Schuldeneintreiber beauftragen: Was in Deutschland erlaubt ist

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 23. November 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zum Schuldeneintreiber

  1. Geld eintreiben: In Deutschland kann das durch ein Inkassobüro bzw. einen Schuldeneintreiber geschehen. Dieser sollte sich durch Transparenz und Gesetzestreue auszeichnen.
  2. Gläubiger, die unseriöse Schuldeneintreiber beauftragen, können (bei unlauteren Methoden) selbst belangt werden, weil sie das Vorgehen in Kauf genommen haben.
  3. Ein seriöser Schuldeneintreiber muss bestimmte Kriterien erfüllen. Beispielsweise die Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister.

Diese Kriterien muss der private Schuldeneintreiber erfüllen

Es ist Gläubigern nicht verboten, durch Inkasso-Unternehmen ihr Geld eintreiben zu lassen. Der beauftragte Schuldeneintreiber muss sich jedoch an die hiesigen Gesetze halten. Außerdem hat das Inkassobüro bzw. der private Schuldeneintreiber folgende Kriterien zu erfüllen:

Inkasso bedeutet auch Eintreiber oder Eintreibung (von Schulden).
Inkasso bedeutet auch Eintreiber oder Eintreibung (von Schulden).
  • Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister
  • Transparenz und Gesetzestreue
  • Strafrechtlich unbelastet
  • Wirtschaftlich geordnete Verhältnisse
  • Prüft Forderungen zuerst auf Richtigkeit (wird unzulässige offene Forderungen nicht eintreiben bzw. Inkasso weist einen Auftrag mit unzulässigen Forderungen zurück)
  • Verfügt über umfassende Kenntnisse in den inkassorelevanten Rechtsgebieten (z. B. durch juristisches Staatsexamen)

Wenn Sie es mit einem Schuldeneintreiber zu tun bekommen, der rechtswidrig handelt (Nötigung, Androhung von Gewalt, Hausfriedensbruch etc.), sollten Sie umgehend tätig werden. Einerseits ist es ratsam, einen Anwalt einzuschalten, andererseits sollten auch die Behörden (z. B. Polizei) informiert werden. Zusätzlich kann eine Beschwerde beim Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) e.V. helfen.

Es ist nicht egal, durch wen Sie offene Rechnungen eintreiben lassen. Wer zwielichtige Methoden unseriöser Schuldeneintreiber in Kauf nimmt, kann ebenso belangt werden.
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Wer trägt die Kosten für die Schuldeneintreibung?

Durch Inkasso private Schulden eintreiben lassen: In Deutschland durch seriöse Eintreiber möglich.
Durch Inkasso private Schulden eintreiben lassen: In Deutschland durch seriöse Eintreiber möglich.

Sollten Sie darüber nachdenken durch ein Inkasso- bzw. einen Geldeintreiber offene Privatschulden eintreiben zu lassen, sollten Sie vorab genau prüfen, ob es sich um zulässige Forderungen handelt. Sonst laufen Sie Gefahr, auf den Kosten für die Schuldeneintreibung sitzen zu bleiben.

Die Kosten für einen Schuldeneintreiber bzw. Inkassoanwalt trägt der Schuldner, allerdings nur, wenn dieser sich auch wirklich mit der Zahlung im Verzug befindet. Der Verzug tritt ein, wenn die vereinbarte oder gesetzliche Zahlungsfrist versäumt wurde.

In der Regel muss außerdem auf der Rechnung oder der ersten Mahnung eine entsprechende Belehrung zu finden sein, die den Schuldner auf die Konsequenzen bei Verzug aufmerksam macht.

Vom Schuldeneintreiber bedroht

Viele Inkassobüros verdienen ihr Geld damit, Gläubigern die offenen Forderungen vergünstigst abzukaufen und dann selbst einzutreiben. Damit daraus kein Verlustgeschäft wird, geben sich die Verantwortlichen natürlich besonders hartnäckig und lassen sich nur schwer abschütteln.

Geld eintreiben: Inkasso- oder Schuldeneintreiber drohen oft mit einem Schufa-Eintrag.
Geld eintreiben: Inkasso- oder Schuldeneintreiber drohen oft mit einem Schufa-Eintrag.

Nicht selten greift der Schuldeneintreiber dabei zu Methoden, derer er sich in den meisten Fällen gar nicht bedienen darf. Gerne wird mit dem Gerichtsvollzieher oder einem Schufa-Eintrag gedroht. Aber darf der Inkassoeintreiber solche Drohungen wahr machen?

