P-Konto kündigen – Rückkehr zu etwas mehr Normalität

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 19. November 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zum Pfändungsschutzkonto kündigen

Kann man ein P-Konto kündigen, ohne damit gleichzeitig das ursprüngliche Girokonto aufzulösen?

Ja. Das P-Konto ist kein eigenständiges Konto, sondern nur eine Zusatzfunktion (Pfändungsschutz). Wenn Sie die Zusatzvereinbarung zum Pfändungsschutzkonto kündigen, lebt ihr altes Girokonto zu den gewohnten Bedingungen wieder auf.

Ich möchte mein P-Konto kündigen. Existiert ein Muster für dieses Anschreiben?

In diesem Abschnitt stellen wir Ihnen eine kostenlose Vorlage zum Download zur Verfügung. Bitte beachten Sie, dass Sie dieses noch anpassen müssen.

Darf die Bank mein P-Konto kündigen?

Ja, ein Pfändungsschutzkonto ist genauso kündbar wie ein Girokonto. Etwas anderes gilt nur, wenn das sich dabei um ein Basiskonto (Jedermann-Konto) handelt.

Wichtig: am 6.11.2020 hat der Bundesrat der vom Bundestag beschlossenen Fortentwicklung des P-Kontos zugestimmt. Das neue Gesetz sieht u. a. erweiterte Möglichkeiten vor, auf dem Pfändungsschutzkonto Guthaben anzusparen. Es muss noch vom Bundespräsidenten unterzeichnet und verkündet werden, ist demnach noch nicht in Kraft getreten (Stand: Nov. 2020).

Bundesgerichtshof: P-Konto ist als Zusatzvereinbarung kündbar

Kann ich ein P-Konto kündigen und restliches Geld auszahlen lassen?
Kann ich ein P-Konto kündigen und restliches Geld auszahlen lassen?

Alles hat ein Ende, auch die Zwangsvollstreckung bzw. Kontopfändung. Damit Verbraucher im Anschluss wieder normal am Wirtschaftsleben teilnehmen können, ist es ratsam, das P-Konto zu kündigen und wieder in das ursprüngliche Girokonto umwandeln zu lassen. Denn nur bei Letzterem können Bankkunden den vollen Leistungsumfang in Anspruch nehmen, während beim P-Konto folgende von der Bonität abhängige Leistungen normalerweise nicht bestehen:

  • Dispokredit
  • Kreditkarte
  • Nutzung als Gemeinschaftskonto

Weiterhin besteht die Gefahr, dass die Bank das Bestehen des Pfändungsschutzkontos an die SCHUFA weitermeldet, was sich negativ auf die Bonität des Kunden auswirkt. Schon aufgrund des damit verbundenen Stigmas sollten Bankkunden ihr P-Konto kündigen, sobald sie den Pfändungsschutz nicht mehr benötigen.

Bisweilen gestaltet sich die Kündigung vom Pfändungsschutz etwas schwierig, zumindest war das in der Vergangenheit oft der Fall, als sich einige Banken weigerten, diese Konto-Umwandlung zu vollziehen. Ein Problem lag darin, dass Verbraucher nach § 850k Abs. 7 S. 2 Zivilprozessordnung (ZPO) zwar verlangen können, dass ihr Girokonto in ein P-Konto umgewandelt wird. Der Anspruch auf eine Rückumwandlung ist jedoch nicht gesetzlich festgeschrieben.

Sie können Ihr P-Konto auflösen, indem Sie die entsprechende Zusatzvereinbarung kündigen.
Sie können Ihr P-Konto auflösen, indem Sie die entsprechende Zusatzvereinbarung kündigen.

Im Jahr 2015 hat aber der Bundesgerichtshof ausdrücklich klargestellt, dass Verbraucher P-Konto kündigen und die Rückumwandlung in ein normales Girokonto verlangen können (BGH, Urteil vom 10.02.2015, Az.: XI ZR 187/13], denn:

  • Das Pfändungsschutzkonto beruht nicht auf einen neuen, völlig selbstständigen Zahlungsdienstrahmenvertrag, der den bisherigen Vertrag zum Girokonto ersetzt.
  • Stattdessen stellt der gesetzliche Pfändungsschutz durch das P-Konto eine Zusatzleistung zum bereits bestehenden oder neu abzuschließenden Girovertrag dar.
  • Deshalb kann der Verbraucher die Zusatzvereinbarung zum P-Konto kündigen, sodass die Konditionen des bisherigen Girokontos wieder aufleben.

