Insolvenzverwalter: Rechte & Pflichten im Insolvenzverfahren

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Kurz und knapp: Das Wichtigste zum Insolvenzverwalter

  1. Der Insolvenzverwalter wird vom zuständigen Insolvenzgericht bestellt.
  2. Zu seinen Aufgaben gehört es unter anderem, die Insolvenzmasse an die Gläubiger zu verteilen.
  3. Ein Insolvenzverwalter hat unterschiedliche Rechte und Pflichten. Verletzt er schuldhaft Letztere, ist er zu Schadensersatz verpflichtet.

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Was ist ein Insolvenzverwalter?

Die Rechte von einem Insolvenzverwalter sind nicht uneingeschränkt.
Die Rechte von einem Insolvenzverwalter sind nicht uneingeschränkt.

Der Insolvenzverwalter spielt eine äußerst wichtige Rolle bei der Insolvenz. Er übernimmt das Verwaltungs- sowie Verfügungsrecht, welches dem Schuldner im Insolvenzverfahren entzogen wird. Er ist unter anderem dafür zuständig, das Vermögen, welches zur Insolvenzmasse gehört, in Besitz zu nehmen und es an die Gläubiger zu verteilen.

Die Insolvenzmasse ist in diesem Zusammenhang das Vermögen, welches dem Schuldner zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gehört und welches er während des Verfahrens zusätzlich erlangt.

Die Bestellung von einem Insolvenzverwalter obliegt dem Richter, welcher das Insolvenzverfahren eröffnet. Sowohl der Schuldner als auch die Gläubiger können vorher Vorschläge machen. Der Gläubigerausschuss wird zudem laut § 56 a der Insolvenzordnung (InsO) direkt in die Wahl des Insolvenzverwalters einbezogen. Der Ausschuss hat die Möglichkeit, den vorgeschlagenen Insolvenzverwalter abzulehnen. In diesem Fall muss im Rahmen der ersten Gläubigerversammlung ein anderer Verwalter gewählt werden. Diese Entscheidung muss abschließend vom zuständigen Richter bestätigt werden.

Es kann jedoch auch sein, dass schon zu einem früheren Zeitpunkt, nämlich bevor das Insolvenzverfahren eröffnet wird, ein sogenannter vorläufiger Insolvenzverwalter seine Arbeit aufnimmt. Auch er wird vom Insolvenzgericht benannt. Zu seinen Aufgaben gehört es, das bestehende Vermögen eines Unternehmens zu sichern, damit die Forderungen der Gläubiger im sich anschließenden Insolvenzverfahren auch tatsächlich befriedigt werden können. Der vorläufige Insolvenzverwalter verhindert, dass ein Schuldner sein Vermögen der Insolvenzmasse entzieht.

Früher gab es bei der privaten Insolvenz einen Treuhänder. Seit einer Reform, die am 01.07.2014 in Kraft trat, übernimmt diese Aufgaben nun ein Insolvenzverwalter.

Insolvenzverwalter werden: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

Wer kann Insolvenzverwalter werden? Die grundsätzlichen Anforderungen finden sich in § 56 InsO:

Zum Insolvenzverwalter ist eine für den jeweiligen Einzelfall geeignete, insbesondere geschäftskundige und von den Gläubigern und dem Schuldner unabhängige natürliche Person zu bestellen, die aus dem Kreis aller zur Übernahme von Insolvenzverwaltungen bereiten Personen auszuwählen ist.

Der Insolvenzverwalter verwertet die Insolvenzmasse.
Der Insolvenzverwalter verwertet die Insolvenzmasse.

Nur eine natürliche Person, also ein Mensch als Rechtssubjekt, kann die Aufgaben eines Insolvenzverwalters übernehmen. Juristische Personen, hierzu gehören unter anderem eingetragene Vereine, AGs, GmbHs, und Genossenschaften, dürfen hingegen nicht als Insolvenzverwalter tätig werden.

Des Weiteren muss ein Insolvenzverwalter, um seine Pflichten erfüllen zu können, hinreichend geschäftskundig sein. Doch was bedeutet das genau? Zu beachtende Grundsätze sind nicht gesetzlich festgelegt, weshalb eine genaue pauschale Definition, wann die fachliche Qualifikation gegeben ist, nicht möglich ist. Häufig kommen Insolvenzverwalter aber aus den folgenden Bereichen:

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Des Weiteren muss ein Insolvenzberater unabhängig sein. Die Pflichten von einem Insolvenzverwalter gegenüber Gläubiger sowie Schuldner müssen gleich gewertet werden – keiner von beiden darf benachteiligt bzw. bevorteilt werden.

