Liquidität verstehen und ermitteln: So geht‘s

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 22. November 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Liquidität

  1. Liquidität ist ein Begriff aus der Wirtschaftslehre. Er bezeichnet die Fähigkeit z. B. eines Unternehmens, alle offenen Zahlungsforderungen erfüllen zu können. Einfach ausgedrückt bedeutet er Zahlungsfähigkeit.
  2. Hat ein Unternehmen nicht mehr genug Zahlungsmittel (z. B. Geld) zur Verfügung, verschlechtert sich seine Liquidität. Im schlimmsten Fall wird es zahlungsunfähig (Illiquidität).
  3. Der Begriff wird noch weiter differenziert in Liquidität 1., 2. und 3. Grades. Diese Kennzahlen helfen, die Liquidität in ein aussagekräftiges Verhältnis zu bringen.

Liquidität: Erklärung & Bedeutung der Kennzahlen

Liquidität heißt zum Beispiel, dass ein Unternehmen genug Zahlungsmittel hat, um alle Rechnungen fristgerecht zu begleichen.
Liquidität heißt zum Beispiel, dass ein Unternehmen genug Zahlungsmittel hat, um alle Rechnungen fristgerecht zu begleichen.

Liquidität bedeutet einfach ausgedrückt, dass ein Unternehmen zahlungsfähig ist und auch fristgerecht alle Verbindlichkeiten begleichen kann. Regelmäßig wird die Liquidität eines Unternehmens ermittelt und analysiert, z. B. in einer Jahresabschlussanalyse. Das Resultat entscheidet oft darüber, ob und zu welchen Bedingungen Darlehen oder Kredite gewährt werden.

Allerdings ist ein Unternehmen nicht nur liquide, wenn es Geld hat. Es werden nicht nur Barmittel, sondern auch Waren und Güter, die in Geld umgewandelt werden können, berücksichtigt. Deshalb gibt es die sogenannten Liquiditätskennzahlen oder auch Liquiditätsgrade. Sie helfen, die zur Verfügung stehenden Mittel zu differenzieren und die Liquidität insgesamt in ein aussagekräftiges Verhältnis zu bringen:

  • Liquidität 1. Grades: Barliquidität (Cash Ratio); sie bringt alle flüssigen Mittel und kurzfristigen Verbindlichkeit in ein Verhältnis zueinander.
  • Liquidität 2. Grades: Einzugsliquidität (Quick Ratio); hier werden nicht nur die flüssigen Mittel und kurzfristigen Verbindlichkeiten, sondern auch die offenen Forderungen berücksichtigt.
  • Liquidität 3. Grades: Warenliquidität (Current Ratio); zusätzlich können nun vorhandene Vorräte (Güter/Waren) mit den flüssigen Mitteln, Verbindlichkeiten und Forderungen in ein Verhältnis gebracht werden.
Liquidität ist nicht mit Bonität zu verwechseln. Ersteres bedeutet Zahlungsfähigkeit, Letzteres spiegelt die Zahlungsmoral – also nicht nur die Fähigkeit, sondern auch die Bereitschaft, Forderungen zu begleichen – wider. Während Liquidität ausdrückt, wie „gut“ es einem Wirtschaftssubjekt geht, soll Bonität (durch eine Bonitätsprüfung) einschätzen, wie wahrscheinlich ein Zahlungsausfall ist.

Liquidität 1. Grades

Zunächst werden die flüssigen Mittel bzw. das Barvermögen betrachtet. Wie viel Bankguthaben hat das Unternehmen? Wie bei einem einfachen Haushaltsplan wird aber auch kalkuliert, welche Rechnungen davon regelmäßig oder kurzfristig bezahlt werden müssen (z. B Lieferantenschulden).

Idealerweise beträgt die Liquidität 1. Grades zwischen 5 und 10 Prozent. Grundsätzlich ist es eher ratsam, langfristige statt kurzfristige Verbindlichkeiten einzugehen.

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Mit dieser Formel können Sie die Liquidität ersten Grades ermitteln:
L I = (Flüssige Mittel / Kurzfristige Verbindlichkeiten) x 100

Liquidität 2. Grades

Bei der Liquidität zweiten Grades geht es um kurzfristige Verbindlichkeiten im Verhältnis zu vorhandenen Mitteln.
Bei der Liquidität zweiten Grades geht es um kurzfristige Verbindlichkeiten im Verhältnis zu vorhandenen Mitteln.

