Überschuldung einer GmbH: Wann ist sie überschuldet?

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 21. November 2020

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Überschuldung einer GmbH

  1. Eine Überschuldung der GmbH liegt vor, wenn die Fortführungsprognose für die prognostizierte Zeit negativ ausfällt.
  2. Eine bilanzielle Überschuldung der GmbH liegt vor, wenn die Aktivseite Handelsbilanz einen Fehlbetrag aufweist, der nicht durch Eigenkapital gedeckt wird.
  3. Liegt die Überschuldung der GmbH vor, muss der Geschäftsführer ein Insolvenzverfahren eröffnen. Andernfalls begeht er eine Straftat.

Wann ist eine GmbH überschuldet?

Bevor die Frage geklärt werden kann, wann bei einer GmbH die Überschuldung eintritt, gilt es zu erklären, was eine GmbH ist und wie Überschuldung definiert wird.

Wann wird von einer Überschuldung der GmbH gesprochen?
Wann wird von einer Überschuldung der GmbH gesprochen?

Die GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung – ist eine Kapitalgesellschaft, die von mindestens einem Gesellschafter gegründet wird, welcher eine juristische Person ist. Eine juristische Person ist jemand, der selbst als Kaufmann im Geschäftsverkehr auftritt. Wird ein Vertrag abgeschlossen, erfolgt dies nicht durch die Gesellschafter, sondern vom Unternehmen.

Von jeder GmbH gibt es in der Regel einen Geschäftsführer, der sämtliche geschäftliche Angelegenheiten übernimmt. Ein Geschäftsführer behält jederzeit den Überblick über die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens.

Wann wird von einer Überschuldung der GmbH gesprochen? Neben der Zahlungsunfähigkeit ist Überschuldung ein Grund, um ein Insolvenzverfahren zu eröffnen. In § 19 Abs. 2 der Insolvenzordnung wird Überschuldung wie folgt definiert:

Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich.

Ob eine Überschuldung der GmbH vorliegt, muss der Geschäftsführer prüfen. Hierfür muss er zunächst analysieren, ob eine Zahlungsunfähigkeit vorliegt. In § 17 der InsO lautet die Definition von Zahlungsunfähigkeit wie folgt:

(1) Allgemeiner Eröffnungsgrund ist die Zahlungsunfähigkeit.

(2) Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat.

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Fortbestehensprognose

Wenn keine Zahlungsunfähigkeit vorliegt, muss eine Fortbestehensprognose durchgeführt werden. Dabei müssen folgende Aspekte untersucht werden:

  • Ist ein umsetzbares Unternehmenskonzept für das aktuelle und das folgende Geschäftsjahr vorhanden?
  • Ist eine Liquiditätsprognose vorhanden, die besagt, dass die GmbH während einer bestimmten Zeit nicht zahlungsunfähig wird?
  • Besteht ein Wille zur Fortführung der GmbH?
Wenn die Prognose negativ ausfällt, muss die Überschuldung der GmbH mit einer Berechnung überprüft werden.
Wenn die Prognose negativ ausfällt, muss die Überschuldung der GmbH mit einer Berechnung überprüft werden. 

Wenn alle drei Fragen mit “Ja” beantwortet werden können, besteht laut den Regelungen der InsO keine Überschuldung der GmbH. Eine positive Fortführungsprognose ist demnächst ausschlaggebend. Wenn die Prognose jedoch negativ ausfällt, muss die Überschuldung der GmbH mit einer Berechnung überprüft werden.

Für die Berechnung der Überschuldung der GmbH wird zunächst eine Bilanz aufgestellt, wobei Vermögen und Verbindlichkeiten gegenübergestellt werden. Übersteigen die Verbindlichkeiten das Vermögen, liegt eine rechnerische Überschuldung der GmbH vor.

Was können Sie tun, wenn eine Überschuldung der GmbH vorliegt?

Eine Überschuldung der GmbH festzustellen ist die Aufgabe des Geschäftsführers. Sobald das Unternehmen als überschuldet gilt, muss der Geschäftsführer handeln. § 19 Abs. 1 InsO zufolge ist die Überschuldung der GmbH, also bei juristischen Personen, neben der Zahlungsunfähigkeit ein Grund für eine Insolvenzeröffnung.

Die Verantwortlichen eines Unternehmens sind verpflichtet, innerhalb von drei Wochen nach Eintritt der Überschuldung der GmbH beim zuständigen Insolvenzgericht einen Eröffnungsantrag zu stellen. In dem Fall muss eine Regelinsolvenz angemeldet werden.

Liegt eine Überschuldung der GmbH vor und der Geschäftsführer stellt keinen Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, kann er wegen Insolvenzverschleppung belangt werden. Insolvenzverschleppung kann mit einer Geldstrafe oder mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (38 Bewertungen, Durchschnitt: 4,18 von 5)
Überschuldung einer GmbH: Wann ist sie überschuldet?
Loading...
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Ersten Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.