Kontopfändung: Ablauf in 4 Schritten

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 21. November 2020

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Kurz & knapp: Ablauf einer Kontopfändung

Wie läuft eine Kontopfändung ab?

Damit eine Zwangsvollstreckung in Form einer Kontopfändung durchgeführt werden kann, muss zunächst ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss vom Gericht vorliegen, anschließend werden Kontoinhaber und Bank informiert, woraufhin das Kreditinstitut das Konto sperrt.

Wann kommt es zur Kontopfändung?

Eine Kontopfändung kann vollzogen werden, wenn ein Schuldner offene Rechnungen nicht begleicht und der Gläubiger deshalb eine Zwangsvollstreckung zur Befriedigung seiner Forderungen durchsetzt.

Wann endet die Kontopfändung?

Der Pfändungsbeschluss kann nicht aufgehoben werden. Die Kontopfändung dauert so lange, bis die Schulden beglichen worden sind.

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Wann kommt es zu einer Kontopfändung?

Wie gestaltet sich bei einer Kontopfändung der Ablauf?
Wie gestaltet sich bei einer Kontopfändung der Ablauf?

Begleicht ein Schuldner seine offenen Rechnungen nicht und reagiert auch nicht auf wiederholte Zahlungserinnerungen und außergerichtliche Mahnungen, kann der Gläubiger in einem gerichtlichen Mahnverfahren einen Mahnbescheid erwirken. Der Schuldner hat die Möglichkeit, gegen diesen Einspruch einzulegen. Tut er dies nicht und zahlt auch weiterhin nicht die offenen Beträge inklusive Mahngebühren, ist der Gläubiger in der Lage, einen Vollstreckungstitel zu erwirken.

Ein Vollstreckungstitel wird beim Amtsgericht beantragt oder eingeklagt. Behörden müssen sich für einen Vollstreckungstitel nicht an ein Vollstreckungsgericht wenden, weil auf Grundlage des Bescheids vollstreckt werden kann. Bei einem vollstreckbaren Titel handelt es sich zum Beispiel um einen Urteil, einen Vergleich, einen Beschluss oder um einen Vollstreckungsbescheid. Mit diesem können Gläubiger eine Zwangsvollstreckung, zum Beispiel in Form einer Kontopfändung beim Amtsgericht beantragen.

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Wie gestaltet sich bei einer Kontopfändung der Ablauf?

Wie eine Kontopfändung in die Wege geleitet werden kann und welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, haben wir bereits geklärt. Doch wie gestaltet sich nun bei einer Kontopfändung der Ablauf?

  • 1. Pfändungs- und Überweisungsbeschluss: Der Gläubiger beantragt die Zwangsvollstreckung auf Grundlage des vorhandenen Vollstreckungstitels. Das zuständige Amtsgericht erlässt in der Folge auf Antrag den Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜB).
  • 2. Zustellung des PfÜB an die Bank und den Schuldner: Der Schuldner und dessen Kreditinstitut werden über über die bevorstehende Kontopfändung informiert.
  • 3. Kontosperrung: Die zuständige Bank sperrt in der Folge das Konto des Schuldners. Der Kontoinhaber hat folglich keinen Zugriff mehr und kann weder Geld abheben noch Überweisungen tätigen.
  • 4. Kontopfändung: Das Guthaben wird an den Gläubiger überwiesen, welcher die Pfändung durchgesetzt hat.

Der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss tritt innerhalb vier Wochen nach Zustellung in Kraft, erst dann beginnt die Pfändung. Während dieser Zeit kann der Schuldner nicht auf sein Konto zugreifen.

Wird das gesamte Guthaben des Schuldners gepfändet? § 833a der Zivilprozessordnung (ZPO) regelt den Pfändungsumfang bei Kontoguthaben:

Die Pfändung des Guthabens eines Kontos bei einem Kreditinstitut umfasst das am Tag der Zustellung des Pfändungsbeschlusses bei dem Kreditinstitut bestehende Guthaben sowie die Tagesguthaben der auf die Pfändung folgenden Tage.

Achtung: Da Behörden und Ämter keinen Vollstreckungstitel brauchen, gestaltet sich die Vorbereitung der Kontopfändung vom Finanzamt beispielsweise der Ablauf etwas anders bzw. kann hier alles etwas schneller in die Wege geleitet werden. Die Kontopfändung an sich läuft aber in der Regel genauso ab.

