Schufa-Schulden: Die Schufa speichert Daten von Schuldnern

Kurz und Knapp: Das Wichtigste zu Schufa-Schulden

  1. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditwürdigkeit (Schufa) sammelt Daten von Privatpersonen und Unternehmen. Bei der Schufa werden Schulden als Eintrag im System vermerkt und Vertragspartnern in Form von Bonitätsbewertungen zur Verfügung gestellt.
  2. Jeder hat das Recht, einmal im Jahr kostenlos eine Schufa-Auskunft bzw. Selbstauskunft zu seinen Schufa-Schulden, aber auch zu positiven Einträgen anzufordern.
  3. Im Allgemeinen gilt in Deutschland laut Datenschutzrecht eine Verjährungsfrist von drei Jahren für erledigte Sachverhalte. Unerledigte Fälle verjähren in der Regel nach vier Jahren.

Schufa-Schulden: Wann gibt es einen Eintrag?

Im System der Schufa werden Schulden als Eintrag gespeichert.
Im System der Schufa werden Schulden als Eintrag gespeichert. Die Einträge bilden den Schufa-Score.
Schufa ist die Abkürzung für “Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditwürdigkeit”. Als Partner der kreditgebenden Wirtschaft sowie von Privatkunden speichert die Schufa sowohl Daten von Unternehmen, als auch von Privatpersonen.

Zu den Partnern, die u.a. die Dienste der Schufa beanspruchen, gehören Banken und Telekommunikationsgesellschaften, aber auch Handelsunternehmen.

Nicht nur Schufa-Schulden, sondern auch positive Einträge werden gespeichert. Als solche gelten Angaben zu vertragsgemäßem Verhalten. Girokonten, Kreditkarten oder Mobilfunkverträge zählen hierzu. Damit es zu einem negativen Eintrag kommt, müssen in der Regel folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • offene Forderung und kein Widerspruch eingelegt
  • mindestens zwei Mahnungen
  • zwischen den Mahnungen lagen mindestens vier Wochen
  • in einer der Mahnungen wurde angekündigt, dass ein Eintrag der Schufa-Schulden folgt

Bei Verschuldung können Schuldner um Auskunft bitten

Verbraucher haben ein Recht auf Auskunft über die von der Schufa eingetragenen Schulden. In der Datenübersicht sind alle Einträge einsehbar.
Verbraucher haben ein Recht auf Auskunft über die von der Schufa eingetragenen Schulden. In der Datenübersicht sind alle Einträge einsehbar.
Verbraucher können sich bei der Schufa über ihre Schulden Auskunft geben lassen. Für Privatpersonen ist die Schufa-Auskunft vor allem bei der Anmietung von Wohnraum relevant.

Mittlerweile wird von nahezu allen Vermietern vor Vertragsabschluss eine Schufa-Auskunft des zukünftigen Mieters verlangt, um über mögliche Schufa-Schulden und die allgemeine Bonität des Bewerbers informiert zu sein.

Unternehmen, die Ihre Daten speichern haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Laut § 34 im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) haben Verbraucher einmal im Jahr das Recht auf eine kostenlose Selbstauskunft, die sämtliche personenbezogene gespeicherte Daten transparent macht. So können Sie positive Einträge und Schufa-Schulden einsehen. Allerdings müssen Sie die Selbstauskunft persönlich bei der Schufa anfordern.

Verbraucher können auf der Internetseite der Schufa ein Bestellformular herunterladen. Das ausgefüllte Dokument muss dann zusammen mit einer beidseitigen Kopie des Personalausweises oder Reisepasses per Post an den Dienstleister geschickt werden. Die Zusendung der Auskunft gemäß § 34 BDSG dauert ungefähr zwei Wochen. Wer sich für einen kostenpflichtigen Online-Zugang bei der Schufa entscheidet, für den entfällt die Wartezeit.

Schulden: Wissenswertes zur Verjährung bei der Schufa

Verjährung tritt bei Schufa-Schulden in der Regel nach drei bis vier Jahren ein. U. u. kann die Frist aber verlängert werden.
Verjährung tritt bei Schufa-Schulden in der Regel nach drei bis vier Jahren ein. U. u. kann die Frist aber verlängert werden.
Sie haben Ihre Schulden abbezahlt, aber der Schufa-Eintrag besteht noch? Die Schufa speichert Schulden auch nach Bezahlen. Es dürfen aber nicht ewig negative Einträge zu Schufa-Schulden über Sie gespeichert werden. Bestimmte Grenzen gelten laut Datenschutzrecht für jede Form von Datenspeicherung.

Wann genau die Schufa im Einzelfall verpflichtet ist, gespeicherte Daten zu löschen, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Im Allgemeinen gilt in Deutschland hinsichtlich des Datenschutzrechts eine Verjährungsfrist von drei Jahren für erledigte Sachverhalte. Unerledigte Fälle verjähren in der Regel nach vier Jahren. Sie haben alle Schulden bezahlt? Auf den Schufa-Score können diese sich trotzdem noch bis zum Eintreten der Verjährung negativ auswirken.

Allerdings hat das letzte Wort die Auskunftei selbst, da diese dazu angehalten ist, eine Erforderlichkeitsprüfung der Datensätze durchzuführen. Im Einzelfall kann es somit dazu kommen, dass die Frist für die Verjährung von gespeicherten Daten verlängert wird.

Wenn Verbraucher einen begründeten Verdacht haben, dass die bei der Schufa gespeicherten Daten falsch sind oder unrechtmäßig Schufa-Schulden dokumentiert wurden, dann können negative Eintragungen bereits vorzeitig gelöscht werden. In manchen Fällen kann es sich auch lohnen, einen Anwalt aufzusuchen oder eine Schuldnerberatung zu beanspruchen. Hier können Fragen geklärt werden und Sie bekommen Unterstützung.

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