?

Das Verfahren wird per Beschluss vom Insolvenzgericht aufgehoben, wenn sein Zweck erfüllt ist (Befriedigung der Gläubigerforderungen) oder wenn dem Insolvenzverwalter nach Eröffnung des Verfahrens das Geld ausgeht (Aufhebung mangels Masse oder aufgrund von Masseunzulänglichkeit).

Aufhebung: Das Insolvenzverfahren endet nach der Schlussverteilung

Aufhebung des Insolvenzverfahrens: Was bedeutet das für Gläubiger und Schuldner?
Aufhebung des Insolvenzverfahrens: Was bedeutet das für Gläubiger und Schuldner?

Das Insolvenzverfahren wird aufgehoben – was bedeutet das eigentlich? Der Insolvenzordnung (InsO) zufolge wird das Insolvenzverfahren aufgehoben, sobald …

  • „die Schlussverteilung vollzogen ist“ (§ 200 Abs. 1 InsO),
  • „die Bestätigung des Insolvenzplans rechtskräftig ist und der Insolvenzplan nicht etwas anderes vorsieht“ (§ 258 Abs. 1 InsO).

Aus § 196 InsO wissen wir wiederum, dass die Schlussverteilung nach der Verwertung der Insolvenzmasse (ausgenommen laufendes Einkommen) geschieht und der Zustimmung des Insolvenzgerichts bedarf. Die Insolvenzaufhebung ist also nicht unbedingt negativ. Sie kann das reguläre Ende des Verfahrens bedeuten. Anders verhält es sich, wenn die Insolvenz vorzeitig aufgehoben – also eingestellt – wird.

Gründe für die Einstellung des Insolvenzverfahrens

Den Aufhebungsbeschluss kann nur das Insolvenzgericht erteilen.
Den Aufhebungsbeschluss kann nur das Insolvenzgericht erteilen.

Aus folgenden Gründen kann das Insolvenzverfahren vorzeitig aufgehoben bzw. eingestellt werden:

  • Insolvenzverfahren wegen Massearmut aufgehoben: „Mangels Masse“ bedeutet, dass die Insolvenzmasse – also das Vermögen des Schuldners – nicht ausreicht, um die Verfahrenskosten zu decken (vgl. § 207 InsO).
  • Einstellung des Verfahrens aufgrund von Masseunzulänglichkeit: Dies geschieht, wenn die Insolvenzmasse zur Deckung der Verfahrenskosten ausreicht, aber die anderen vorrangigen Verbindlichkeiten (z. B. Vergütung des Insolvenzverwalters) nicht bezahlt werden können (vgl. §§ 208, 211 InsO).
  • Ende des Verfahrens wegen Wegfall des Insolvenzgrundes: Voraussetzung für die Insolvenz ist ein Eröffnungsgrund (Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit). Entfällt der Eröffnungsgrund (z. B. weil der Schuldner unerwartet wieder zahlungsfähig geworden ist), kann er einen Antrag auf Einstellung bzw. Aufhebung des Insolvenzverfahrens stellen (§ 212 InsO).
Wer entscheidet, ob das Insolvenzverfahren aufgehoben wird? Nur das Insolvenzgericht kann per Aufhebungsbeschloss das Insolvenzverfahren beenden. Beantragt der Schuldner die Einstellung des Verfahrens vorzeitig, entscheidet das Insolvenzgericht, ob er die Zustimmung der Gläubiger benötigt. Wir ein Insolvenzverfahren aufgehoben oder eingestellt, wird dies öffentlich bekanntgemacht. Insolvenzgläubiger haben dann gem. § 214 InsO eine Woche Zeit, der Einstellung zu widersprechen.
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Insolvenzverfahren aufgehoben: Bedeutung für Restschuldbefreiung und Gläubigerforderungen

Den Aufhebungsbeschluss kann nur das Insolvenzgericht erteilen.
Den Aufhebungsbeschluss kann nur das Insolvenzgericht erteilen.

Während einer Insolvenz, die mehrere Jahre dauern kann, gilt für Gläubiger ein Vollstreckungsverbot. Das bedeutet, dass einzelne Insolvenzgläubiger ihre Forderungen nicht mehr vollstrecken lassen können. Stattdessen müssen sie sich an den Insolvenzverwalter halten, der ihnen den rechtmäßigen Anteil aus der Insolvenzmasse zukommen lässt.

Wird ein Insolvenzverfahren jedoch vorzeitig aufgehoben, entfällt das Vollstreckungsverbot. So können Insolvenzgläubiger ihre Forderungen wieder unbeschränkt durchsetzen. Zu beachten ist zusätzlich, dass die Aufhebung zwar das Insolvenzverfahren beendet, die Restschuldbefreiung aber nicht automatisch beinhaltet.

Wie bereits erwähnt wir das Insolvenzverfahren aufgehoben, sobald die Schlussverteilung vollzogen wurde. Das heißt, durch die Aufhebung mündet das Insolvenzverfahren in die Wohlverhaltensphase. Die Restschuldbefreiung kann nach wie vor nur gewährt werden, wenn der Schuldner die Voraussetzungen dafür erfüllt.

Gut zu wissen: Wird das Insolvenzverfahren aufgehoben, ist das Amt des Insolvenzverwalters sowie des Gläubigerausschusses gemäß § 259 Abs. 1 InsO nicht mehr nötig. Außerdem kann der Schuldner fortan wieder frei über die Insolvenzmasse verfügen.
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