Konkurs: Definition und Verfahren

Kurz & knapp: Das Wichtigste zum Konkurs

  1. Können Rechnungen oder Gehälter nicht mehr bezahlt werden, steht eine Firma nach Insolvenzrecht vor einem Konkurs. Auch Privatpersonen können bei Überschuldung Konkurs anmelden.
  2. Bei Insolvenz bekommt der Schuldner nach einem bestimmten Zeitraum die Restschuldenbefreiung, bei Konkurs bleiben die Schulden bestehen.
  3. Ein Konkursverfahren kann sowohl vom Gläubiger als auch vom Schuldner eingeleitet werden.

Konkurs: Was ist das?

Was hat Konkurs für eine Bedeutung?
Was hat Konkurs für eine Bedeutung?

Der Begriff „Konkurs“ wird im Rahmen einer Unternehmenspleite gebraucht. Können Rechnungen oder Gehälter nicht mehr bezahlt werden, steht eine Firma vor einem Konkurs. Als Konkurs wird also die Zahlungsunfähigkeit des Betriebes bezeichnet.

Beim Eintritt dieses Zustandes ist das Unternehmen verpflichtet, beim zuständigen Amtsgericht ein Konkursverfahren einzuleiten.

Auch ein externer Gläubiger kann den Konkurs anmelden. Nach der Konkursanmeldung teilen sich alle Gläubiger der Firma die Konkursmasse, auch Insolvenzmasse genannt, wobei sie der Konkursordnung zufolge zu gleichen Teilen bedient werden müssen.

Häufig wird auch von Insolvenz gesprochen, wenn ein Unternehmen pleite geht. Aber gibt es einen Unterschied zwischen Konkurs und Insolvenz? Im Grunde wurde die Bezeichnung „Konkurs“ durch „Insolvenz“ abgelöst und mit beiden Begriffen wird die Zahlungsunfähigkeit eines Betriebes bezeichnet. Bei einer Insolvenz verliert ein Unternehmen sein Vermögen, erhält jedoch nach einem bestimmten Zeitraum die Restschuldbefreiung. Bei einem Konkurs geht das Vermögen auch verloren, aber die Schulden bleiben trotzdem. Aber allgemein gilt, dass bei Konkurs oder Insolvenz die Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens vorliegt.

Konkurs einer Privatperson

Konkurs kann auch privat angemeldet werden.
Konkurs kann auch privat angemeldet werden.

Auch eine Privatperson kann beim Richter des zuständigen Gerichts Konkurs anmelden, wenn sie überschuldet ist.

Wenn eine Schuldenbereinigung ausgeschlossen ist, eröffnet der Richter ein Privatkonkursverfahren, in dem das Vermögen des Schuldners verwertet wird und die Gläubiger davon bezahlt werden.

Ein Privatkonkurs unterbricht alle Lohnpfändungen, Betreibungen und übrige Ansprüche der Gläubiger. Allgemein hat die Person nach Einleitung des Konkurses einen besseren Rechtsschutz. Ein Konkurs schafft dem Schuldner zwar mehr Zeit, die Schulden bleiben nach dem Verfahren jedoch trotzdem bestehen.

Für den Konkurs muss eine Überschuldung nachweisbar sein. Darüber hinaus muss der Schuldner belegen, dass eine Einigung mit den Gläubigern ausgeschlossen ist. Zudem muss vor dem Konkurs eine Erklärung abgelegt werden, dass der Schuldner in der Lage ist, seine Schulden auszugleichen und seine Finanzen ohne Neuverschuldung zu regeln. Außerdem muss der Schuldner die Kosten für den Konkurs vorfinanzieren.

Konkurs und Liquidation

Während ein Konkursverfahren das Ziel hat, die Forderungen der Gläubiger zu befriedigen, soll die Liquidation das Unternehmen vollbeendigen. Eine Liquidation hat dann keinen Sinn, wenn das Unternehmen noch eine sinnvolle Funktion hat.

Eine freiwillige Liquidation kann die Konsequenz einer Insolvenz sein. Ist ein Unternehmen insolvenzreif, kann daran nichts mehr geändert werden.

Wie können Sie Ihr Unternehmen in einen Konkurs überführen?

Überführen Sie Ihr Unternehmen in einen Konkurs, wenn dieses pleite ist.
Überführen Sie Ihr Unternehmen in einen Konkurs, wenn dieses pleite ist.

Ein Konkursverfahren kann auf zwei Wegen eingeleitet werden: Einmal von einem Gläubiger durch eine Schuldbetreibung und einmal vom Unternehmen selbst, wenn diese sich als pleite betrachtet.

