Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 7. August 2020

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz

Ein Gläubiger fordert mich auf, eine Ratenzahlung an ihn trotz Privatinsolvenz zu leisten. Muss ich zahlen?

Bestanden die Schulden dieses Gläubigers bereits vor der Insolvenzeröffnung, so ist eine Ratenzahlung an ihn trotz Insolvenz nicht erlaubt, weil dies die anderen Gläubiger benachteiligen würde. Zahlen Sie dennoch, gefährden Sie Ihre Restschuldbefreiung.

Darf ich trotz laufender Insolvenz eine Ratenzahlung für neue, später entstandene Schulden vereinbaren?

Ja, die Möglichkeit besteht. Vermeiden Sie aber unbedingt unangemessene bzw. verschwenderische Schulden, auch wenn Sie diese in Raten abzahlen dürfen. Klassische Beispiele sind der Luxusurlaub und hochwertige, teure Unterhaltungstechnik.

Warum? Was passiert, wenn ich für solche neuen Schulden eine Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz vereinbare?

Unangemessene Verbindlichkeiten und Vermögensverschwendungen berechtigen die Insolvenzgläubiger, die Versagung der Restschuldbefreiung zu beantragen. Das gilt auch für eine entsprechende Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz.

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Keine Ratenzahlung während Privatinsolvenz an Insolvenzgläubiger

Ist eine Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz grundsätzlich verboten?
Ist eine Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz grundsätzlich verboten?

Überschuldete Privatpersonen erreichen ihre Schuldenfreiheit im Wege der Privatinsolvenz, wenn ein außergerichtlicher Vergleich mit ihren Gläubigern misslingt. Zum Verfahrensende spricht das Insolvenzgericht die Restschuldbefreiung zugunsten des Schuldners aus. Er gilt dann als schuldenfrei, auch wenn im Insolvenzverfahren nicht alle Schulden beglichen werden konnten.

Dieser Schuldenerlass ist jedoch an bestimmte Bedingungen Obliegenheiten geknüpft, die einen regulierten Schuldenabbau gegenüber allen Gläubigern gewährleisten sollen. Eine dieser Obliegenheiten lautet salopp formuliert: „Keine Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz“.

§ 295 Abs. 1 Nr. 4 Insolvenzordnung (InsO) drückt so folgendermaßen aus:

„Dem Schuldner obliegt es, in dem Zeitraum zwischen Beendigung des Insolvenzverfahrens und dem Ende der Abtretungsfrist Zahlungen zur Befriedigung der Insolvenzgläubiger nur an den Treuhänder zu leisten und keinem Insolvenzgläubiger einen Sondervorteil zu verschaffen.“

Insolvenzgläubiger sind jene Gläubiger des Schuldners, für deren Befriedigung das Insolvenzverfahren durchgeführt wird. Zu ihnen zählen alle Gläubiger, deren Forderungen bereits vor der Insolvenzeröffnung bestanden.

Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen diese Gläubiger gleichmäßig und gleichberechtigt befriedigt bzw. bezahlt werden. Eine Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz an einen dieser Gläubiger läuft aber diesem Gedanken zuwider und ist deshalb nicht erlaubt. Zahlt der Schuldner trotzdem weitere Raten, muss er damit rechnen, dass die anderen Gläubiger eine Versagung seiner Restschuldbefreiung beantragen werden.

Neue Verbindlichkeiten: Ratenzahlung trotz Insolvenzverfahren

Das Insolvenzrecht verbietet eine Ratenzahlung während der Privatinsolvenz gegenüber den Insolvenzgläubigern.
Das Insolvenzrecht verbietet eine Ratenzahlung während der Privatinsolvenz gegenüber den Insolvenzgläubigern.

Während der Privatinsolvenz ist eine Ratenzahlung an einzelne Insolvenzgläubiger nicht zulässig. Und wie gestaltet sich die Lage, wenn der Schuldner nach der Insolvenzeröffnung neue Verträge abschließt und in diesem Rahmen eine Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz vereinbart? In einer solchen Situation gelten die folgenden Regelungen:

Der Schuldner darf während seiner Verbraucherinsolvenz weiterhin Verträge abschließen, soweit sie angemessen sind und zu einer bescheidenen Lebensführung passen.

Verschwendet er jedoch sein Geld oder geht er unangemessene Verbindlichkeiten ein, riskiert er damit eine Restschuldbefreiung – vorausgesetzt, er beeinträchtigt damit den Schuldenabbau im Rahmen seiner Insolvenz.

Für neue Schulden ist eine Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz also nicht per se verboten, sondern z. B. im Rahmen angemessener, notwendiger Verbindlichkeiten durchaus möglich. Der Schuldner sollte dann aber sicherstellen, dass er der Ratenzahlung trotz Insolvenz auch regelmäßig nachkommen kann. Diese neuen Schulden fallen nicht unter die Restschuldbefreiung.

Bildnachweise: istockphotos.com/denphumi, Fotolia.com/Zerbor

Quellen und weiterführende Links

  • § 295 Insolvenzordnung
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (60 Bewertungen, Durchschnitt: 4,40 von 5)
Ratenzahlung trotz Privatinsolvenz
Loading...
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Ersten Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.