Bereits 2004 hat das Bundesverfassungsgericht gefordert, dass Berufsrichtlinien für Insolvenzverwalter ausgearbeitet werden müssen. Es sei nötig, ein Vorauswahlverfahren zu etablieren, damit nur geeignete Personen diesen eigenständigen Beruf ausüben können. Bislang gab es in diesem Zusammenhang jedoch noch keine neuen Entwicklungen.

Welche Vergütung erhält ein Insolvenzverwalter?

Ein Insolvenzverwalter hat gemäß § 63 Abs. 1 InsO Anspruch auf eine Vergütung für seine Geschäftsführung. Des Weiteren werden seine Auslagen in angemessener Höhe erstattet. Wie hoch die Vergütung ausfällt, bemisst sich am Wert der Insolvenzmasse zu dem Zeitpunkt, an welchem das Insolvenzverfahren beendet wird.

Häufig kommt es jedoch vor, dass die Verfahrenskosten gestundet werden – sie also erst später in Raten zurückgezahlt werden müssen. Das ist der Fall, wenn die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die für das Insolvenzverfahren entstehenden Kosten zu tragen und der Schuldner einen entsprechenden Antrag stellt. Wie wird die Vergütung in diesem Fall gehandhabt? Laut § 63 Abs. 2 InsO hat der Insolvenzverwalter dann einen Anspruch gegenüber der Staatskasse.

Insolvenzverwalter: Aufgaben bei der Privatinsolvenz

Was darf ein Insolvenzverwalter alles nicht? Diese Frage stellen sich viele Schuldner.
Was darf ein Insolvenzverwalter alles nicht? Diese Frage stellen sich viele Schuldner.

Die Aufgaben von einem Insolvenzverwalter in der Privatinsolvenz umfassen unter anderem:

  • Er nimmt das Vermögen, welches zur Insolvenzmasse gehört, in Besitz.
  • Gegenstände, die nicht dem Schuldner gehören, werden von ihm ausgesondert.
  • Er erstellt eine Übersicht über die Gegenstände, welche Teil der Insolvenzmasse sind. Des Weiteren listet er alle Gläubiger auf.
  • Gleichermaßen ergänzt er Gegenstände, die zum Vermögen des Schuldners zählen, zuvor jedoch noch nicht erfasst wurden.
  • Er verwertet und verteilt die Insolvenzmasse an die Gläubiger.
  • Im Laufe der Wohlverhaltensphase ist der Schuldner dazu verpflichtet, den pfändbaren Teil seines Einkommens an den Insolvenzverwalter abzugeben. Dieser gibt das Geld wiederum an die Gläubiger weiter.

Es kommen also eine Vielzahl von Aufgaben auf den Insolvenzverwalter zu. Doch was darf er überhaupt? Grundsätzlich ist er hinsichtlich des Insolvenzvermögens verwaltungs- und verfügungsbefugt. Das bedeutet jedoch nicht, dass er alle und der Schuldner keine Rechte hat. So darf er etwa nicht darüber bestimmen, wofür der Schuldner sein pfändungsfreies Einkommen verwendet. Des Weiteren ist es ihm nicht erlaubt, sämtliche Wertgegenstände zu verwerten. Benötigt der Schuldner etwa einen Gegenstand zur Ausübung seines Berufes, darf er diesen behalten.

Können Sie einen Insolvenzverwalter wechseln? Bei der Privatinsolvenz ist dies nur unter gewissen Umständen möglich. Kommt der Insolvenzverwalter seinen Aufgaben und Pflichten nachweislich nicht nach oder missbraucht er seine Stellung, kann das zuständige Insolvenzgericht einen Wechsel durchführen. Um dies zu erreichen, empfiehlt es sich, zunächst eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Insolvenzverwalter einzureichen.

Was macht ein Insolvenzverwalter bei der Regelinsolvenz?

Vielfältige Aufgaben bei der Regelinsolvenz: Der Insolvenzverwalter stellt einen Insolvenzplan auf.
Vielfältige Aufgaben bei der Regelinsolvenz: Der Insolvenzverwalter stellt einen Insolvenzplan auf.

In der Regelinsolvenz ist die Rolle des Insolvenzverwalters noch bedeutender als bei der privaten Insolvenz. Er muss nämlich entscheiden, ob ein Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens saniert oder liquidiert – also aufgelöst – wird.

Hierzu muss er sich einen Überblick über das Unternehmen und seine finanzielle Situation verschaffen und bewerten, ob eine Weiterführung möglich ist. Ist ausreichend Potenzial vorhanden, stellt er einen sogenannten Insolvenzplan auf. Darin legt er fest, mit welchen Maßnahmen das Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens gerettet werden kann.

Ergeben die Untersuchungen des Insolvenzverwalters jedoch, dass eine Weiterführung des Unternehmens nicht zielführend ist, liquidiert er es. Die Insolvenzmasse wird an die Gläubiger verteilt und im Anschluss wird das Unternehmen gegebenenfalls aus dem Handelsregister gelöscht.

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