Schuldensanierung: Wie funktioniert das?

Kurz & knapp: Das Wichtigste zum Thema “Schuldensanierung“

  1. Die Schuldensanierung ist eine Maßnahme, um Schulden abzubauen. Es ist ratsam, eine Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen, die sich mit der finanziellen Situation des Schuldners sowie den Gläubigern und ihren Forderungen auseinandersetzt.
  2. Eine Schuldensanierung ist kostengünstiger für den Schuldner, aber auch für Gläubiger von Vorteil, da diese im Falle einer Privatinsolvenz unter Umständen alle Verbindlichkeiten verlieren. Eine außergerichtliche Schuldenbereinigung ist darüber hinaus die Voraussetzung für die Eröffnung der Privatinsolvenz.
  3. Im Rahmen der Schuldensanierung erstellt der Berater zusammen mit dem Schuldner einen Schuldenbereinigungsplan und sendet diesen an alle Gläubiger, um eine außergerichtliche Schuldenbereinigung zu erreichen.
  4. Experten teilen mit, dass die meisten Gläubiger einer Schuldensanierung zustimmen, wenn der Schuldner ihnen mehr als 50 % der Schulden anbieten. Dennoch können Gläubiger unter Umständen ihren Schuldnern bis zu 80 % Schulden erlassen.
  5. Es ist nicht ratsam, für eine Schuldensanierung teure Kredite aufzunehmen, da somit schneller in eine Schuldenfalle getappt wird.

Schuldensanierung: Was ist das?

Was ist Schuldensanierung und wann wird sie angestrebt?
Was ist Schuldensanierung und wann wird sie angestrebt?
Der ZEIT zufolge waren im Jahr 2017 mehr als 10 % der Bundesbürger überschuldet, wobei von einer Überschuldung gesprochen wird, wenn das Vermögen des Schuldners nicht mehr reicht, um seine bestehenden Verbindlichkeiten zu decken.

Was können Schuldner tun, um aus den Schulden zu kommen?

Unter anderem mit der sogenannten Schuldensanierung können Schuldner schrittweise ihre Schulden abbauen.

Doch was hat Schuldensanierung für eine Bedeutung? Ist eine Schuldensanierung selber zu machen oder sollte dafür professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden? Welche Stellen bieten Unterstützung für eine private Schuldensanierung an?

Wie funktioniert eine Schuldensanierung?

Strebt ein Schuldner eine Schuldensanierung an, sollte er eine fachliche Beratung in Anspruch nehmen, wobei ihm entweder ein Anwalt oder ein Schuldnerberater behilflich sein könnte. Zwar gibt es zahlreiche kostenlose Schuldnerberatungsstellen, jedoch hat der Schuldner bei einem kostenpflichtigen Anwalt eine höhere Chance, einen Termin zu bekommen.

Zunächst ist es notwendig, dass der Schuldner für die professionelle Schuldensanierung alle Unterlagen sammelt, die für seine finanzielle Situation relevant sind. Das sind Dokumente, die Informationen zu seinem Einkommen sowie seinem Vermögen beinhalten. Am wichtigsten sind Nachweise über seine Schulden sowie deren Höhe. Zudem sollte eine Liste aller Gläubiger erstellt und dem Schuldenberater ausgehändigt werden.

Im ersten Schritt wird der Berater prüfen, ob die Schulden rechtmäßig sind. Unter Umständen sind den Gläubigern Fehler unterlaufen, sodass die Schulden nicht berechtigt oder bereits verjährt sind.

Zudem setzt er sich mit der finanziellen Situation des Schuldners auseinander, um ihn weiter beraten zu können. Im nächsten Schritt kontaktiert der Schuldenberater alle Gläubiger und schlägt diesen eine außergerichtliche Schuldenbereinigung vor. Zuvor erstellt er zusammen mit dem Schuldner einen Schuldenbereinigungsplan, den er ebenfalls an alle Gläubiger sendet.

Wie funktioniert eine Schuldensanierung und was müssen Sie dabei beachten?
Wie funktioniert eine Schuldensanierung und was müssen Sie dabei beachten?
Mit Hilfe des Schuldenbereinigungsplan können die Schulden überblickt und gezielt getilgt werden.