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Wann endet die Kontopfändung?

Mit welchem Schritt endet der Ablauf einer Kontopfändung?
Mit welchem Schritt endet der Ablauf einer Kontopfändung?

Wie lange bleibt das Konto gesperrt bzw. wann hat der Schuldner wieder Zugriff auf sein Konto? Ist nicht genug Guthaben vorhanden, um die offenen Forderungen des Gläubigers mit einer Kontopfändung zu befriedigen, wird diese über einen längeren Zeitraum fortgeführt. Die Kontopfändung dauert so lange, bis die Schulden vollständig getilgt wurden. Die Dauer der Kontopfändung ist also davon abhängig, wie viel Geld monatlich auf das Konto eingeht.

Ein Pfändungsbeschluss kann grundsätzlich nicht aufgehoben werden. Eine Möglichkeit gibt es aber doch, wie Schuldner früher wieder an ihr Konto kommen. Es ist möglich, dass die Kontopfändung entgegen dem Ablauf ausgesetzt wird. Dafür muss sich der Schuldner allerdings mit dem Gläubiger in Verbindung setzen und sich mit diesem auf eine andere Art der Schuldenbereinigung einigen (außergerichtliche Schuldenregulierung).

Hierbei bietet sich zum Beispiel eine Ratenzahlung an, bei welcher die Schulden in monatlichen Raten über einen längeren Zeitraum vollständig abbezahlt werden. Ob der Gläubiger sich darauf einlässt, ist nicht nur von der Höhe der Schulden abhängig, sondern auch davon, wie wahrscheinlich es ist, dass der Schuldner die monatlichen Zahlungen stemmen kann (finanzielle Lage des Schuldners) und wie dringend der Gläubiger auf das Geld angewiesen ist (wirtschaftliche Situation des Gläubigers).

Der Gläubiger hat in diesem Fall die Möglichkeit, die Kontopfändung ruhend zu stellen. Dies kommt jedoch nicht einer Aufhebung der Kontopfändung gleich. Ist der Schuldner nämlich nicht in der Lage, die vereinbarten monatlichen Raten zu zahlen, kann der Gläubiger die erneute Pfändung des Kontos veranlassen. Aufgehoben wird eine Kontopfändung nur, wenn die Forderungen über ein zweites Konto nachweislich befriedigt werden konnten.

Wie können Schuldner auf den Ablauf einer Kontopfändung einwirken?

Auf einem normalen Konto werden Geldeingänge uneingeschränkt und unabhängig von ihrer Art gepfändet. Wollen Sie verhindern, dass durch eine Kontopfändung Ihr gesamtes Guthaben gepfändet wird, sollten Sie bei bevorstehender Kontopfändung auf den Ablauf rechtzeitig einwirken und Ihr Konto in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln lassen. Auf diesem ist ein Grundfreibetrag vor der Pfändung geschützt. Der Pfändungsfreibetrag orientiert sich an der Pfändungsfreigrenze.

Gewisse Bezüge unterliegen grundsätzlich dem Pfändungsschutz und können somit nicht gepfändet werden. Dadurch erhöht sich der Freibetrag. Zu den unpfändbaren Beträgen gehören unter anderem:

  • Unterhalt
  • Pflegegeld
  • Kindergeld

Der Schuldner hat außerdem gemäß § 850l ZPO die Möglichkeit, das Guthaben auf dem P-Konto vor der Pfändung gänzlich zu schützen, wenn er dies beim Gericht beantragt und die Voraussetzungen dafür erfüllt sind:

Auf Antrag des Schuldners kann das Vollstreckungsgericht anordnen, dass das Guthaben auf dem Pfändungsschutzkonto für die Dauer von bis zu zwölf Monaten der Pfändung nicht unterworfen ist, wenn der Schuldner nachweist, dass dem Konto in den letzten sechs Monaten vor Antragstellung ganz überwiegend nur unpfändbare Beträge gutgeschrieben worden sind, und er glaubhaft macht, dass auch innerhalb der nächsten zwölf Monate nur ganz überwiegend nicht pfändbare Beträge zu erwarten sind.

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