Primärschulden: Die Existenzsicherung hat Priorität

Kurz & knapp: Das Wichtigste zu Primärschulden

  1. Primärschulden gefährden die körperliche und seelische Lebenshaltung. Beispiele sind: Mietschulden, Energieschulden und Geldstrafen.
  2. Gläubiger unterscheiden nicht zwischen Primär- und Sekundärschulden.
  3. Bei Primärschulden sollten Sie dringend die Hilfe einer Schuldnerberatung, Sozialberatung sowie ggf. der Wohnungslosenhilfe in Anspruch nehmen.

Primärschulden gefährden die Existenz

Ein Beispiel für Primärschulden, sind Energieschulden.
Ein Beispiel für Primärschulden, sind Energieschulden.

Es gibt verschiedene Schuldenarten. Für den Weg aus der Schuldenfalle spielt die Unterscheidung aber nur insofern eine Rolle, dass Schulden nach Dringlichkeit geordnet und ein Maßnahmenplan aufgestellt werden können.

Primärschulden haben eine besondere Dringlichkeit, weil sie die Existenz gefährden. Dazu gehören:

  • Mietschulden
  • Energieschulden
  • Geldstrafen oder Bußgelder

In vielen Fällen ist es sogar ratsam, die Insolvenz in die Wege zu leiten.

Gläubiger unterscheiden nicht zwischen Primärschulden und Sekundärschulden. Der Autohändler wird die Raten für Ihr Kfz genauso einfordern wie der Stromanbieter die Energieschulden.

Dringende Maßnahmen bei Primärschulden

Die Schuldnerberatung hilft bei Primärschulden.
Die Schuldnerberatung hilft bei Primärschulden.

Gerade weil Primärschulden die Existenz bedrohen, sollten Sie unbedingt handeln. Da bei vielen Betroffenen mit den Schulden auch der psychische Druck wächst, fällt es ihnen schwer, überhaupt tätig zu werden.

Es kann deshalb helfen, Freunde oder Bekannte zu bitten, Sie zu den nötigen Stellen zu begleiten, die wir im Folgenden vorstellen werden.

Schritt 1: Termin mit einer Schuldnerberatung vereinbaren

Vielerorts gibt es kostenlose Schuldnerberatungsstellen, entweder öffentlicher oder gemeinnütziger Natur. Manchmal müssen Sie aufgrund des Andrangs einige Zeit warten, bis Sie einen Termin bekommen. Lassen Sie diesen nicht ungenutzt verstreichen. Manchen Schuldner fällt es schwer, überhaupt die Rechnungen und Mahnungen in der Post zu öffnen. Bringen Sie auch die ungeöffneten Zahlungsforderungen zu dem Termin mit.

Bei Überschuldung und insbesondere bei Primärschulden sollten Gläubiger nicht ignoriert werden. Eine professionelle Schuldnerberatung stellt nicht nur einen Haushaltsplan mit Ihnen auf, sondern tritt auch in Kontakt mit den Gläubigern und kann unter Umständen Kompromisse aushandeln.

Es ist bei Primärschulden (und anderen Schuldenarten) oft besser, eine Verbraucher- oder Privatinsolvenz in die Wege zu leiten, denn dabei wird gesetzlich sichergestellt, dass Schuldnern das Existenzminimum erhalten bleibt.

Schritt 2: Bei drohender Wohnungslosigkeit Wohnungslosenhilfe kontaktieren

Bei Primärschulden ist einer Beratung durch öffentliche oder gemeinnützige Stellen hilfreich.
Bei Primärschulden ist eine Beratung durch öffentliche oder gemeinnützige Stellen hilfreich.

Zahlreiche öffentliche oder gemeinnützige Stellen bieten Hilfe bei drohender oder bereits eingetretener Wohnungslosigkeit. Wenn Sie z. B. aufgrund von Primärschulden (hier: Mietschulden) Ihre Wohnung nicht mehr länger halten können, der Vermieter vielleicht schon mit Zwangsräumung droht, dann ist es Zeit, die örtliche Wohnungslosenhilfe zu kontaktieren.

Manche Einrichtungen können unter Umständen die Übernahme von Mietrückständen zur Vermeidung der Obdachlosigkeit anbieten.

Schritt 3: Sozialberatungsstelle konsultieren

Öffentliche und gemeinnützige Sozialberatungsstellen gibt es kostenlos in jeder Region. Wer nicht weiß, ob ihm Wohngeld, Sozialhilfe, Hartz 4 oder andere Sozialleistungen zustehen, findet dort kompetente Beratung. Besonders bei Primärschulden ist es wichtig, das innere Zögern zu überwinden und sich zu erkundigen, ob und welche Sozialleistungen infrage kommen.

Der Vorteil der Sozialberatung ist, dass Sie sich dort einen Überblick über verschiedene Leistungsträger verschaffen können. Wer sich mit seinen Primärschulden z. B. „nur“ an das Jobcenter wendet, kann auch nur Auskunft über Leistungen des Jobcenters erwarten.

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