Welche Vergütung erhält ein Insolvenzverwalter bei der Privatinsolvenz?

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 20. November 2020

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Kurz und knapp: Das Wichtigste zur Vergütung eines Insolvenzverwalters

  1. Die Vergütung, die ein Insolvenzverwalter erhält, richtet sich unter anderem nach den Regelungen, die dazu in der Insolvenzordnung (InsO) und der insolvenzrechtlichen Vergütungsverordnung (InsVV) festgehalten sind.
  2. Grundsätzlich bemisst sich die Vergütung des Insolvenzverwalters anhand des Wertes der Insolvenzmasse zur Zeit der Beendigung des Insolvenzverfahrens.
  3. Auch die Anzahl der Gläubiger beeinflusst die Vergütung von einem Insolvenzverwalter bei der Verbraucherinsolvenz.

Es kommt auf die Insolvenzmasse an

Bei der Privatinsolvenz hängt die Vergütung des Insolvenzverwalters von der Insolvenzmasse ab. Je größer diese ist, umso mehr Geld verdient er also. Laut § 2 Abs. 1 InsVV erhält der Insolvenzverwalter

1. von den ersten 25.000 Euro der Insolvenzmasse 40 vom Hundert,
2. von dem Mehrbetrag bis zu 50.000 Euro 25 vom Hundert,
3. von dem Mehrbetrag bis zu 250.000 Euro 7 vom Hundert,
4. von dem Mehrbetrag bis zu 500.000 Euro 3 vom Hundert,
5. von dem Mehrbetrag bis zu 25.000.000 Euro 2 vom Hundert,
6. von dem Mehrbetrag bis zu 50.000.000 Euro 1 vom Hundert,
7. von dem darüber hinausgehenden Betrag 0,5 vom Hundert.

Die Höhe der Vergütung für den Insolvenzverwalter hängt jedoch auch von der Anzahl der Gläubiger ab. Gibt es maximal zehn Gläubiger, beträgt die Vergütung mindestens 1.000 Euro. Bei mehr Gläubigern erhöht sich der Wert entsprechend.

Hat der Insolvenzverwalter jedoch nicht das Vermögensverzeichnis , die Vermögensübersicht, ein Verzeichnis über die Gläubiger und ein Forderungsverzeichnis erstellt, verringert sich die Vergütung, die dem Insolvenzverwalter zusteht, auf 800 Euro.

Der Insolvenzverwalter wird während der Wohlverhaltensphase zum Treuhänder. Die Vergütung, die dem Treuhänder im Insolvenzverfahren zusteht, bemisst sich gemäß § 14 InsVV anhand der Summe der Beträge, die auf Grund der Abtretungserklärung des Schuldners oder auf andere Weise zur Befriedigung der Gläubiger des Schuldners beim Treuhänder eingehen.
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Vergütung des Insolvenzverwalters bei der Regelinsolvenz

Die Regelinsolvenz müssen Selbstständige und Unternehmen durchlaufen. Das Verfahren ist um einiges komplizierter als die vereinfachte Privatinsolvenz und der Insolvenzverwalter hat mehr Pflichten und Aufgaben. Der Insolvenzverwalter erhält hier die gleiche Vergütung, wie oben angegeben. Für besondere Aufgaben erhält er jedoch mehr Geld. So steigt die Vergütung für den Insolvenzverwalter zum Beispiel, wenn er einen Insolvenzplan erstellt.

Besondere Regelungen für die Vergütung: Vorläufiger Insolvenzverwalter

Vergütung für den Insolvenzverwalter: Eine Tabelle ist im InsVV zu finden.
Vergütung für den Insolvenzverwalter: Eine Tabelle ist im InsVV zu finden.

Bei einer Regelinsolvenz kann es dazu kommen, dass schon vor Eröffnung des Verfahrens ein sogenannter vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wird. Er sorgt unter anderem dafür, dass Schuldner kein Vermögen aus der Insolvenzmasse entfernen. Somit sichert er das bestehende Vermögen des Unternehmens und sorgt dafür, dass die Gläubiger daraus befriedigt werden können.

Welche Vergütung einem vorläufigen Insolvenzverwalter zusteht ist auch der InsVV zu entnehmen. Zum Großteil gelten laut § 10 InsVV hier die gleichen Vorschriften wie auch für den herkömmlichen Insolvenzverwalter.

Zu beachten ist jedoch, dass bei der Berechnung der Vergütung des Insolvenzverwalters das Vermögen zugrunde gelegt werden muss, auf das sich seine Tätigkeit während des Eröffnungsverfahrens erstreckt. Dies ist § 11 Abs. 1 InsVV zu entnehmen. Laut § 63 Abs. 3 InsO gilt außerdem, dass er in der Regel 25 Prozent der Vergütung des regulären Insolvenzverwalters erhält.

Grundsätzlich muss, wenn für die Vergütung, die einem Insolvenzverwalter zusteht, eine Berechnung durchgeführt wird, jedoch Folgendes beachtet werden: Laut § 11 Abs. 3 InsVV sind auch Art und Umfang der Tätigkeit des vorläufigen Insolvenzverwalters zu beachten.
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