Lohnpfändung: Wenn das Gehalt gepfändet wird

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Lohnpfändung

  1. Besitzt der Gläubiger einen vollstreckbaren Titel, kann er die Lohnpfändung veranlassen.
  2. Wer darf den Lohn pfänden? Mit der Lohnpfändung muss der Gerichtsvollzieher mittels des Titels beauftragt werden.
  3. Der Arbeitgeber überweist einen Teil des Lohns des Arbeitnehmers an den Gläubiger, bis die Forderungen beglichen sind.
  4. Für die Berechnung der Lohnpfändung ist der Arbeitgeber zuständig. Die Höhe lässt sich anhand der Lohnpfändungstabelle ermitteln.
  5. Die laufende Lohnpfändung kann durch die Einigung von Schuldner und Gläubiger oder die Anmeldung der Privatinsolvenz gestoppt werden.

Was ist eine Lohnpfändung?

Was bedeutet eine Lohnpfändung konkret?
Was bedeutet eine Lohnpfändung konkret?

Um seine bestehenden Ansprüche gegenüber dem Schuldner durchzusetzen, hat der Gläubiger die Möglichkeit, dessen Arbeitseinkommen zu pfänden. Dieser Vorgang wird als Lohn- oder Gehaltspfändung bezeichnet.

Da das Gehalt in der Regel dazu dient, die Existenz des Arbeitnehmers und gegebenenfalls seiner Familie zu bestreiten, darf nicht der volle Lohn gepfändet werden, sondern nur ein bestimmter Anteil. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Schuldner seinen Lebensunterhalt weiterhin selbst bestreiten kann und dafür nicht etwa Sozialleistungen in Anspruch nehmen muss.

Bei der Lohnpfändung tritt der Gerichtsvollzieher an den Arbeitgeber heran. Dieser zahlt dem Gläubiger anschließend einen bestimmten Teil des Nettolohns des verschuldeten Arbeitnehmers, bis die ausstehende Forderung beglichen ist.

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Lohnpfändung: Ablauf der Gehaltspfändung

  • Die Lohnpfändung, die in §§ 850 ff. der Zivilprozessordnung (ZPO) geregelt ist, darf allerdings nur erfolgen, wenn der Gläubiger über einen vollstreckbaren Titel (z. B. einen Vollstreckungsbescheid oder ein -urteil) verfügt.
  • Der Titel muss dem Schuldner zugestellt werden. Der Schuldner ist dadurch vorgewarnt, sodass die Lohnpfändung nicht gänzlich ohne vorherige Ankündigung kommen kann.
  • Beim Vollstreckungsgericht ist durch den Gläubiger die Lohnpfändung zu beantragen.
  • Das Gericht stellt einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss (PfÜb) aus.
  • Der Gerichtsvollzieher händigt für die Lohnpfändung den PfÜb dem Drittschuldner, also Ihrem Arbeitgeber, aus.
  • Bei der Lohnpfändung ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, den pfändbaren Betrag vom Lohn des Arbeitnehmers an den Gläubiger zu überweisen. Er ist es auch, der bei der Lohnpfändung für die Berechnung des pfändbaren Lohns zuständig ist.

Wie können Sie die Höhe der Lohnpfändung ermitteln?

Der Chef sollte die Lohnpfändung dem Arbeitnehmer mitteilen.
Der Chef sollte die Lohnpfändung dem Arbeitnehmer mitteilen.

Der Betrag, den der Arbeitgeber im Rahmen der Lohnpfändung an den Gläubiger zu überweisen hat, ist zum einen vom Gehalt des Arbeitnehmers abhängig und zum anderen hat auch der Umstand Einfluss auf die Höhe der Lohnpfändung, wie viele unterhaltsberechtigte Personen der Schuldner durch das Einkommen mitzuversorgen hat.

Die Berechnung des pfändbaren Lohns ist Sache des Arbeitgebers. Um keine Fehler zu machen und die Höhe der Lohnpfändung korrekt festzusetzen, muss er in Erfahrung bringen, wie vielen Personen sein Mitarbeiter Unterhalt zu leisten hat.

Ab dem 1. Juli 2017 darf ein Schuldner bis zu 1.139,99 Euro verdienen, ohne dass Anteile seines Nettogehalts einbehalten werden dürfen. Die Höhe der Lohnpfändung hängt vom Unterhalt ab, den der Arbeitnehmer zu leisten hat. Die Freigrenze steigt, je mehr Personen ihm gegenüber Unterhaltsansprüche haben. So könnte er bei einer mitzuversorgenden Person bis zu 1.569,99 € verdienen, bis es zur Pfändung vom Arbeitseinkommen kommt.

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Wenn Sie wissen wollen, wie viel von Ihrem Einkommen Ihnen als Schuldner bei einer Lohnpfändung übrig bleibt, können Sie dies anhand der Lohnpfändungstabelle, die regelmäßig aktualisiert und an die Lebenshaltungskosten angepasst wird, ermitteln.

Kann man die Lohnpfändung stoppen?

Viele Betroffene fragen sich, ob Sie die Lohnpfändung verhindern oder aufheben können. Am besten ist es, natürlich die drohende Lohnpfändung im Vorhinein zu verhindern. Dies kann durchaus gelingen, wenn Sie rechtzeitig das Gespräch mit dem Gläubiger suchen und ihm Ihre finanzielle Situation erklären, z. B. warum Sie die monatliche Rate im Moment nicht aufbringen können. Vielleicht können Sie sich darauf einigen, die Raten vorläufig zu senken.

Doch was tun Sie bei bereits stattfindender Lohnpfändung? Sowohl Lohn- als auch Kontopfändung können durch einen Vergleich zwischen Schuldner und Gläubiger beendet werden. Beantragt der verschuldete Arbeitnehmer Privatinsolvenz, ist die Gehaltspfändung beim Arbeitgeber mit Beginn des Insolvenzverfahrens ebenfalls zu unterlassen.

Spätestens wenn eine Lohnpfändung droht, sollten Betroffene Hilfe in Anspruch nehmen und sich fachmännisch beraten lassen. Dafür können sie die Schuldnerberatungsstellen aufsuchen, die in der Regel kostenlos sind. Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich an einen auf Schuldnerberatung spezialisierten Anwalt zu wenden. Dessen Beratung ist in der Regel allerdings mit Kosten verbunden.
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2 Comments

  1. Dieter said:

    Lohnpfändung, von 2014, 4450 Euro, seit Januar wirksam. Erste Zahlung 600 Euro. Zweite und dritte Zahlung wurden zusammen gewürfelt. 2400 sind diesen Monat Überwiesen. Da im Februar keine Zahlung eingegangen sind, hat man noch das Konto gepfändet. Ist das Rechtens. Hab noch nicht mal Spritgeld, fürs Auto um zur Arbeit zu kommen.

    7. April 2019
    Reply
    • schuldnerberatung.com said:

      Hallo Dieter,

      unter gewissen Umständen können eine Lohn- und eine Kontopfändung gleichzeitig betrieben werden. Sie können nachträglich ein P-Konto einrichten. Dann ist ein Freibetrag von mindestens 1133,80 Euro pro Monat auf dem Konto geschützt.

      Ihr Team von schuldnerberatung.com

      10. Mai 2019
      Reply

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