Schuldnerberatung durch das Jobcenter: Ist eine Kostenübernahme möglich?

Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Schuldnerberatung vom Jobcenter

  • Damit die Kosten für eine Schuldnerberatung vom Jobcenter übernommen werden können, müsste der Hartz-4-Empfänger einen Antrag für die Übernahme stellen.
  • Hartz-4-Bezieher können des Weiteren eine kostenlose Schuldnerberatung von öffentlichen, gemeinnützigen oder staatlichen Beratungsstellen bekommen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen dafür erfüllen.
  • Wenn die Kosten für die Schuldnerberatung nicht vom Jobcenter übernommen werden, kann der Hartz-4-Empfänger einen Beratungsschein beim zuständigen Amtsgericht beantragen. Mit dem Beratungsschein bekommt er eine anwaltliche Beratung für 15 Euro.

Wo gibt es eine kostenlose Schuldnerberatung für Hartz-4-Empfänger?

Können die Kosten für eine Schuldnerberatung vom Jobcenter übernommen werden?
Können die Kosten für eine Schuldnerberatung vom Jobcenter übernommen werden?

Arbeitslosengeld I- und II-Empfänger haben monatlich nur einen bestimmten Betrag zur Verfügung, mit dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen. Wenn während oder bereits vor der Arbeitslosigkeit Schulden entstehen, ist es für die Betroffenen schwer, aus eigener Kraft aus der Schuldenfalle zu kommen. Wie alle anderen Schuldner benötigen Hartz-4-Empfänger in dem Fall eine Schuldnerberatung. Übernimmt das Jobcenter die entstehenden Kosten?

§ 16 des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) zufolge können die Kosten für eine Schuldnerberatung vom Jobcenter übernommen werden. Für die Kostenübernahme muss der Hartz-4-Empfänger jedoch beim Jobcenter einen Antrag stellen. Bei der Antragstellung sollte der Arbeitslose erläutern, dass der Abbau seiner Schulden für die Eingliederung in den Arbeitsmarkt wichtig sei.

Haben Sie die Kostenübernahme für eine Schuldnerberatung beim Jobcenter beantragt und einen Ablehnungsbescheid erhalten, können Sie dagegen einen schriftlichen Einspruch einlegen. Nach dem Eingang des Einspruches muss das Jobcenter seine Entscheidung erneut prüfen. Dem Hartz-4-Empfänger steht zudem die Möglichkeit offen, vor dem Sozialgericht Klage einzureichen.

Gibt es kostenlose Schuldnerberatungen?

Wo gibt es noch eine kostenlose Schuldnerberatung für Hartz-4-Empfänger?
Wo gibt es noch eine kostenlose Schuldnerberatung für Hartz-4-Empfänger?

Unabhängig vom Jobcenter und Beratungsschein steht einkommensschwachen Personen die Möglichkeit offen, sich von Mitarbeitern von staatlichen oder gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen helfen zu lassen. Eine kostenlose Schuldnerberatung bieten unter anderem Stellen wie Diakonie, Caritas oder Deutsches rotes Kreuz an.

Zwar haben staatliche oder gemeinnützige Schuldnerberatungsstellen den Vorteil, dass sie kostenlos sind, jedoch ist es in der Regel etwas schwierig, dort einen Termin zu bekommen. Aufgrund der Auslastung müssten Schuldner damit rechnen, dass sie monatelang warten müssen, bis ihnen ein Termin zugeteilt wird.

Können Sie einen Beratungsschein für eine Schuldnerberatung beim Jobcenter beantragen?

Kann ein Beratungsschein für die Schuldnerberatung beim Jobcenter beantragt werden?
Kann ein Beratungsschein für die Schuldnerberatung beim Jobcenter beantragt werden?

Hilfebedürftige Personen haben in der Regel die Möglichkeit, Beratungshilfe zu beantragen, wenn sie die Voraussetzungen dafür erfüllen. Beratungshilfe können sie jedoch nicht beim Jobcenter, sondern beim zuständigen Amtsgericht ihres Wohnortes beantragen.

Da vor dem Gesetz jeder, unabhängig von seinem Einkommen und Vermögen, gleich sein sollte, gibt es die Beratungshilfe, die einkommensschwachen Personen ermöglichen sollte, in außergerichtlichen Angelegenheiten eine juristische Beratung zu bekommen. So bekommen unter Umständen auch Hartz-4-Empfänger eine Schuldnerberatung, wenn das Jobcenter sich weigern sollte, die Kosten dafür zu übernehmen.

Bekommt der Hartz-4-Empfänger einen Beratungsschein, kann er eine anwaltliche Schuldnerberatung bekommen und muss dafür lediglich 15 Euro zahlen.

Wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wird und Gerichtskosten entstehen, müsste der Hartz-4-Empfänger statt Beratungshilfe Prozesskostenhilfe (PKH) beantragen.
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