Was bedeutet ein Vollstreckungsbescheid für den Schuldner?

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 22. November 2020

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Kurz & knapp: Das Wichtigste zum Vollstreckungsbescheid

  1. Wenn Sie Ihre Schulden nicht bezahlen, erfolgen nacheinander ein Mahn- und ein Vollstreckungsbescheid.
  2. Der Schuldner hat nach Erhalt des Vollstreckungsbescheides zwei Wochen Zeit, um Einspruch gegen diesen zu erheben. Es empfiehlt sich jedoch, nur Einspruch zu erheben, wenn dieser Fehler enthält, ansonsten können nach dem Vollstreckungsbescheid weitere Kosten anfallen.
  3. Der Gläubiger hat mit einem rechtskräftigen Vollstreckungsbescheid den Anspruch, eine sofortige Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners zu veranlassen.
  4. Sie können in der Regel keinen Vollstreckungsbescheid beantragen, ohne zuvor einen Mahnbescheid an den Schuldner gesendet zu haben.
  5. Der Vollstreckungsbescheid hat eine Gültigkeit von 30 Jahren. Innerhalb dieser Zeit kann der Gerichtsvollzieher bzw. der Gläubiger beim Schuldner vollstrecken.
  6. Es entstehen keine Kosten für den Vollstreckungsbescheid.

Was ist ein Vollstreckungsbescheid?

Was heißt Vollstreckungsbescheid? Welche Definition hat er?
Was heißt Vollstreckungsbescheid? Welche Definition hat er?

Bei einem Schuldverhältnis besteht für Gläubiger die Möglichkeit, einen Vollstreckungsbescheid zu beantragen, um ihre Schulden beim Schuldner eintreiben zu können.

Mit einem rechtskräftigen Vollstreckungsbescheid, welcher die Wirkung eines Pfändungstitels hat, kann der Gläubiger eine sofortige Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners veranlassen.

Wird der Vollstreckungsbescheid an den Schuldner geschickt, ist die Verjährung unterbrochen, womit die bestehenden Forderungen langfristig gesichert werden.

Um mit einem Vollstreckungsbescheid vollstrecken zu können, muss der Gläubiger zunächst einen Antrag auf Erlass eines Vollstreckungsbescheids stellen. Doch zuvor muss er einen Mahnbescheid beantragen, der die Verjährung der Forderung hemmt und ein gerichtliches Mahnverfahren eröffnet. Ohne den Mahnbescheid kann kein Vollstreckungsbescheid ausgestellt werden.

Wie hoch die Gerichtskosten für den Mahnbescheid ausfallen, hängt von der Höhe der Forderung ab. Es entstehen aber keine weiteren Gerichtskosten für einen Vollstreckungsbescheid.

Nach Erhalt des Mahnbescheides hat der Schuldner die Möglichkeit, Widerspruch gegen die Forderung zu erheben. Widerspricht der Schuldner dem Mahnbescheid innerhalb von zwei Wochen nicht, kann der Gläubiger den Vollstreckungsbescheid beim Mahngericht beantragen. Die Frist für den Antrag auf den Vollstreckungsbescheid beträgt sechs Monate nach Zustellung des Mahnbescheids.

Wie kommt es zum Vollstreckungsbescheid?

Ein Vollstreckungsbescheid kann eine Kontopfändung zur Folge haben.
Ein Vollstreckungsbescheid kann eine Kontopfändung zur Folge haben.

Bevor Sie einen Vollstreckungsbescheid erhalten, erfolgt zunächst ein außergerichtliches Mahnverfahren. Haben Sie offene Schulden bei einem Gläubiger und zahlen diese nicht, wird er Ihnen Zahlungsaufforderungen in Form von Mahnungen schicken, durch die Sie in Verzug gesetzt werden. Sie können jedoch auch ohne Mahnung in Verzug geraten, wenn es zuvor ein eindeutiges Zahlungsziel gab, auf das Sie hingewiesen wurden.

Die Voraussetzung für einen Mahnbescheid ist demnach, dass Sie als Schuldner mit der Zahlung im Verzug sind. Der Mahnbescheid muss beim zuständigen Gericht beantragt werden.

Grundsätzlich kann so oft gemahnt werden, wie der Gläubiger möchte. Jedoch wird in der Praxis nach der 2. oder 3. Mahnung ein Mahnbescheid beantragt. Ab der 2. Mahnung können Kosten für die Mahnung entstehen. Mit der Sendung des Mahnbescheides wird das gerichtliche Mahnverfahren eröffnet. Geht der Mahnbescheid bei Ihnen ein, haben Sie zwei Wochen Zeit, um gegen diesen einen Widerspruch einzulegen.

Wird innerhalb von zwei Wochen kein Widerspruch eingelegt, folgt dem Mahnbescheid ein Vollstreckungsbescheid. Ist dieser rechtskräftig, hat der Gläubiger die Grundlage für die Zwangsvollstreckung.

Haben Sie einen Mahnbescheid erhalten, sollten Sie unbedingt die gegen Sie geltend gemachten Forderungen genauestens kontrollieren. Das Amtsgericht prüft grundsätzlich nicht, ob die Forderung sowie deren Höhe rechtmäßig ist. Das Gericht prüft nur, ob der Mahnbescheid formal korrekt ist.