Allerdings kann die Bank die Einhaltung einer angemessenen Frist zur Kündigung vom P-Konto verlangen. Mit wirksamer Kündigung endet die Zusatzvereinbarung, sodass wieder die bisherigen Vertragsbedingungen zum Girokonto gelten.

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Muster zur Kündigung eines Pfändungsschutzkontos

Sie möchten die Zusatzvereinbarung zu Ihrem P-Konto kündigen? Unsere Vorlage bietet Ihnen eine Orientierung, wie ein solches Anschreiben an die Bank aussehen kann.

Kontoinhaber
(Name, Anschrift)

Bank
(Name, Anschrift)

Ort, Datum

Kündigung der P-Konto-Zusatzvereinbarung zum Girokonto mit der Konto-Nr.: ……….

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich die zu meinem Girokonto mit der Konto-Nr. ………. bestehende Zusatzvereinbarung „P-Konto“ zum ……….. Mit Beendigung dieser Vereinbarung möchte ich mein Girokonto wieder zu den ursprünglichen Konditionen fortführen.

Bitte bestätigen Sie mir die Rückumwandlung schriftlich. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

[Name, Unterschrift]

Laden Sie das Muster hier kostenlos herunter!

Muster (Word) Muster (PDF)

Bankwechsel als Grund dafür, das P-Konto zu kündigen

Es ist übrigens auch möglich, das P-Konto zu kündigen und ein neues zu eröffnen bei einem anderen Geldinstitut. Allerdings gibt es hierbei einige Dinge zu beachten, damit der Wechsel auch reibungslos und ohne große Schwierigkeiten funktioniert:

Wenn Sie ein P-Konto kündigen wollen trotz Pfändung, sollten Sie vorher den Freibetrag abheben.
Wenn Sie ein P-Konto kündigen wollen trotz Pfändung, sollten Sie vorher den Freibetrag abheben.

Die Eröffnung eines neuen Pfändungsschutzkontos ist erst möglich, wenn die Zusatzvereinbarung zum alten P-Konto beendet ist. Denn jeder Verbraucher darf nur ein einziges Pfändungsschutzkonto führen.

Auf dem gekündigten Konto sollte noch ausreichend Restguthaben verbleiben, um offene Kontoführungsgebühren zu begleichen. Es nützt nichts, wenn Sie das P-Konto kündigen, wenn die Bank noch offene Forderungen gegen Sie hat. Denn dann kann sie sich weigern, das P-Konto zu schließen.

Zur Frage, ob die Bank ein P-Konto kündigen darf

In der Regel ist die Bank zur Kündigung eines Pfändungsschutzkontos ebenso berechtigt wie zur Kündigung eines Girokontos.

Besonderheiten gelten jedoch dann, wenn ein Verbraucher kein anderes Konto besitzt. In diesem Fall hat er einen Anspruch auf sofortige Eröffnung eines Jedermann-Kontos. Selbst von der kündigenden Bank darf er dann die Einrichtung eines solchen Basiskontos verlangen. Diese muss dem Wunsch des Verbrauchers nachkommen und ihm ein solches Konto anbieten.

Kündigt ein Geldinstitut ein P-Konto, obwohl sie verpflichtet wäre, dem Betroffenen ein Basiskonto anzubieten, so handelt es laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Dresden unzulässig [OLG Dresden, Urteil vom 10.4.2018, Az. 14 U 82/16].

Sollte die Bank Ihnen Ihr P-Konto kündigen, obwohl Sie bei ihr ein Jedermann-Konto verlangen könnten, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Widerspruch gegen die Kündigung mit Verweis auf das oben erwähnte Urteil
  • Beschwerde bei der Schlichtungsstelle der Bank
  • Beschwerde bei der BaFin

Damit Sie trotz Kündigung seitens der Bank weiterhin am Zahlungsverkehr teilnehmen können, ist es ratsam, bei einer anderen Bank ein Basiskonto zu beantragen.

Quellen und weiterführende Links

  • BGH, Urteil vom 10.02.2015, Az.: XI ZR 187/13
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