Gibt es bei Schulden eine Verjährung?

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Verjährung von Schulden

  1. Schulden verjähren im Normalfall nach einer Verjährungsfrist von drei Jahren ab Ende des Kalenderjahres, in dem sie entstanden sind.
  2. Gerichtliche Mahnbescheide oder Vollstreckungstitel können die Verjährung jedoch hemmen oder bis auf 30 Jahre verlängern.
  3. Steuerschulden verjähren nach fünf Jahren, Schulden aus Krankenversicherungsbeiträgen nach vier Jahren.
  4. Die für die jeweiligen Schulden geltende Verjährung sollte durch einen Anwalt geprüft werden.

Wann verjähren Schulden?

Schulden unterliegen einer Verjährung. Doch wann verjähren (private) Schulden?
Schulden unterliegen einer Verjährung. Doch wann verjähren (private) Schulden?

Wer Schulden macht, muss diese auch bezahlen. Doch wann sind Schulden verjährt? Können Schulden überhaupt verjähren? Seit 2001 gibt es einheitliche Vorgaben im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sowohl für private als auch gewerbliche Schulden, die die Verjährung regeln.

Im Normalfall beträgt die Verjährungsfrist für Schulden drei Jahre. Sie beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem die Schulden gemacht wurden. So ist auch eine fast vierjährige Frist möglich. Hat der Schuldner beispielsweise im Januar 2017 die Rechnung für den neuen Fernseher nicht beglichen, beginnt für diese Schulden die Verjährung erst im Januar 2018.

Wann verjähren Steuerschulden?

Die Verjährung von Steuerschulden beträgt in der Regel fünf Jahre. Daher haben Schulden beim Finanzamt eine andere Verjährung als beispielsweise Schulden aus Kaufverträgen. Auch für solche Schulden beginnt die Verjährung mit Ablauf des Jahres, in dem sie festgesetzt wurden. Gewährt das Finanzamt dem Schuldner eine Stundung oder einen Zahlungsaufschub, unterbricht das die Verjährung.

Wann verjähren Mietschulden?

Die Verjährung von Mietschulden sowie Nachzahlungen der Nebenkosten unterliegen in der Regel der dreijährigen Verjährungsfrist. Zusätzlich muss der Vermieter aber eine Ausschlussfrist beachten. Das heißt, die Nebenkostenabrechnung muss innerhalb eines Jahres geltend gemacht werden. Werden Forderungen erst später angemeldet, ist dies unwirksam. Hält der Vermieter diese Frist jedoch ein, so gilt die dreijährige Verjährungsfrist auch für die Nebenkostenabrechnung.

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Krankenkasse: Unterliegen die Schulden der Verjährung?

Auch die Krankenkasse kann nicht ewig fordern. Ab wann verjähren diese Schulden?
Auch die Krankenkasse kann nicht ewig fordern. Ab wann verjähren diese Schulden?

Auch Schulden bei der Krankenkasse unterliegen einer Verjährung. Diese beträgt im Normalfall vier Jahre mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie angefallen sind. Wurden die Beiträge jedoch vorsätzlich vorenthalten, besteht eine Verjährungsfrist von 30 Jahren.

Wann verjähren Schulden bei Inkasso?

Beauftragen Unternehmen ein Inkassobüro, hat dies keine direkten Auswirkungen auf die für die jeweiligen Schulden geltende Verjährung. Trifft eine Forderung also nach Ablauf der Frist ein, müssen Schuldner die Forderung nicht begleichen.

Allerdings müssen Schuldner sich gegenüber dem Inkassobüro schriftlich auf die Verjährung berufen. Werden bereits verjährte Schulden gezahlt, können Schuldner das Geld nicht mit Berufung auf die Verjährung zurückholen.

Hemmung der Verjährung

Ebenso wie bei vielen Ordnungswidrigkeiten kann auch bei Schulden die Verjährung verlängert werden. Dies ist insbesondere der Fall, wenn der Gläubiger die Forderung gerichtlich geltend gemacht hat. Dazu hat er die Möglichkeit,

Damit verlängert sich die Verjährung um sechs Monate. Gegen diesen Mahnbescheid kann der Schuldner Einspruch einlegen. Werden keine Rechtsmittel eingelegt, stellt die gerichtliche Bestätigung der Forderung einen Vollstreckungstitel dar, mit dem zum Beispiel eine Pfändung betrieben werden kann.

Achtung! Eine Mahnung des Gläubigers ist nicht gleichzusetzen mit einem gerichtlichen Mahnbescheid! Gewöhnliche Mahnungen haben keinerlei Einfluss auf die bei Schulden bestehende Verjährung!

Verjährung von Schulden mit Titel: Längere Fristen

Es spielt keine Rolle bei Schulden für die Verjährung, ob sie privat oder gewerblich angehäuft wurden.
Es spielt keine Rolle bei Schulden für die Verjährung, ob sie privat oder gewerblich angehäuft wurden.

Hat ein Gläubiger einen Vollstreckungstitel erworben, beispielsweise durch die gerichtliche Bestätigung der Schulden, gilt eine Verjährung von 30 Jahren. Eine ebenso lange Verjährung haben bspw. Schulden aus Schadenersatzansprüchen.

Grundsätzlich sollten Schuldner die Forderungen von Gläubigern und Inkassobüros eingehend prüfen! Im Zweifel sollte ein Anwalt für Insolvenzrecht oder eine Schuldnerberatung hinzugezogen werden. Dies gilt auch, wenn konkrete Schulden hinsichtlich ihrer Verjährung beurteilt werden sollen, bspw. im Zuge einer Schuldenbefreiung. Zahlreiche Ausnahmen und Sonderregelungen können zu einer Hemmung der Verjährung oder gar ihrem Neubeginn führen.

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