Jedermann-Konto: Was sich hinter dem Konto für jeden verbirgt

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Kurz & Knapp: Das Wichtigste zum Jedermann-Konto

  1. Ein Jedermann-Konto – auch Basiskonto genannt – können bei einer Bank solche Personen eröffnen, die sich legal in der Europäischen Union aufhalten. Die entsprechende gesetzliche Regelung trat am 19.06.2016 in Kraft.
  2. Grundsätzlich sind alle Banken verpflichtet, bei Antragstellung ein Jedermann-Konto einzurichten. Einen Antrag abzulehnen, ist nur dann juristisch einwandfrei, wenn die betreffende Person bereits ein solches Konto besitzt. Ferner kann widersprochen werden, wenn der Kunde dem Kreditinstitut in der Vergangenheit durch Straftaten geschadet hat.
  3. Basiskonten haben, ausgenommen von der Möglichkeit eines Despositionskredits, die gleichen Funktionen wie herkömmliche Girokonten.

Was ist ein Konto für jedermann?

Zu einem Jedermann-Konto gehört auch eine Bankkarte, die das bargeldlose Bezahlen ermöglicht.
Zu einem Jedermann-Konto gehört auch eine Bankkarte, die das bargeldlose Bezahlen ermöglicht.

Geld abheben, Überweisungen tätigen, bargeldlos bezahlen – in der heutigen Zeit ist ein Konto aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Zahlungsabwicklungen und Zahlungseingänge sind in den meisten fällen ohne ein Bankkonto schlicht nicht mehr möglich. Aber auch der Abschluss bestimmter Verträge wie beispielsweise mit Mobilfunk- oder Stromanbietern stellt Verbraucher ohne Konto vor große Probleme. Nicht zuletzt fordern auch Arbeitgeber in aller Regel eine gültige Bankverbindung, um Ihnen das monatliche Gehalt überweisen zu können.

Aus diesem Grund wurde in Deutschland 1995 erstmalig das “Girokonto für jeden” durch den Zentralen Kreditausschuss (ZKA) – heute unter dem Namen Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) laufend – ins Leben gerufen. Zu diesem Zeitpunkt handelte es sich jedoch noch um eine freiwillige Selbstverpflichtung für Kreditinstitute.

Der erste Entwurf von einem Jedermann-Konto entsprach einem Basiskonto, das für jedermann verfügbar sein sollte. Abhebungen, Einzahlungen und Transaktionen waren im Umfang enthalten, überzogen werden durfte das Bankkonto für jedermann hingegen nicht.

Konto für jedermann: Das Zahlungskonten-Gesetz bietet die Grundlage

Nachdem das Jedermann-Konto zunächst als für Banken freiwillige Option eingeführt wurde, besteht seit dem 19. Juni 2016 für alle Kreditinstitute die Pflicht, bei Bedarf ein solches Bankkonto für Kunden einzurichten. Infolgedessen sind seit dem genannten Datum alle Personen, die sich legal innerhalb der europäischen Union aufhalten, dazu befugt, die Eröffnung eines Basiskontos zu beantragen.

Das zugehörige Gesetz, welches das Konto für jedermann legitimiert, ist das Zahlungskontengesetz (ZKG). Hier heißt es zur genannten Thematik in § 31 wie folgt:

(1) Ein Institut, das Zahlungskonten für Verbraucher anbietet (Verpflichteter), hat mit einem Berechtigten einen Basiskontovertrag zu schließen, wenn dessen Antrag die Voraussetzungen des § 33 erfüllt. Berechtigter ist jeder Verbraucher mit rechtmäßigem Aufenthalt in der Europäischen Union einschließlich Personen ohne festen Wohnsitz und Asylsuchende sowie Personen ohne Aufenthaltstitel, die aber aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden können.

(2) Der Verpflichtete hat dem Berechtigten den Abschluss des Basiskontovertrags unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zehn Geschäftstagen nach Eingang des in Absatz 1 genannten Antrags, anzubieten. Der Verpflichtete hat dem Berechtigten den Eingang des Antrags unter Beifügung einer Abschrift des Antrags zu bestätigen.

Das Jedermann-Konto steht Personen zu, die sich legal innerhalb der EU aufhalten.
Das Jedermann-Konto steht Personen zu, die sich legal innerhalb der EU aufhalten.

Für Wohnsitzlose, Asylsuchende und geduldete Ausländer gilt beim Jedermann-Konto zusätzlich, dass diese mindestens 18 jahre alt und geschäftsfähig sein müssen.

Was die Funktionen beim Bankkonto für jeden betrifft, ähneln diese zum größten Teil denen, die auch mit einem herkömmlichen Girokonto einhergehen.

Nachfolgend haben wir die wichtigsten für Sie zusammengefasst:

  • Wenn Sie ein Jedermann-Konto eröffnen, dann können Sie beispielsweise Bargeld am Automaten abheben oder dies direkt in der zuständigen Bankfiliale vornehmen.
  • Außerdem ermöglicht es Ihnen ein Girokonto für jedermann, dass Sie Überweisungen tätigen.
  • Wenn Verbraucher ein “Konto für jedermann” eröffnen, dann ist darin auch eine Bankkarte enthalten, die Ihnen das bargeldlose Bezahlen ermöglicht.