Den Konkurs kann das Unternehmen anmelden, indem sein Verwaltungsrat eine Zwischenbilanz erstellt und diese der Revisionsstelle zur Überprüfung vorlegt. Wird daraus ersichtlich, dass die Forderungen nicht mehr gezahlt werden kann, muss der Verwaltungsrat beim zuständigen Gericht ein Konkursverfahren einleiten.

Nachdem das Gericht den Konkurs verkündet hat, hat das Unternehmen kein Recht mehr auf die Verwaltung seiner Güter, sondern diese obliegt dem Konkursverwalter.

Ein Unternehmen muss den Richter nicht von seiner Zahlungsunfähigkeit benachrichtigen, wenn die Gläubiger einwilligen, ihre Forderungen hinter die Forderungen aller anderen Gesellschaftsgläubiger zurückzustufen. Der Konkurs kann auch aufgeschoben werden, wenn der Schuldner vorschlägt, sich mit den Gläubigern zu einigen.

Wie läuft ein Betreibungsverfahren für Gläubiger ab?

Wenn ein Schuldner seine Forderung nicht bezahlt hat, kann der Gläubiger ein Betreibungsverfahren einleiten. Das tut er, indem er ein Formular für ein Betreibungsbegehren ausfüllt und beim Amt einreicht. Das Formular ist bei den Betreibungsämtern erhältlich.

Nach Erhalt des Begehrens muss das zuständige Betreibungsamt einen Zahlungsbefehl ausstellen und diesen dem Schuldner übermitteln.

Für den Schuldner gibt es drei Möglichkeiten, um auf diesen Befehl zu reagieren: Er kann innerhalb 20 Tagen zahlen, die Forderung bestreiten oder den Zahlungsbefehl ignorieren.

Wenn die Forderung nicht bestritten wird, beginnt der Konkurs. Wenn die Angelegenheit vor den Richter gebracht wird, beginnt das Konkursverfahren und läuft dann wie gewöhnlich ab.

Wird die Forderung bestritten, kann der Gläubiger beim Richter ein Rechtsöffnungsverfahren verlangen, welches wiederum auch in einen Konkurs münden kann.

Welche Folgen hat ein Konkurs?

Welche Folgen hat ein Konkurs?
Welche Folgen hat ein Konkurs?

Wenn ein Unternehmen in Konkurs gehen muss, hat das schwerwiegende Konsequenzen für die Unternehmenden, die Angestellten und auch die Gläubiger.

Nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit ist der Verwaltungsrat dazu verpflichtet, einen Konkurs zu eröffnen, da er andernfalls wegen Konkursverschleppung belangt werden könnte.

Nach der Konkurseröffnung verfügt die Geschäftsleitung nicht mehr über die Vermögenswerte des Unternehmens, da diese in die Konkursmasse fließen. Daraufhin fällt diese in die Zuständigkeit des Konkursverwalters, der sie abschätzt und verwertet. Mit der Konkursmasse sollen die Forderungen der Gläubiger befriedigt werden.

Ist der Unternehmende eine juristische Person, werden die Schulden ausschließlich dem Unternehmen zugeschrieben, ist er dagegen eine natürliche Person, also wenn es sich um eine Einzelfirma handelt, muss er während des Konkursverfahrens und sogar danach selbst für die Schulden aufkommen. Auch das private Vermögen des Unternehmenden kann in diesem Fall verpfändet werden.

Bei einem Konkurs werden die Rückzahlungen in drei Rangklassen eingeteilt:

  • Erste Klasse: Gläubiger in dieser Rangklasse haben die höchste Priorität. Hierzu gehören Forderungen von Angestellten gegenüber dem Arbeitgeber sowie familienrechtliche Unterhaltsansprüche.
  • Zweite Klasse: Forderungen von den Eltern des Schuldners, Forderungen von Versicherungen oder Steuerforderungen.
  • Dritte Klasse: Alle anderen Forderungen.

Nach dem Konkurs steht die Bekanntmachung im Internet und die Löschung des Unternehmens aus dem Handelsregister ist öffentlich sichtbar. Der Name des Geschäftsführers taucht dann im Handelsregister auf, weshalb dieser schwer Kredite aufnehmen kann.Die Arbeitnehmer des Unternehmens erhalten für maximal drei Monate vor Eintritt der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers Konkursausfallgeld, welches von der Bundesagentur für Arbeit beansprucht werden kann. Die Höhe entspricht dem Nettoarbeitsentgelt.

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