Privatinsolvenz beantragen: Ist das online möglich?

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 25. August 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zum Thema „Privatinsolvenz beantragen – online möglich?“

  1. § 305 der Insolvenzordnung (InsO) zufolge müssen Sie die Privatinsolvenz schriftlich beantragen. Online ist dies nicht möglich.
  2. Immerhin sind die Antragsformulare online erhältlich. In der Regel werden Sie vom jeweiligen Insolvenzgericht bereitgestellt.
  3. Insolvenzverfahren werden öffentlich bekanntgegeben. Das Insolvenzgericht informiert über laufende Privatinsolvenzen online. Darüber hinaus sind Insolvenzen auf Bundes-, Landes- und sogar EU-Ebene über entsprechende Justizportale online einsehbar.

Kann ich die Privatinsolvenz auch online beantragen?

Jedes Insolvenzverfahren wird online bekanntgegeben und ist z. B. auf der jeweiligen Seite des Insolvenzgerichts einsehbar.
Jedes Insolvenzverfahren wird online bekanntgegeben und ist z. B. auf der jeweiligen Seite des Insolvenzgerichts einsehbar.

Komplizierte bürokratische Angelegenheiten einfach per Mausklick erledigen – schön wär’s. Tatsächlich kommt es aber immer darauf an, um was es geht. Je nach Sachverhalt bzw. Antrag schreibt das Gesetz nämlich eine bestimmte Form vor. Beispielsweise:

  • Formlos: Telefonisch, mündlich/persönlich, schriftlich etc. jede Form wird akzeptiert.
  • Schriftform: Die Angelegenheit ist unbedingt schriftlich (also nicht online oder per E-Mail) zu erledigen. Falls vorhanden kann in der Regel auch ein Formular genutzt werden.
  • Formularzwang: Für manche Angelegenheiten muss ein offizielles bzw. amtliches Formular genutzt werden (z. B. wenn Zwangsvollstreckung beantragt wird).
  • Persönlich/zur Niederschrift: Persönliches Erscheinen auf der Behörde ist Pflicht (dies ist meist dann der Fall, wenn der Betroffene sich ausweisen muss).

Um Privatinsolvenz zu beantragen, ist kein Online-Service vorhanden. Stattdessen geht aus § 305 Abs. 1 InsO klar hervor, dass der Antrag schriftlich gestellt werden muss. „Schriftlich“ bedeutet in diesem Zusammenhang außerdem, dass der Antrag per Post – jedoch keinesfalls per E-Mail – zu übermitteln ist.

Der Vorteil dabei ist, dass sich Betroffene mehr Zeit für den Insolvenzantrag nehmen und größere Sorgfalt an den Tag legen. Das ist unbedingt notwendig, schließlich ist die Privatinsolvenz an einige Voraussetzungen geknüpft. Auch ist sie nicht immer der beste Weg aus den Schulden.

In vielen anderen Bereichen der Bürokratie wurden inzwischen Online-Funktionen eingerichtet. Beispielsweise können Sie in der Onlinewache Ihres Bundeslandes online Anzeige erstatten. Ob es jemals leichter wird, Privatinsolvenz zu beantragen, indem ein Online-Service eingerichtet und eine entsprechende Gesetzesänderung verabschiedet wird, steht in den Sternen.
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Insolvenzantrag online finden und ausdrucken

Wer Privatinsolvenz anmelden möchte, kann online den Antrag herunterladen und ausdrucken.
Wer Privatinsolvenz anmelden möchte, kann online den Antrag herunterladen und ausdrucken.

Keine Sorge: Schriftform bedeutet nicht, dass Sie selbst ein Schreiben aufsetzen müssen, um Privatinsolvenz zu beantragen. Online finden Sie alle Formulare, die für die Antragstellung benötigt werden. Doch wo genau?

Begeben Sie sich hierfür auf die Homepage des jeweiligen Insolvenzgerichts. Zuständig ist dafür üblicherweise das Amtsgericht des Ortes, an dem der Schuldner seinen Gerichtsstand hat (in der Regel ist damit der Wohnort gemeint).

Wenn Sie das Formular gefunden haben, laden Sie es herunter, drucken und füllen es aus und schicken es anschließend postalisch an das Gericht.

Sollten Sie mit der Antragstellung oder dem vorangehenden außergerichtlichen Einigungsversuch mit den Gläubigern überfordert sein, sollten Sie sich an eine Schuldnerberatung wenden. Dort erhalten Sie nämlich nicht nur eine umfassende Beratung, sondern auch praktische Hilfe – z. B. bei Verhandlungen mit einem Gläubiger und einem Schuldenbereinigungsplan.

Wenn Sie das Formular für die Insolvenz online ausdrucken, beantragen Sie auch gleich die Restschuldbefreiung, die nach Ablauf der Verbraucherinsolvenz in Aussicht gestellt wird. Der Antrag hierfür ist direkt beim ersten Schritt der Insolvenz nötig. Die vorzeitige Restschuldbefreiung nach fünf Jahren kann hingehen erst beantragt werden, wenn die Kosten für das Insolvenzverfahren gedeckt sind. Wurden außerdem 35 Prozent des Schulden getilgt, kann schon nach drei Jahren die Restschuldbefreiung winken.

Öffentliche Bekanntmachung: Privatinsolvenz online einsehen

Es ist nicht möglich, Insolvenz online zu beantragen. Der Antrag muss schriftlich gestellt werden.
Es ist nicht möglich, Insolvenz online zu beantragen. Der Antrag muss schriftlich gestellt werden.

Um die Privatinsolvenz zu beantragen ist ein Online-Antrag zwar noch nicht möglich, jedoch sind Online-Funktionen bezüglich des Insolvenzverfahrens nicht ganz unwichtig. Immerhin wird jede Insolvenz öffentlich bekanntgegeben. So können unter anderem mögliche Gläubiger von der Privatinsolvenz erfahren und Forderungen rechtzeitig geltend machen.

Auf der Website des jeweiligen Insolvenzgerichts werden die Insolvenzverfahren veröffentlicht und sind dort allgemein einsehbar. Darüber hinaus gibt es das sogenannte „Justizportal des Bundes und der Länder“. Auch dort können sich Schuldner, Gläubiger und Dritte über laufende Insolvenzen und anstehende Insolvenzversteigerungen informieren.

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