Warten auf die Restschuld­befreiung: Mit welcher Dauer ist zu rechnen?

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 17. September 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Restschuldbefreiung und der Dauer bis zu ihrer Erteilung

Ich beginne gerade die Privatinsolvenz: Wie lange dauert es bis die Restschuldbefreiung erteilt wird?

In der Regel gibt es die Restschuldbefreiung nach 6 Jahren. Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich die Privatinsolvenz mit der Restschuldbefreiung nach 5 oder 3 Jahren beenden.

Unter welchen Bedingungen gibt es die Restschuldbefreiung bereits 3 Jahre nach Eröffnung der Privatinsolvenz?

Wenn die Verfahrenskosten sowie 35 Prozent der Schuldensumme beglichen wurden und ein gesonderter Antrag beim Insolvenzgericht eingereicht und bewilligt wurde, sind Sie schon nach 3 Jahren schuldenfrei.

Wird die Restschuldbefreiung nach einer Dauer von 6 Jahren automatisch erteilt?

Nein. Bereits vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens (zeitgleich mit dem Antrag auf Privatinsolvenz) ist die Restschuldbefreiung zu beantragen. Allerdings wird erst am Ende entschieden, ob sie erteilt werden kann.

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Gute Nachricht für insolvente Verbraucher: Das Restschuldbefreiungsverfahren dauert voraussichtlich nur noch drei Jahre, wenn Schuldner ihren Insolvenzantrag ab dem 1.10.2020 einreichen. Anders als bisher müssen sie für diese verkürzte Dauer weder 35 Prozent der Schulden noch die Verfahrenskosten begleichen.
Mehr Informationen und Hintergründe zu dieser geplanten Gesetzesänderung finden Sie in unserem Ratgeber zur Restschuldbefreiung.

Dauer bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung: In Deutschland ist sie von verschiedenen Faktoren abhängig

Warten auf die Restschuldbefreiung: Mit welcher Dauer ist zu rechnen?
Warten auf die Restschuldbefreiung: Mit welcher Dauer ist zu rechnen?

Nach dem Insolvenzverfahren wird die Restschuldbefreiung angestrebt. Die Dauer bis zu diesem ersehnten Zeitpunkt, kann sich durch verschiedene Aspekte des Verfahrens in die Länge ziehen:

  • Wohlverhaltens- oder Restschuldbefreiungsphase: Diese dauert je nach Fall 3, 5 oder 6 Jahre (mehr dazu im nachfolgenden Abschnitt).
  • Antragsverfahren: Das Insolvenzgericht muss zuerst über die Zulässigkeit des Restschuldbefreiungsantrags entscheiden.
  • Anhörung/Stellungnahme: Ehe das Insolvenzgericht eine Entscheidung fällen kann, muss es die Insolvenzgläubiger, den Insolvenzverwalter und den Schuldner selbst anhören und ggf. prüfen, ob Versagungsgründe vorliegen.

Sobald das Insolvenzgericht über den Antrag entschieden hat, tritt die Restschuldbefreiung ein.

Zusammen mit dem Antrag auf Restschuldbefreiung müssen Sie auch eine Abtretungserklärung abgeben. Darin erklären Sie, dass Sie bis zum Ende der Abtretungsfrist (auch: Wohlverhaltensphase oder Restschuldbefreiungsphase) Ihr pfändbares Vermögen an den Insolvenzverwalter oder Treuhänder abtreten, sodass dieser die Beträge an die Gläubiger weiterleiten kann.
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Vorzeitiges Ende der Insolvenz: Restschuldbefreiung nach 3 oder 5 Jahren

Die Erteilung der Restschuldbefreiung nach verkürzter Dauer der Insolvenz: Die Verfahrenskosten müssen berichtigt werden.
Die Erteilung der Restschuldbefreiung nach verkürzter Dauer der Insolvenz: Die Verfahrenskosten müssen beglichen werden.

Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit, das Restschuldbefreiungsverfahren auf eine Dauer von 3 oder 5 Jahren zu verkürzen. Gemäß § 300 der Insolvenzordnung (InsO) ist dies an bestimmte Auflagen geknüpft.

Zunächst müssen Sie erneut einen Antrag auf Restschuldbefreiung (mit verkürzter Dauer) stellen. Zwar haben Sie bereits zu Beginn der Privatinsolvenz einen ähnlichen Antrag eingereicht, hierbei handelt es sich jedoch um den Antrag auf vorzeitige Restschuldbefreiung.

Außerdem müssen Sie sich während der Wohlverhaltensphase (also bis zum Ablauf der Abtretungsfrist) an die gesetzlich festgelegten Obliegenheiten eines Schuldners halten (z. B. sich um eine angemessene Stelle bemühen, Zahlungen nur an den Insolvenzverwalter und nicht direkt an einzelne Gläubiger richten etc.). Zuletzt gilt gem. § 300 InsO Folgendes:

  • Restschuldbefreiung nach einer Dauer von 5 Jahren: Mindestens die Verfahrenskosten müssen beglichen sein.
  • Vorzeitige Restschuldbefreiung nach 3 Jahren: Nicht nur die Verfahrenskosten, sondern auch 35 Prozent der Schuldensumme sind beglichen worden.
Schuldner, deren Verfahren vor dem 30. Juni 2014 eröffnet wurde, haben die Option der Verkürzung nicht.
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