Konto überziehen: Möglichkeiten und Kosten für Kontoinhaber

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Kurz und Knapp: Das Wichtigste zum Thema “Konto überziehen”

  1. Wenn Sie Ihr Konto überziehen, wird aus juristischer Sicht zwischen eingeräumter Überziehungsmöglichkeit und geduldeter Überziehung unterschieden.
  2. Wenn Sie ohne genehmigten Dispositionskredit Ihr Konto überziehen, dann liegt aus rechtlicher Sicht eine ungenehmigte Überziehung vor, die zu Lastschriftrückläufern und zusätzlichen Kosten führen kann.
  3. Bei den Zinsen, die bei Kontoüberziehung zu zahlen sind, wird zwischen Sollzins und Überziehungszins unterschieden. Ersterer bezieht sich auf die eingeräumte Überziehung, während Letzterer bei der geduldeten Überziehung von Bedeutung ist.

Was ist mit Kontoüberziehung überhaupt gemeint?

Wenn Sie Ihr Konto überziehen, dann wird aus rechtlicher Sicht zwischen zwei verschiedenen Fällen unterschieden.
Wenn Sie Ihr Konto überziehen, dann wird aus rechtlicher Sicht zwischen zwei verschiedenen Fällen unterschieden.

Wenn das Geld am Ende des Monats immer knapper wird, aber laufende Kosten zu zahlen sind, dann fragen sich Verbraucher häufig, wie sie mit dieser finanziellen Notlage umgehen sollen. Häufig entscheiden sich Bankkunden in diesem Fall für die sogenannte Kontoüberziehung, um die Lücke bis zum nächsten Gehaltseingang schließen zu können. Aber was verbirgt sich hinter dem genannten Verfahren konkret? Bevor wir Ihnen im folgenden Ratgeber die Einzelheiten näher bringen, soll zunächst eine Definition geleistet werden, um Unklarheiten zu vermeiden.

Wenn Sie Ihr Konto überziehen, dann wird aus rechtlicher Sicht zwischen zwei verschiedenen Fällen unterschieden:

  1. eingeräumte Überziehungsmöglichkeit (§ 504 BGB)
  2. geduldete Überziehung eines Dispositionskredits (§ 505 BGB)

Mit “eingeräumter Überziehungsmöglichkeit” ist ein Überziehungskredit gemeint, den Bankkunden mit ihrer Bank in bestimmter Höhe vereinbaren können. Vorausgesetzt Ihre Bonität wird als dafür ausreichend erachtet, steht Ihnen der Überziehungskredit als Teil Ihres Girokontos jederzeit zur Verfügung. Solange Sie Ihr Konto nicht überziehen, fallen auch keine Kosten an. Erst wenn Sie die eingeräumte Kreditsumme vollständig oder in Teilen beanspruchen, müssen Zinsen an das jeweilige Kreditinstitut gezahlt werden.

Führt Ihre Bank laufende Zahlungen weiterhin aus, weil Ihr Kontostand dafür trotz eingeräumter Überziehungsmöglichkeit nicht ausreicht, dann wird in diesem Fall von “geduldeter Kontoüberziehung” gesprochen. Eine geduldete Überziehung bedeutet jedoch nicht, dass betreffende Kontoinhaber Anspruch auf Auszahlung oder Duldung weiterer Überziehungen haben.

Girokonto überziehen: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Girokonto überziehen: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Girokonto überziehen: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Zur Durchführung von bargeldlosem Zahlungsverkehr, zum Abheben und Einzahlen sowie für die Tätigung von Überweisungen sind Girokonten gedacht. Wer im Besitz des beschriebenen Kontos ist und sowohl ein regelmäßiges Einkommen als auch eine positive Bonität bei der Schufa nachweisen kann, dem steht der Dispositionskredit zur Verfügung. Aber was fällt unter regelmäßige Geldeingänge, die als Voraussetzung gegeben sein müssen, damit Sie Ihr Konto mittels Dispositionskredit überziehen dürfen? Folgende Liste zeigt einige Beispiele:

  • Gehalt
  • Lohn
  • BAföG
  • Rente
  • Pension
  • Unterhaltszahlungen
Wenn die Bank sich bereit erklärt, Ihnen einen Dispo zu gewähren, dann gilt die Überziehungsmöglichkeit in der Regel ungebunden und dauerhaft. Daher wird in dem beschriebenen Kontext von einem Darlehen in laufender Rechnung gesprochen – auch Kontokorrentkredit genannt.

Dispositionskredit einrichten: Welche Schritte sind notwendig?

Finanzielle Engpässe sind oftmals Grund, das Konto zu überziehen.
Finanzielle Engpässe sind oftmals Grund, das Konto zu überziehen.

