Schulden bei der Krankenkasse: Was nun?

Kurz & knapp: Das Wichtigste zu Schulden bei der Krankenkasse

  1. In der Regel können nur Selbständige und Personen mit einer privaten Krankenversicherung Schulden bei der Krankenkasse haben, da Angestellte von ihrem Arbeitgeber und Hartz-4-Empfänger von ihren Leistungsträgern versichert werden.
  2. Die Verjährung für die Schulden bei der Krankenkasse tritt nach vier Jahren ein, wenn der Betroffene nicht wissentlich und mit bösartiger Absicht nicht zahlt.
  3. Bei Schulden bei der Krankenkasse kann der Schuldner eine Schuldnerberatungsstelle konsultieren und sich beraten lassen.

Wer kann Beitragsschulden bei der Krankenkasse haben?

Wer kann Schulden bei der Krankenkasse haben?

In der Regel können nur Freiberuflich, Selbständige und Personen, die eine private Krankenversicherung haben, Schulden bei der Krankenkasse haben.

In der Regel müssen sie monatlich ihren Beitrag selbst bei der zuständigen Krankenkasse zahlen. Werden diese Beiträge nicht oder nicht vollständig bezahlt, entstehen bei der Krankenkasse Beitragsschulden.

Es gibt viele Gründe, warum eine Person nicht in der Lage ist, ihren Zahlungen nachzukommen und deshalb unter anderem Schulden bei der Krankenkasse hat. Allgemein führen hohe Ausgaben sowie ein niedriges Einkommen dazu, dass jemand verschuldet oder sogar überschuldet ist. Jedoch kann auch ein unerwartetes Ereignis, welches hohe Kosten verursacht, den Betroffenen in die Schuldenfalle reißen.

Besonders Personen, die am Anfang ihrer Selbständigkeit sind, sind anfällig für Schulden, unter anderem bei der Krankenkasse. Häufig entstehen Schulden, wenn jemand selbständig ist, weil er unter Umständen am Anfang noch nicht genug Aufträge hat und somit nicht genug verdient, jedoch laufende Kosten bestreiten muss.

Demnach ist es in der Regel nicht möglich, Schulden bei der gesetzlichen Krankenkasse zu machen, da Personen, die angestellt sind und deren Einkommen nicht als geringfügig gilt, von ihrem Arbeitgeber versichert werden. In dem Fall wird der Beitrag für die Krankenkasse automatisch jeden Monat vom Bruttogehalt abgezogen und an die Krankenkasse geführt. Aus diesem Grund können Angestellte keine Schulden bei der Krankenkasse haben. Auch Hartz-4-Empfänger haben in der Regel keine Schulden bei der Krankenkasse, denn freiwillig versichert sind sie nicht.

Bei Hartz-4-Bezug übernimmt das Jobcenter die Kosten für die Krankenkasse. Bei Beitrag für die Kranken- und Pflegeversicherung wird monatlich automatisch an die Krankenkasse weitergeleitet.

Welche Konsequenzen ziehen Schulden bei der Krankenkasse nach sich?

Sie haben Schulden bei der Krankenkasse? Was können Sie nun tun?

Womit müssen Personen rechnen, die Schulden bei der Krankenkasse haben? Kann Privatinsolvenz angemeldet werden? Können die Schulden bei der Krankenkasse als Ratenzahlung geleistet werden? Würde die Krankenkasse die Schulden erlassen? Wann tritt die Verjährung ein?

Haben Sie Schulden bei der Krankenkasse, sind sie trotzdem versichert. Demnach steht Ihnen trotz Schulden bei der Krankenkasse der Arztbesuch noch zu und die Krankenkasse muss in der Regel für einen Zeitraum von zwei Monaten die Kosten übernehmen, zumindest bei akuter Behandlungsnot.

Allgemein ist es schwierig, die Krankenkasse dazu zu bewegen, die Schulden zu erlassen. Jedoch ist es möglich, Schulden bei der Krankenkasse per Raten zurückzuzahlen. Grundsätzlich ist es ratsam für den Schuldner, sich gegenüber der Krankenkasse kooperativ zu zeigen. Es ist nicht zu empfehlen, Zahlungsaufforderungen und Mahnungen zu ignorieren, da die Schulden sich ansonsten anhäufen und noch mehr Zinsen entstehen.

Ob aufgrund der Schulden bei der Krankenkasse Privatinsolvenz angemeldet werden soll, hängt davon ab, ob einer der Gründe für die Privatinsolvenz vorliegt:

  • Zahlungsunfähigkeit: Wenn der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, Zahlungen zu leisten und diese deshalb einstellt
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit: Wenn die Zahlungsunfähigkeit absehbar ist
  • Überschuldung: Wenn die Schulden des Schuldners dessen Vermögen übersteigen

Wann tritt bei den Schulden bei der Krankenkasse die Verjährung ein? In § 25 SGB IV (Sozialgesetzbuch) werden Regelungen zur Verjährung festgehalten:

(1) Ansprüche auf Beiträge verjähren in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind. Ansprüche auf vorsätzlich vorenthaltene Beiträge verjähren in dreißig Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind.

Demnach tritt die Verjährung in der Regel nach vier Jahren ein, wenn der Schuldner die Zahlung nicht wissentlich und mit bösartiger Absicht einstellt.

Bestehen Schulden bei der Krankenkasse, die nur schwer zu tilgen sind, kann der Schuldner eine professionelle Schuldnerberatung konsultieren und sich von dieser beraten lassen. Staatliche oder gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen sind kostenlos und können zwischen Schuldner und Gläubiger vermitteln.
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