Wie lange ist ein Vollstreckungsbescheid gültig?

Bestimmungen für einen Vollstreckungsbescheid regelt die ZPO (§ 699 Zivilprozessordnung).
Bestimmungen für einen Vollstreckungsbescheid regelt die ZPO (§ 699 Zivilprozessordnung).

Wann tritt bei einem Vollstreckungsbescheid die Verjährung ein? Ein Vollstreckungsbescheid oder ein Titel hat eine Gültigkeit von 30 Jahren, wenn in der Zwischenzeit keine Verjährungsunterbrechung erfolgt.

Trotz Verjährungsunterbrechung können jedoch die Zinsen verjähren. Um die Verjährung der Zinsen zu verhindern, kann der Gläubiger diese ebenfalls titulieren lassen.

Eine Verjährungsunterbrechung erfolgt in der Praxis meistens durch Klage oder Widerspruch gegen den Vollstreckungsbescheid.

Was passiert nach einem Vollstreckungsbescheid?

Mit dem Vollstreckungsbescheid kann der Gläubiger sofort eine Zwangsvollstreckung gegen den Schuldner einleiten. Er kann mit dem Vollstreckungsbescheid einen Gerichtsvollzieher beauftragen, dem Schuldner den Bescheid zuzustellen oder ihm diesen per Post zuzusenden.

Was kommt nach dem Vollstreckungsbescheid? Die Folgen sind meistens Lohnabtretungen und Pfändungen, beispielsweise Kontopfändung, Lohnpfändung oder Sachpfändung.

Sie haben einen Vollstreckungsbescheid bekommen, wann kommt der Gerichtsvollzieher? Wird der Vollstreckungsbescheid vom Gerichtsvollzieher zugestellt, beginnt dieser sofort mit der Zwangsvollstreckung. Verläuft die Vollstreckung erfolglos, kann der Gerichtsvollzieher eine Vermögensauskunft verlangen, aus der hervorgeht, welches Vermögen er besitzt.

Mit der Vermögensauskunft möchte der Gerichtsvollzieher herausfinden, ob und was bei dem Schuldner gepfändet werden kann. Der Schuldner ist verpflichtet, dem Gerichtsvollzieher in vollem Umfang seine gesamten Vermögensverhältnisse mitzuteilen. Eine Verweigerung oder falsche Angaben können zu einem Haftbefehl führen.

Bekommt der Schuldner einen Vollstreckungsbescheid, muss er damit rechnen, dass die Auskunftei davon erfährt und er zukünftig unter Umständen keine Kredite mehr bekommt oder Verträge abschließen kann, die eine finanzielle Sicherheit voraussetzen.

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →
Innerhalb von zwei Wochen nach der Zustellung kann der Schuldner einen Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid einreichen. Nach Ablauf der Frist steht dem Schuldner kein Rechtsmittel mehr gegen den Vollstreckungsbescheid zur Verfügung. Es empfiehlt sich jedoch nur, wenn die Forderungen unberechtigt sind, andernfalls können dadurch noch mehr Kosten entstehen.

Vollstreckungsbescheid erhalten: Was sollen Sie nun tun?

In der Regel entstehen keine Gebühren für einen Vollstreckungsbescheid.
In der Regel entstehen keine Gebühren für einen Vollstreckungsbescheid.

Erhalten Sie einen Vollstreckungsbescheid und sollen bezahlen, obwohl der Vollstreckungsbescheid teilweise unbegründet ist, können Sie Einspruch einlegen.

Damit können Sie aber eventuelle Vollstreckungsmaßnahmen des Gläubigers nicht stoppen. Dies ist nur möglich, wenn Sie gleichzeitig einen Antrag auf vorläufige Einstellung der Zwangsvollstreckung stellen.

Der Antrag erhalten Sie zusammen mit dem Vollstreckungsbescheid als Anhang.

Haben Sie Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid eingelegt, wird ein gerichtliches Verfahren eingeleitet, in dem über die Forderung gestritten wird. Das Verfahren wird in der Regel durch Schriftwechsel geführt.

Mündliche Verhandlungen finden nur statt, wenn sie unbedingt nötig sind. Am Ende entscheidet das Gericht, ob und in welcher Höhe die Forderung berechtigt ist.

Legen Sie keinen Widerspruch ein, geht das Gericht davon aus, dass Sie die Forderungen anerkennen. Demzufolge können zukünftige Einwendungen gegen das Bestehen der Forderung oder die Höhe der Forderung nicht mehr geltend gemacht werden.

Nach Erhalt des Vollstreckungsbescheides sollten Sie so schnell wie möglich einen Anwalt oder eine Schuldnerberatung konsultieren. Zu einem Termin sollten Sie alle relevanten Unterlagen sowie alle Schriftstücke, die Sie im Mahnverfahren bekommen haben, mitnehmen.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (67 Bewertungen, Durchschnitt: 4,10 von 5)
Was bedeutet ein Vollstreckungsbescheid für den Schuldner?
Loading...
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Ersten Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.