Neue Schulden nach der Privatinsolvenz – nicht ganz unproblematisch!

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 16. September 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zum Thema „neue Schulden nach der Privatinsolvenz“

Kann ich neue Schulden nach der Restschuldbefreiung aufnehmen?

Es gibt kein Gesetz, das neue Schulden nach der Privatinsolvenz verbietet. Vorsicht ist trotzdem geboten, damit Betroffene nicht erneut in die Schuldenfalle geraten.

Welche Konsequenzen haben neue Schulden während der Privatinsolvenz?

Auch während der Wohlverhaltensphase sind neue Schulden nicht verboten. Allerdings werden diese mit der späteren Restschuldbefreiung nicht beseitigt.

Kann ich durch neue Schulden nach der Privatinsolvenz erneut einen Insolvenzantrag stellen?

Ja. Allerdings gelten in der Regel bestimmte Wartezeiten. Wie oft Sie Privatinsolvenz anmelden können, ist jedoch nicht beschränkt. Die Wartezeiten können Sie hier nachlesen.

Gute Nachricht für insolvente Verbraucher: Das Restschuldbefreiungsverfahren dauert nur noch drei Jahre, wenn Schuldner ihren Insolvenzantrag ab dem 1.10.2020 einreichen. Anders als bisher müssen sie für diese verkürzte Dauer weder 35 Prozent der Schulden noch die Verfahrenskosten begleichen.
Mehr Informationen und Hintergründe zu dieser Gesetzesänderung finden Sie in unserem Ratgeber zur Restschuldbefreiung.

Neue Schulden sind nach der Privatinsolvenz nicht verboten

Neue Schulden sind nach der Privatinsolvenz nicht verboten, allerdings auch nicht ratsam.
Neue Schulden sind nach der Privatinsolvenz nicht verboten, allerdings auch nicht ratsam.

Verbietet es das Insolvenzrecht, nach Insolvenzverfahren und Restschuldbefreiung neue Schulden aufzunehmen? Nach einer Privatinsolvenz sind Betroffene meist erstmal frei von den alten Schulden sowie den Pflichten, denen sie während der Wohlverhaltensphase nachkommen mussten.

Ein Grund zum Feiern – doch lange nicht für jeden. Oft leben Schuldner während der Insolvenz am Minimum, müssen viel verzichten und können finanziell keine großen Sprünge wagen. Was ist, wenn das Auto den Geist aufgibt oder andere Umstände bereits gegen Ende der Insolvenz zu einem finanziellen Engpass führen? Neue Schulden sind nach der Privatinsolvenz nicht verboten.

Vorsicht ist jedoch trotzdem geboten. Wer in alte Verhaltensmuster zurückfällt, landet auch leicht wieder in der Schuldenfalle. Das Problem: Eine erneute Privatinsolvenz wäre erst nach einer gewissen Zeit wieder möglich, doch das möchten wir weiter unten im Ratgeber genauer klären.

Manche Schuldner sind nach der Restschuldbefreiung noch nicht ganz aus dem Schneider. Wurde eine Stundung der Kosten für das Verfahren vereinbart, sind diese unter Umständen noch nach der Privatinsolvenz zu bezahlen – von der Restschuldbefreiung sind die Verfahrenskosten nämlich nicht betroffen.
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Was ist, wenn während des Insolvenzverfahrens neue Schulden aufgenommen werden?

Viel bleibt dem Schuldner während der Privatinsolvenz meist nicht zum Leben. Da kann sich der eine oder andere schon mal dazu hinreißen lassen, neue Schulden aufzunehmen. Nach der Privatinsolvenz fragen sich Betroffene dann, ob die neuen Schulden mit der Restschuldbefreiung entfallen.

Das ist nicht der Fall. Neue Schulden müssen nach der Privatinsolvenz vollständig bezahlt werden. Es stimmt aber auch nicht, dass neue Schulden während der Wohlverhaltensphase die Versagung der Restschuldbefreiung zur Folge haben. Die Schulden alleine sind kein Versagungsgrund.

Anders verhält es sich, wenn dem Schuldner bereits vorab klar ist, dass er die neuen Schulden während und nach der Privatinsolvenz nicht zurückzahlen kann oder will. In solchen Fällen liegt unter Umständen ein sog. Eingehungsbetrug vor, der nach § 263 Strafgesetzbuch (StGB) eine Insolvenzstraftat und als solche einen Versagungsgrund darstellt.
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Neue Schulden = neue Privatinsolvenz?

Wenn neue Schulden nach der Restschuldbefreiung in die zweite Insolvenz führen, müssen die Wartefristen beachtet werden.
Wenn neue Schulden nach der Restschuldbefreiung in die zweite Insolvenz führen, müssen die Wartefristen beachtet werden.

Können Schuldner ein zweites Insolvenzverfahren durchlaufen, wenn sie nach dem ersten erneut in die Schuldenfalle geraten? Ja. Grundsätzlich steht einem erneuten Insolvenzantrag nichts im Wege, selbst dann, wenn die erste Privatinsolvenz gescheitert ist.


Allerdings muss der Betroffene nach § 287a Abs. 2 der Insolvenzordnung (InsO) erst einige Zeit warten, bevor ein neuer Antrag gestellt wird. Wer neue Schulden nach der Privatinsolvenz aufnimmt und erneut einen Insolvenzantrag stellen muss, kann dies erst nach folgenden Wartezeiten tun:

  • 10 Jahre nach erfolgreicher Privatinsolvenz und erteilter Restschuldbefreiung
  • 5 Jahre, wenn die Restschuldbefreiung im ersten Verfahren aufgrund einer Insolvenzstraftat versagt wurde
  • 3 Jahre, wenn die Versagung der Restschuldbefreiung des ersten Verfahrens auf eine Verletzung der Auskunfts- und Mitwirkungspflichten zurückzuführen ist
Die Sperrfristen gelten nicht immer. Schuldner können unverzüglich erneut Privatinsolvenz beantragen, wenn der erste Antrag auf Restschuldbefreiung als unzulässig abgelehnt oder zurückgenommen wurde.
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