Sie wollen ein Girokonto für jedermann eröffnen? Das ist dabei zu beachten

1995 musste ein Jedermann-Konto nur die Sparkasse in jedem Fall einrichten, wenn dies vom Kunden beantragt wurde. Mittlerweile besteht diese Pflicht jedoch auch für alle anderen Kreditinstitute, die Zahlungskonten für Verbraucher im Angebot haben. Hierzu zählen auch Privat-, Volks- und Raiffeisenbanken.

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Kann das Jedermann-Konto online eröffnet werden?

Wenn Sie sich für eine Direktbank entscheiden, können Sie das Konto für jedermann in der Regel online eröffnen, wenn die dafür erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Das Verfahren, welches bei Online-Eröffnungen zum Einsatz kommt, ist das sogenannte Video-Ident-Verfahren.

2014 wurde die Kontoeröffnung per Video von zahlreichen Banken eingeführt. Folgende Grundvoraussetzungen müssen gegeben sein, um ein Jedermann-Konto mittels Video-Legitimation einrichten zu lassen:

  • funktionierende Internetverbindung
  • Computer, Tablet oder Smartphone als nutzbares Endgerät
  • funktionierende Webcam
Aber wie funktioniert die Methode genau? Im Vorfeld müssen Sie die von der Bank angefragten Unterlagen elektronisch zustellen. Anschließend können Sie einen Video-Anruf starten. Um die Identifikation erfolgreich vorzunehmen, werden Sie vom Mitarbeiter im Video-Anruf aufgefordert, die Vorder- und Rückseite Ihres gültigen Personalausweises oder Reisepasses vor die Webcam zu halten. Für die richtige Legitimation vom Jedermann-Konto kann es auch erforderlich sein, dass Sie das Ausweisdokument kippen oder bewegen. Sicherheitsmerkmale (z. B. Hologramme) können auf diesem Weg vom Mitarbeiter geprüft werden.
Ein Jedermann-Konto können Sie bei einigen Banken auch online eröffnen.
Ein Jedermann-Konto können Sie bei einigen Banken auch online eröffnen.

Zum Abschluss des Legitimationsverfahrens werden außerdem Frontalaufnahmen von Ihrem Gesicht angefertigt. Anschließend erhalten Sie per Mail oder SMS eine TAN zugesendet, die in einem dafür vorgesehenen Online-Formular eingetragen werden muss. Ist auch dieser Schritt vollzogen, gilt das Video-Ident-Vefahren als beendet und Ihr Jedermann-Konto kann eingerichtet werden.

Es gibt jedoch nach wie vor Banken – vor allem Filialbanken -, die Ihnen die Identifikation per Video-Ident-Verfahren nicht zur Verfügung stellen. In diesem Fall können Sie das Jedermann-Konto nicht online eröffnen, sondern müssen dies vor Ort in einer Filiale tun. Außerdem sind manche Ausweisdokumente grundsätzlich nicht zum Video-Ident-Verfahren zugelassen, weshalb auch in diesem Fall keine Online-Eröffnung in Frage kommt.

Mit welchen Kosten ist ein Jedermann-Konto verbunden?

Ein Jedermann-Konto muss nicht kostenlos sein, sollte aber auch nicht unangemessen viel kosten. Im Gesetz ist dies jedoch nur vage formuliert, denn hier wird darauf verwiesen, dass sich die Höhe der Kosten an den marktüblichen Entgelten sowie dem Nutzerverhalten orientieren solle.

Den gesetzlich gewährten Spielraum versuchen manche Kreditinstitute auszunutzen, um potentielle Antragsteller durch hohe Preise abzuschrecken. Es lohnt sich daher in jedem Fall, vor Eröffnung vom Jedermann-Konto einen gründlichen Vergleich anzustellen, wo dieses am günstigsten zu haben ist.

Ist die Bank berechtigt, einer Kontoeröffnung für jedermann zu widersprechen?

Unter Umständen steht es Kreditinstituten frei, die Eröffnung von einem Jedermann-Konto abzulehnen, sofern es der Einzelfall hergibt. Zu einer Ablehnung kann es zum Beispiel kommen, wenn der Antragsteller bzw. die Antragstellerin bereits ein sogenanntes “Guthabenkonto für jedermann” besitzt. Hintergrund ist, dass pro Person nur eine Eröffnung möglich ist, weil eben jedem Verbraucher nur ein Jedermann-Konto laut Gesetz zusteht.

Die Bonität von Verbrauchern spielt bei der Eröffnung vom Jedermann-Konto keine Rolle. Trotzdem kommt es vor, dass ein Konto für jedermann nicht ohne Schufa-Anfrage eingerichtet wird. Bevor die Bank Ihren Antrag bewilligt, prüft diese häufig vorab mittels der Auskunftei Schufa, ob Sie nicht doch bereits im Besitz eines Basiskontos sind. In diesem Fall wäre es der Bank dann möglich, Ihrem erneuten Antrag nicht nachzukommen.

Straftäter, die der Bank Schaden zugefügt haben, bekommen kein Jedermann-Konto.
Straftäter, die der Bank Schaden zugefügt haben, bekommen kein Jedermann-Konto.

Ferner müssen Banken auch solche Kunden nicht akzeptieren, die ihnen in der Vergangenheit durch eine Straftat Schaden zugefügt haben. Beispielsweise wäre dies gegeben, wenn die Bank das Konto eines Kunden zuvor gekündigt hatte, weil dieses nachweislich für illegale Geschäfte genutzt wurde oder eine Zahlungsverweigerung hinsichtlich der Kontoführungsgebühr vorgelegen hat. Straffällig gewordenen Verbrauchern muss laut Gesetz kein Jedermann-Konto gewährt werden.

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