Der Liquiditätsgrad 2 unterscheidet sich insofern vom 1. Grad, als dass er nicht nur offene Rechnungen, sondern auch Einzugsmöglichkeiten (Forderungen) berücksichtigt. Damit ist er eigentlich eine Ergänzung der Liquidität 1. Grades und gibt das Verhältnis von flüssigen Mitteln genauer wieder.

An dieser Stelle ist es wichtig, Forderungen und Verbindlichkeiten nicht miteinander zu verwechseln. Mit Verbindlichkeiten sind sozusagen alle Zahlungsverpflichtungen gemeint, die das Unternehmen leisten muss. Forderungen hingegen sind alle Zahlungsverpflichtungen, die Dritte dem Unternehmen schuldig sind. Besonders bei Letzterem sind der Zeitpunkt der Fälligkeit sowie die Bonität des Schuldners ausschlaggebend.

Die Liquidität 2. Grades sollte zwischen 100 und 120 Prozent betragen. Ein geringerer Wert ist ein Warnsignal dafür, dass nicht richtig kalkuliert wurde. In so einem Fall sind Unternehmen dazu angehalten, einzulenken und ggf. andere Güter und Vorräte flüssig zu machen.

Berechnen Sie die 2. Liquidität mit dieser Formel:
L II = [(Flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten] x 100

Liquidität 3. Grades

Liquidität ist laut Definition die Fähigkeit, finanzielle Verbindlichkeiten bzw. Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Liquidität ist laut Definition die Fähigkeit, finanzielle Verbindlichkeiten bzw. Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

Nun wird es noch genauer, denn bei der Liquidität 3. Grades kommen auch Produkte oder Waren ins Spiel, die flüssig gemacht werden können.

Dabei spielt es eine Rolle, wie schnell es einem Unternehmen möglich ist, vorhandene Vorräte in Geld umzuwandeln.

Optimal wäre diese Liquidität mit einem Wert zwischen 120 und 150 Prozent. Überschreitet das Ergebnis die 150 Prozent kann es sein, dass zu viele Waren eingelagert wurden. Sie binden Kapital, das nicht genutzt werden kann.

Ein Wert unter 120 Prozent ist problematisch für die Festsetzung der Preise.

So können Sie die Liquidität 3. Grades berechnen:
L III = [(Flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen + vorhandene Güter) / kurzfristige Verbindlichkeiten] x 100
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Wie können Sie Liquidität steuern?

Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten und relevante Maßnahmen ergreifen zu können, müssen Unternehmen wissen, wie die Liquidität bzw. die Resultate der einzelnen Liquiditätsgrade zu verstehen sind. Dafür lohnt es sich, die Ergebnisse mit denen der Vorjahre zu vergleichen. Schwanken die Zahlen, ist das ein Zeichen für eine fehlende oder schlechte Steuerung der Liquidität.

Eine gute Liquiditätssteuerung (auch: Liquiditätsmanagement) gewährleistet, dass das Unternehmen jederzeit und fristgerecht zahlungsfähig ist. Dadurch können Unternehmen rechtzeitig auf Risiken reagieren und Chancen nutzen. Dazu gehört in erster Linie die Ermittlung der kurz-, mittel- und langfristigen Liquidität:

Wenn Sie die Liquidität richtig beurteilen, können Sie Chancen besser nutzen.
Wenn Sie die Liquidität richtig beurteilen, können Sie Chancen besser nutzen.
  • Kurzfristig: Ermitteln Sie den Status der aktuellen Liquidität.
  • Mittelfristig: Vergleichen Sie den Liquiditätsstatus mit den Ergebnissen der Vorjahre und stellen Sie eine mittelfristige „Vorschau“ des voraussichtlichen Kapitalbedarfs in der Zukunft.
  • Langfristig: In begrenztem Maße lässt sich die Liquidität planen, indem z. B. laufende und geplante Investitionen berücksichtigt werden.

Die Wege, Liquidität zu ermitteln und zu steuern, sind nicht ohne Hindernisse und stehen auch oft in der Kritik. Ein Mangel an Transparenz kann beispielsweise die Liquiditätsplanung negativ beeinflussen. Die Steuerung der Liquidität ist daher ebenso ein wichtiger Bestandteil guter Unternehmensplanung.

Im Übrigen ist auch eine übermäßige Liquidität nicht unbedingt vorteilhaft. Das würde bedeuten, dass Zahlungsmittel ungenutzt „gelagert“ werden. In so einem Fall wäre es sinnvoll, das überschüssige und gerade nicht benötigte Geld vorübergehend anzulegen.
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