Wie oft kann man eine Privatinsolvenz beantragen?

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Kurz und knapp: Das Wichtigste zur Frage „Wie oft kann man einen Insolvenzantrag stellen?“

  1. Wie oft kann man eine Privatinsolvenz anmelden? Das ist laut Insolvenzrecht rein theoretisch nicht begrenzt.
  2. Allerdings müssen Schuldner nach einer bereits durchlaufenen privaten Insolvenz zehn, fünf oder drei Jahre warten, bis sie einen erneuten Antrag stellen dürfen.
  3. Wie lang die Wartezeit ist, hängt davon ab, ob die Privatinsolvenz erfolgreich beendet wurde oder ob es zur Versagung der Restschuldbefreiung kam.

Grundlagen im Insolvenzrecht: Was gibt die InsO zur Wiederholung der Insolvenz vor?

Wie oft kann man die private Insolvenz anmelden? Die InsO sieht keine Begrenzung vor.
Wie oft kann man die private Insolvenz anmelden? Die InsO sieht keine Begrenzung vor.

Im Jahr 2018 waren laut Angaben des von Creditreform erstellten Schuldneratlas mehr als 6,9 Millionen Menschen über 18 Jahre in Deutschland überschuldet. Das bedeutet, dass weder Einkommen noch Vermögen ausreichten, um fällige Rechnungen zu bezahlen. Für viele Betroffene ist die Privatinsolvenz der letzte Ausweg aus der Schuldenfalle. Sie endet in der Regel nach rund sechs Jahren mit der Restschuldbefreiung.

Nicht immer hilft die Insolvenz den Schuldnern jedoch dabei, ihre Probleme im Umgang mit Geld in den Griff zu bekommen. Manche häufen auch nach der Restschuldbefreiung wieder neue Schulden an. Ist es in einer solchen Situation möglich, die Privatinsolvenz zu wiederholen?

Die gesetzlichen Grundlagen rund um die private Insolvenz finden sich in der Insolvenzordnung – kurz InsO genannt. Wird dort auch die Frage „Wie oft kann man die Privatinsolvenz beantragen?“ beantwortet? Grundsätzlich sind dem Insolvenzrecht keine Angaben zu einer Beschränkung zu entnehmen. Rein theoretisch könnten Schuldner damit so oft wie gewünscht einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.

Ganz so einfach ist es in der Realität dann aber doch nicht. Nach dem Ende einer Privatinsolvenz müssen Personen nämlich erst einen gewissen Zeitraum abwarten, bis sie einen erneuten Antrag stellen können. Darauf möchten wir im Folgenden näher eingehen.
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Wartezeit nach erfolgter Restschuldbefreiung

Bezüglich der Frage „Wie oft kann man die Privatinsolvenz beantragen?“ lässt sich also sagen, dass das Gesetz keine Beschränkungen hinsichtlich einer Maximalzahl vorsieht. Allerdings dürfen Schuldner nicht sofort einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.

Wurde ihnen in der Vergangenheit die Restschuldbefreiung erteilt, so müssen sie laut § 287a Abs. 2 Nr. 1 InsO zunächst zehn Jahre abwarten, bis sie erneut die private Insolvenz durchlaufen dürfen.

Erneute Privatinsolvenz nach Versagung der Restschuldbefreiung

Wie oft kann man Privatinsolvenz beantragen? Nach einer Insolvenzstraftat müssen Sie fünf Jahre warten.
Wie oft kann man Privatinsolvenz beantragen? Nach einer Insolvenzstraftat müssen Sie fünf Jahre warten.

Nicht immer endet das Insolvenzverfahren jedoch mit der Restschuldbefreiung. Missachtet der Schuldner gewisse Pflichten in der Privatinsolvenz, so kann es zur Versagung der Restschuldbefreiung kommen. Damit ist das gesamte Verfahren umsonst gewesen und die Gläubiger können erneut Zwangsvollstreckungs­maßnahmen ergreifen.

Wie oft kann man die Privatinsolvenz dann beantragen? Auch hier ist eine Wiederholung möglich, jedoch muss erst eine Wartefrist beachtet werden.

Wurde die Restschuldbefreiung versagt, weil der Schuldner wegen einer Insolvenzstraftat (Bankrott, besonders schwerer Fall des Bankrotts, Verletzung der Buchführungspflicht oder Gläubigerbegünstigung) zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen oder einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten verurteilt wurde, so ist ein erneuter Antrag erst nach fünf Jahren möglich.

Eine Wiederholung der Privatinsolvenz ist nach drei Jahren erlaubt, wenn die Restschuldbefreiung aus einem der folgenden Gründe versagt wurde:

  • Der Schuldner hat unrichtige oder unvollständige Angaben zu den Gläubigern, den Forderungen, zum Vermögen oder zu seinem Einkommen gemacht.
  • Er hat seine Auskunfts- und Mitwirkungspflichten verletzt.
  • Er ist keiner angemessenen Erwerbstätigkeit nachgegangen und hat deshalb die Befriedigung der Gläubiger beeinträchtigt.
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