Was ist ein Zahlungsbefehl? Infos zu Arten, Beantragung, Kosten & Einspruch

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 21. November 2020

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Kurz und knapp: Das Wichtigste zum Zahlungsbefehl

  1. Ein Zahlungsbefehl ist in Deutschland als gerichtlicher Mahnbescheid bekannt. Reagiert der Schuldner nicht, kann der Gläubiger unter gewissen Umständen die Durchführung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen beantragen.
  2. Die Kosten für den Zahlungsbefehl muss der Gläubiger in der Regel vorstrecken.
  3. Der Europäische Zahlungsbefehl erlaubt es Gläubigern, Forderungen innerhalb der EU schnell und einfach durchzusetzen.

Zahlungsbefehl in Deutschland: Mahnbescheid zur Durchsetzung von Geldforderungen

Der Zahlungsbefehl wird in Deutschland meist Mahnbescheid genannt.
Der Zahlungsbefehl wird in Deutschland meist Mahnbescheid genannt.

Kommt eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nach, beispielsweise weil sie eine fällige Rechnung nicht zahlt, kann der Gläubiger verschiedene Maßnahmen ergreifen, um den Schuldner doch noch zur Zahlung zu bewegen. Das gerichtliche Mahnverfahren ist eine Option, um Geldforderungen mit der Hilfe eines Gerichtes durchzusetzen.

Der Gläubiger muss hierzu beim zuständigen Gericht einen sogenannten Mahnbescheid, der umgangssprachlich auch Zahlungsbefehl genannt wird, beantragen. Gläubiger können den Antrag zum einen online über ein spezielles Portal stellen. Gleichermaßen haben sie die Möglichkeit, einen Vordruck zu verwenden, der dann beim zuständigen Gericht eingereicht werden muss, welches den Zahlungsbefehl ausstellt. Ein Muster für den Vordruck finden Sie auf dem offiziellen Portal der deutschen Mahngerichte. Die Vordrucke können Gläubiger im Bürofachhandel erwerben.

Auch in der Schweiz gibt es einen Zahlungsbefehl. Die Zwangsvollstreckung heißt hier „Betreibung“. Ergeht ein Zahlungsbefehl, erfolgt ein Eintrag in das sogenannte Betreibungsregister. Möchten Sie beispielsweise in der Schweiz einen Kredit beantragen oder eine Wohnung mieten, wird zuvor häufig eine Auskunft aus dem Betreibungsregister eingeholt, um sich über Ihre Kreditwürdigkeit zu informieren.
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Wie hoch sind die Kosten für den Zahlungsbefehl und wie geht es nach dem Antrag weiter?

Ein Widerspruch bzw. Einspruch gegen den Zahlungsbefehl muss pünktlich erfolgen.
Ein Widerspruch bzw. Einspruch gegen den Zahlungsbefehl muss pünktlich erfolgen.

Es entstehen Kosten für den Zahlungsbefehl. Bezahlen muss diese zunächst der Gläubiger – er geht also in Vorleistung. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Streitwertes, liegen jedoch mindestens bei 32 Euro. Der Streitwert ist dabei die Summe, die die er vom Schuldner einfordert. Den vorgeschossene Betrag kann er jedoch vom Schuldner zurückfordern.

Nach der Antragsstellung kommt es zur Zustellung. Der Zahlungsbefehl bzw. Mahnbescheid wird dem Schuldner in der Regel von der Post übergeben. Mit dem Zahlungsbefehl wird dem Schuldner mitgeteilt, welche Summe er dem Gläubiger schuldet.

Zahlt der Schuldner weiterhin nicht, kann der Gläubiger daraufhin einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Mit Hilfe dieses Dokumentes ist es dann möglich, eine Zwangsvollstreckung, beispielsweise in Form einer Konto- oder Lohnpfändung, einzuleiten.

Heißt es Widerspruch oder Einspruch gegen den Zahlungsbefehl? Ist ein Schuldner nicht mit den genannten Forderungen einverstanden, kann er Widerspruch einlegen. Umgangssprachlich wird hierbei jedoch auch oft vom Einspruch gesprochen. Der Widerspruch muss innerhalb von zwei Wochen nach der Zustellung beim zuständigen Gericht eingehen. Ist dies der Fall, kommt es zu einem Verfahren vor Gericht.

Europäischer Zahlungsbefehl: Vollstreckung von Forderungen innerhalb der EU

Ein Europäischer Zahlungsbefehl ist eine Option, wenn Sie gegen Schuldner in der EU vorgehen.
Ein Europäischer Zahlungsbefehl ist eine Option, wenn Sie gegen Schuldner in der EU vorgehen.

Deutschland gehört zu den größten Exportnationen der Welt. Der Handel und Austausch mit dem Ausland ist also von größter Bedeutung für die deutsche Wirtschaft. Dabei kann es natürlich passieren, dass ausländische Partner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen. Was können deutsche Gläubiger in einem solchen Fall unternehmen?

Es besteht die Möglichkeit, ein Mahnverfahren im jeweiligen Land nach den dort gültigen Vorschriften anzustreben. Das ist jedoch häufig mit vielen Problemen behaftet – nicht jeder kann die Sprache des betreffenden Landes perfekt sprechen oder kennt sich mit den dort zu beachtenden rechtlichen Grundlagen aus.

Abhilfe schafft der sogenannte Europäische Zahlungsbefehl. Dieser stellt eine schnelle, einfache und kostengünstige Möglichkeit dar, innerhalb der EU – mit Ausnahme von Dänemark – Geldforderungen durchzusetzen. Zuständig ist für ganz Deutschland das Amtsgericht Wedding in Berlin. Um einen Antrag auf Erlass eines Europäischen Zahlungsbefehls zu stellen, müssen Sie das Formblatt A ausfüllen.

Gläubiger können das Formular online auf einem speziellen Portal herunterladen. Für die Antragstellung benötigen sie keine anwaltliche Hilfe.

Was geschieht, nachdem der Schuldner informiert wurde?

Ein Europäischer Zahlungsbefehl bringt Kosten mit sich. Diese richten sich nach der Höhe der Forderung, die geltend gemacht werden soll. Die Mindestgebühr liegt bei 32 Euro. Nachdem ein Europäischer Zahlungsbefehl per Formular beantragt und geprüft wurde, erhält der Schuldner eine entsprechende Benachrichtigung.

Ab dann hat er 30 Tage Zeit, um die Forderung zu bezahlen. Ergeht ein Europäischer Zahlungsbefehl, ist ein Einspruch des Schuldners jedoch auch möglich. In diesem Fall wird ein Verfahren vor Gericht eingeleitet, insofern der Gläubiger dies beantragt.

Legt der Schuldner weder Einspruch ein noch zahlt er, dann kann der Gläubiger die Zwangsvollstreckung einleiten, um doch noch an sein Geld zu kommen.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (33 Bewertungen, Durchschnitt: 4,80 von 5)
Was ist ein Zahlungsbefehl? Infos zu Arten, Beantragung, Kosten & Einspruch
Loading...
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Ersten Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.