Wegen eines finanziellen Engpasses möchten Sie die Möglichkeit in Anspruch nehmen, Ihr Konto zu überziehen? Wenn Sie bislang Ihr Konto noch nicht überzogen haben und dementsprechend erst ein Dispositionskredit eingerichtet werden muss, dann sind hierfür einige Schritte notwendig. Ein nachträgliches Einrichten ist entweder in der Filiale vor Ort oder mittels Online-Banking möglich. Für die Beantragung über das Internet gehen Sie wie folgt vor:

  1. In Ihrem persönlichen Online-Banking-Account ist ein Formular hinterlegt. Hier kann das Ihren Bedürfnissen entsprechende Kreditlimit eingetragen werden. Zur Bestätigung des Antrags nutzen Sie eine Transaktionsnummer (TAN), die Sie Ihren Online-Banking-Unterlagen entnehmen.
  2. Im zweiten Schritt kommt es zur Kreditprüfung durch die Bank. Untersucht wird dabei Ihre Kreditwürdigkeit. Gemeint ist, dass Ihr Einkommen geprüft wird und es zu einer Schufa-Abfrage kommt, um eventuell vorliegende Schulden einzusehen. Aus der Höhe der eingehenden Einkünfte, den Ausgaben sowie den Schufaeintragungen analysiert die Bank, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie den beanspruchten Dispositionskredit zuverlässig zurückzahlen.
  3. Ist Ihre Bonität aus Sicht der Bank ausreichend, dann dauert es in der Regel einige Bankarbeitstage bis zur Freigabe. Ohne weitere Absprachen mit Ihrer Bank können Sie ab dem Zeitpunkt der Freigabe Ihr Konto überziehen, bis das eingeräumte Limit erreicht ist.
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Konto überziehen: Welche Zinsen gezahlt werden müssen

Wenn Verbraucher ihr Konto überziehen, dürfen Banken Zinsen berechnen. Im Falle des Dispositionskredites sind diese im Vergleich zu anderen Krediten deutlich höher. Sie fragen sich, welche Zinsen überhaupt beglichen werden müssen, wenn es zur Überziehung vom Konto kommt? Grundsätzlich sind hierbei zwei verschiedene Arten von Zinsen zu unterscheiden, die im Rahmen eines Dispositionskredites auf Kontoinhaber zukommen:

  1. Sollzins: Der Zinssatz, den Ihre Bank von Ihnen für die eingeräumte Überziehungsmöglichkeit (=Dispositionskredit) verlangt, wird als Sollzins bezeichnet. Umgangssprachlich wird häufig der Begriff “Dispozins” verwendet.
  2. Überziehungszins: Hierbei handelt es sich um den Zinssatz, der für die geduldete Überziehung gegenüber Ihrer Bank zu leisten ist. Also dafür, dass Sie ihr Konto weiterhin überziehen können, obwohl die festgelegte Dispogrenze bereits überschritten ist. Bei den meisten Banken beträgt der Überziehungszins in etwa fünf Prozentpunkte mehr als der Sollzins.
Die durchschnittlichen Zinsen bei einer Kontoüberziehung lagen in Deutschland 2017 bei 9,78 Prozent.
Die durchschnittlichen Zinsen bei einer Kontoüberziehung lagen in Deutschland 2017 bei 9,78 Prozent.

Laut Stiftung Warentest lag 2017 der bundesweite durchschnittliche Dispozins in Deutschland bei 9,78 Prozent. Auffällig waren laut der Verbraucherorganisation die Schwankungen. Während einige Direktbanken bei unterhalb von 7 Prozent lagen, betrug der höchste Zins 13,75 Prozent. Beachten Sie daher unbedingt, dass wenn Sie Ihr Konto überziehen, die Kosten für zu zahlende Zinsen erheblich variieren können.

Welche Kosten bei Ihrer Bank tatsächlich im Detail anfallen, weil Zinsen für das Konto-Überziehen beglichen werden müssen, erfahren Sie am besten vor Ort in der Filiale. Wenn es sich um eine reine Online-Bank bzw. Direktbank handelt, dann können Sie sich im Gespräch mit einem Mitarbeiter der Servicehotline für Kunden über die aktuellen Zinskonditionen informieren lassen. Bei einer Änderung des Zinssatzes sind Banken zur Mitteilung verpflichtet.

Konto überziehen ohne Dispo – Geht das?

Kann ich mein Konto auch überziehen, ohne einen Dispositionskredit vereinbart zu haben oder wenn dieser von der Bank nicht genehmigt wird? Ja, aber davon ist dringend abzuraten. Bei dem sogenannten “ungenehmigten Überziehungskredit” handelt es sich um den teuersten aller Kredite. Mitunter fordern Banken bis zu 20 Prozent Sollzinsen pro Jahr, wenn Kunden ohne ausdrückliche Genehmigung ihr Konto überziehen.

Außerdem laufen Sie Gefahr, dass es zu sogenannten Lastschriftrückläufern kommt, wenn ein Lastschriftvorgang nicht ausgeführt werden kann. Diese sind mit zusätzlichen Gebühren verbunden und können der Schufa gemeldet werden. Daher sollte es grundsätzlich vermieden werden, das eigene Konto ohne genehmigten Dispo zu überziehen.
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