  • Die Schufa-Drohung: Ein negativer Eintrag in der Schufa kann sich auf viele Bereiche des Lebens auswirken und z. B. die Wohnungssuche erschweren. Deshalb ist die Androhung eines Schufa-Eintrags ein sehr wirksames Mittel der Schuldeneintreiber. Aber: Nur solche Forderungen, denen der Schuldner nicht widersprochen hat, können in die Schufa eingetragen werden. Liegt ein Widerspruch vor, geht das nicht. Außerdem muss vorab zweimalig im Abstand von vier Wochen gemahnt werden.
  • „Zahlen Sie, oder wir schicken Ihnen den Gerichtsvollzieher vorbei!“: Eine Zwangsvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher ist nur dann möglich, wenn ein „Titel“, das heißt, ein Gerichtsurteil (z. B. nach einer Räumungsklage) vorliegt. Es kann auch sein, dass Sie erst einen Mahnbescheid und danach einen Vollstreckungsbescheid erhalten und keinen Widerspruch eingelegt haben. Ist weder das eine noch das andere der Fall, handelt es sich um eine leere Drohung.
Moskau Inkasso“ oder „Inkasso aus Russland“ sind Stichwörter, die wild im Internet kursieren. Gemeint sind unseriöse Inkassobüros, die mit „kreativen“ Methoden oder „druckvoller Verhandlung“ werben, mit denen sie das Geld der Gläubiger eintreiben wollen. Gläubigern wird davon abgeraten, solche Geldeintreiber zu beauftragen. Schuldner, die damit konfrontiert werden, sollten Anwalt und Behörden hinzuziehen.

An diesen Merkmalen erkennen Sie einen seriösen Geldeintreiber

Auf dem Schulhof wurde früher gerne mal der große Bruder vorgeschoben, um vermeintliche Fieslinge einzuschüchtern. Wenn es um Inkasso geht, darf jedoch nicht der nächste Muskelprotz vor die Haustür des Schuldners geschickt werden.

Schulden eintreiben: Auch privat ist ein Gerichtsurteil für eine Zwangsvollstreckung nötig.
Schulden eintreiben: Auch privat ist ein Gerichtsurteil für eine Zwangsvollstreckung nötig.

Nur ein seriöser Schuldeneintreiber darf damit beauftragt werden, offene Forderungen einzutreiben.

„Ich beauftrage ein Inkassounternehmen. Wie die das Geld eintreiben, ist mir egal.“ – Wer so denkt, steht schon mit einem Fuß am Rande des Gesetzes, denn wer einen unseriösen Schuldeneintreiber beauftragt und damit gesetzeswidrige Methoden in Kauf nimmt, kann genauso belangt werden wie der tatsächlich agierende Schuldeneintreiber.

Wenn Sie auf der Suche nach einem seriösen Schuldeneintreiber sind oder es mit einem möglicherweise unzulässigen Geldeintreiber oder Inkasso-Unternehmen zu tun haben, achten Sie auf folgende Merkmale:

  • Transparenz: Der Schuldeneintreiber bzw. das Inkassobüro ist gut erreichbar (z. B. per Telefon) und klärt genau über das Verfahren allgemein oder den konkreten Fall auf.
  • Androhung eines Schufa-Eintrags: Dies kann in manchen Fällen ein Warnsignal sein, da nur dann ein Schufa-Eintrag erfolgen kann, wenn Sie der Forderung nicht widersprochen haben. Wurde Widerspruch eingelegt, ist das nicht so einfach möglich und ein seriöser Schuldeneintreiber ist sich darüber im Klaren. Auch andere Androhungen z. B. den Gerichtsvollzieher ins Haus zu schicken, sind unzulässig. Solche Methoden sollten seröse Schuldeneintreiber nicht anwenden.
  • Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister: Wie bereits erwähnt, müssen Inkassobüros über eine Registrierung verfügen. Sie können ganz einfach im Internet nachsehen, ob das Inkassounternehmen, das Sie kontaktiert hat, darin gelistet ist. Falls nicht, ist von einem unseriösen Schuldeneintreiber auszugehen.
  • Angemessene Kosten: Ein Inkassobüro darf in der Regel nicht mehr für seine Dienste in Rechnung stellen als ein Anwalt. Übersteigt die verlangte Summe für das Einschalten des Schuldeneintreibers die gesetzlich geregelte Vergütung (Rechtsanwaltsvergütungsgesetz), ist das ein deutliches Warnsignal.
  • Mahngebühren: Manchmal wird ein Inkassobüro auch mit der Mahnung beauftragt. Mahngebühren darf der Schuldeneintreiber dann aber nur verlangen, wenn Sie bereits in Verzug sind. Das ist aber nicht immer der Fall.
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Schuldeneintreiber beauftragen: Was in Deutschland erlaubt ist
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Ein Kommentar

  1. Tobias said:

    Vielen Dank für den Beitrag zu Inkassounternehmen. Mein Onkel ist selbstständig und musste schon einige Male ein Inkassoverfahren einleiten. Gut zu wissen, dass der Schuldeneintreiber nur dann Gebühren von dem Schuldner einfordern darf, wenn sich dieser bereits in Zahlungsverzug befindet.

    7. Mai 2020
    Reply

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