Dieser sollte möglichst detailliert und vollständig sein, nicht nur, damit die Chancen erhöht werden, dass die Gläubiger einer außergerichtlichen Schuldensanierung zustimmen, sondern auch, damit der Schuldner sowie der Berater den Überblick über die Schulden nicht verlieren.

Bei der Erstellung des Schuldenbereinigungsplan werden die berufliche Situation des Schuldners und mögliche Unterhaltspflichten berücksichtigt. Es sollen im Rahmen der Schuldensanierung nur Beträge angeboten werden, die der Schuldner sich auch leisten kann, damit er nach der Leistung der monatlichen Rate seinen Lebensunterhalt noch bestreiten kann. Auf der anderen Seite sollte den Gläubigern nicht zu wenig angeboten werden, da sie sonst der Schuldensanierung nicht zustimmen würden. Statistiken haben gezeigt, dass Schuldner meistens Erfolg haben, wenn sie ihren Gläubigern mindestens 50 % der Schulden anbieten. Doch bei einer geschickten Verhandlung könnten Gläubiger ihren Schuldnern bis zu 80 % der Schulden erlassen.

Eine Schuldensanierung ist kostengünstiger für den Schuldner, aber auch für Gläubiger von Vorteil, da diese im Falle einer Privatinsolvenz unter Umständen alle Verbindlichkeiten verlieren. Eine außergerichtliche Schuldenbereinigung ist darüber hinaus die Voraussetzung für die Eröffnung der Privatinsolvenz.

Mit einem Schuldenbereinigungsplan könnte der Schuldner zwischen 20 und 80 Prozent der Schulden einsparen.

Eine Schuldensanierung im Rahmen einer außergerichtlichen Schuldenreinigung kann nur zustande kommen, wenn alle Gläubiger damit einverstanden sind. Wäre ein einziger Gläubiger gegen die außergerichtliche Einigung, muss Privatinsolvenz angemeldet werden.

Soll ein Kredit für eine Schuldensanierung aufgenommen werden?

Soll für eine Schuldensanierung ein Kredit aufgenommen werden?
Soll für eine Schuldensanierung ein Kredit aufgenommen werden?
Für Viele ist eine solche Schuldensanierung ohne einen Kredit nicht möglich, vor allem, wenn sie kein festes Einkommen erzielen.

Wie kann also eine Schuldensanierung für Arbeitslose funktionieren? In dem Fall greifen viele auf ein neues Darlehen zurück, um unter anderem alte Kredite umzuschulden. Ist es möglich, seriöse Kredite für eine Schuldensanierung zu bekommen?

Da Geldinstitute in Deutschland verpflichtet sind, eine Schufa-Auskunft von Antragstellern zu verlangen, haben Arbeitslose mit Schulden in der Regel keine Chance auf einen Kredit für die Schuldensanierung, welcher seriös ist. Es sei denn, der Schuldner kann eine Bürgschaft vorweisen, der im Falle eines Kreditausfalls die monatlichen Raten anstelle des Schuldners bezahlt.

Nicht selten nehmen deutsche Verbraucher aus diesem Grund die Angebote von Geldinstituten aus dem Ausland in Anspruch, insbesondere aus der Schweiz. Obwohl ausländische Geldinstitute keine Schufa-Auskunft verlangen, sind Einkommensnachweise zwingend erforderlich, sodass in dem Fall auch eine Bürgschaft benötigt wird.

Es ist wichtig zu wissen, dass Kredite aus dem Ausland meistens sehr hohen Zinsen und eine lange Laufzeit mit sich bringen, sodass der Schuldner die Schulden sehr lange zurückzahlen muss. Wenn Sie eine Schuldensanierung anstreben und die Mittel nicht haben, sollten Sie mit Ihrem Berater besprechen, welche Schritte notwendig sind, um die gewünschte Schuldenbereinigung zu erreichen. Für Hartz-4-Empfänger gibt es die Möglichkeit, beim Jobcenter einen Kredit aufzunehmen. Die entsprechenden Mitarbeiter des für Sie zuständigen Jobcenters können Sie dementsprechend beraten.
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