Was darf ein Insolvenzverwalter nicht?

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 24. November 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zu „Was darf ein Insolvenzverwalter nicht?“

  1. Ein Insolvenzverwalter verfügt über Ihr gesamtes Vermögen. Er darf aber nicht alles pfänden. Einige Dinge sind davon ausgenommen und stehen unter Pfändungsschutz.
  2. Verletzt der Verwalter seine Pflichten schuldhaft, wird er selbst dafür zur Verantwortung gezogen.

Der Insolvenzverwalter begleitet Sie über Jahre hinweg

Gut zu wissen: Was darf ein Insolvenzverwalter nicht?
Gut zu wissen: Was darf ein Insolvenzverwalter nicht?

Ein Insolvenzverfahren ist für Menschen mit hoher Verschuldung oft der einzige, aber dafür auch sehr aussichtsreiche, Weg aus den Schulden herauszukommen und wieder ein normales Leben ohne die Angst vor der nächsten Mahnung zu führen. Nicht wenige Schuldner bangen dabei um ihr Hab und Gut. Schließlich kommt in einer Privatinsolvenz alles unter den Hammer, was zu Geld gemacht werden kann, um Ihre Schulden zu decken.

Da kommt schnell die Frage auf: Was darf ein Insolvenzverwalter eigentlich nicht mitnehmen? Wie sehen seine Verpflichtungen aus? Muss ich wirklich alles hergeben? In diesem Ratgeber klären wir diese und weitere Fragen zur Insolvenz, Insolvenzmasse und zum Insolvenzverwalter.

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Insolvenzmasse: Was darf ein Insolvenzverwalter nicht mitnehmen?

Was darf ein Insolvenzverwalter nicht? Ihre Möbel pfänden.
Was darf ein Insolvenzverwalter nicht? Ihre Möbel pfänden.

Die Insolvenzmasse umfasst alle Wertgegenstände und -anlagen, die ein Schuldner bei Eröffnung des Verfahrens besitzt oder währenddessen erlangt und die in einer Privatinsolvenz der Schuldentilgung den Gläubigern zugutekommen. Ein Insolvenzverwalter, der von einem Gericht bestimmt wird, nimmt die Insolvenzmasse in seinen Besitz und verwaltet diese. Diese kann er anschließend verkaufen oder versteigern, um die Gegenstände in Geld umzuwandeln. So sollen möglichst viele Ihrer Schulden abgetragen und der Erlös auf die Gläubiger verteilt werden.

Es gibt aber einige Dinge und sogar Geldbeträge, die davon ausgenommen sind. Was darf ein Insolvenzverwalter also nicht an sich nehmen? Zunächst einmal haben Sie bei Ihrem Einkommen eine Pfändungsfreigrenze, die der Verwalter einhalten muss. Darunter darf nicht gepfändet werden. Leben Sie bspw. allein und müssen niemandem Unterhalt zahlen, dürfen Sie 1139,99 € von Ihrem Einkommen behalten. Haben Sie ein Kind, sind es 1569,99 € (Stand: März 2019).

Was darf ein Insolvenzverwalter außerdem nicht pfänden? Ihre Möbel, Kleidung, Haustiere und alles, was Sie für Ihre Arbeit benötigen, bleiben unangetastet. Sehr hochwertige Fernseher oder Laptops dürfen aber gegen weniger wertvolle Modelle ausgetauscht werden. In der Privatinsolvenz dürfen Sie Ihr Auto zudem nur unter bestimmten Voraussetzungen behalten.

Guthaben, das Sie sich angespart haben, Bausparverträge und weitere Dinge darf Ihr Insolvenzbetreuer in der Regel hingegen verwerten. Mit Hilfe einer Schuldnerberatung können Sie bereits vorab die Frage „Was darf ein Insolvenzverwalter nicht?“ klären und sich so Gewissheit verschaffen.

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Insolvenzverwalter – Welche Rechte und Pflichten hat er?

Ein Insolvenzverwalter hat Rechte und Pflichten. Kommen Sie Ihren nach, folgt meist die Restschuldbefreiung.
Ein Insolvenzverwalter hat Rechte und Pflichten. Kommen Sie Ihren nach, folgt meist die Restschuldbefreiung.

Zunächst einmal: Der Insolvenzverwalter ist nicht Ihr Feind. Zwar wird er einige Gegenstände und Wertanlagen pfänden, was vielen Schuldnern ein Dorn im Auge ist. Aber am Ende des Insolvenzverfahrens steht Ihre Restschuldbefreiung, wenn Sie alle Bedingungen dafür erfüllt haben. Das heißt, dass Sie dann schuldenfrei sind und einen Neuanfang wagen dürfen.

Was darf ein Insolvenzverwalter nicht? Er darf nicht etwa willkürlich pfänden. Er muss genau auflisten, was er mitnimmt und zu Geld macht. Darüber legt er ein Verzeichnis an und ein weiteres über die Gläubiger. Am Ende des Verfahrens gibt es eine Schlussabrechnung, bei der der Verwalter alle Verkäufe und Einnahmen belegen muss. Solche Belege können jederzeit von der Gläubigerversammlung eingefordert werden. Und auch vor dem Insolvenzgericht hat der Verwalter eine Auskunftspflicht, durch die die Richter zu jedem Zeitpunkt Berichte anfordern können.

Daneben hat der Ihnen zugeteilte Insolvenzbetreuer die Pflicht, zuerst die Massegläubiger gnädig zu stimmen. Denn diese haben Vorrang vor den normalen Gläubigern und müssen im Gegensatz zu diesen meist voll ausgezahlt werden. So eine Masseverbindlichkeit besteht beispielsweise bei offenen Löhnen oder Mietzahlungen. Aber auch die Kosten, die durch das Insolvenzverfahren entstehen, gehören dazu.

Außerdem trägt der Verwalter eine beachtliche Eigenverantwortung. Denn er haftet für eine schuldhafte Pflichtverletzung selbst mit Schadenersatz gegenüber Gläubigern und Schuldnern, wie es in § 60 der Insolvenzordnung (InsO) geschrieben steht:

„Der Insolvenzverwalter ist allen Beteiligten zum Schadenersatz verpflichtet, wenn er schuldhaft die Pflichten verletzt, die ihm nach diesem Gesetz obliegen. Er hat für die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Insolvenzverwalters einzustehen.“

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Ein Kommentar

  1. Holjevic said:

    Ich habe mir im März 2019 einen neuen 50 ccm chopper gekauft für 4.400€.Ist es pfaendbar bei Insolvenz?

    30. September 2019
    Reply

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