Zwangsvollstreckung: Ablauf beim Eintreiben von Forderungen

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 27. August 2020

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Kurz und Knapp: Das Wichtigste zum Ablauf der Zwangsvollstreckung

  1. Sind alle anderen Maßnahmen ohne Erfolg geblieben, dann ist die Zwangsvollstreckung der letzte Trumpf, den Gläubiger in der Hand haben.
  2. Bei jeder Zwangsvollstreckung ist folgender Ablauf einzuhalten: Vollstreckungstitel inklusive entsprechender Klausel erwirken, Zustellung der genannten Rechtsmittel an den Schuldner.
  3. Außerdem hängt das Verfahren von der gewählten Maßnahme ab (Sachpfändung, Gehaltspfändung, Immobiliarvollstreckung).

Was ist eine Zwangsvollstreckung und wann kommt es dazu?

Zwangsvollstreckung droht: Was passiert jetzt und welchem Ablauf folgt das Verfahren?
Zwangsvollstreckung droht: Was passiert jetzt und welchem Ablauf folgt das Verfahren?

Der Begriff alleine verursacht bei den meisten Personen bereits Unbehagen und oft auch Angst. Es handelt sich dabei um ein Verfahren, von dem Gläubiger zur Durchsetzung Ihrer Forderungen gegenüber Schuldnern Gebrauch machen können. Mittels staatlicher Hilfe kann die zwangsweise Forderungsbetreibung durchgeführt werden.

Aber ab welchem Zeitpunkt und unter welchen Voraussetzungen ist eine Zwangsvollstreckung möglich?

Ablauf, Rechtsmittel und die Rolle des Gerichtsvollziehers haben wir für Sie in unserem Ratgeber genauer beleuchtet. Außerdem erfahren Sie, was bei der Zwangsvollstreckung von Immobilien passiert.

Was passiert bei einer Zwangsvollstreckung konkret?

Die wichtigste Voraussetzung für die Forderungsbetreibung ist zunächst, dass es vor einem Vollstreckungsgericht zur Beantragung der Zwangsvollstreckung kommt.

Die Erwirkung des Volltsreckungstitels und die Zustellung an den Schuldner müssen im Ablauf einer Zwangsvollstreckung zuerst erfolgen.
Die Erwirkung des Volltsreckungstitels und die Zustellung an den Schuldner müssen im Ablauf einer Zwangsvollstreckung zuerst erfolgen.

Im Ablauf muss dem Antrag jedoch noch ein wichtiger Schritt vorausgehen: Der Gläubiger ist dazu verpflichtet einen Vollstreckungstitel zu erwirken. Dazu zählen u. a. rechtskräftige Vollstreckungsbescheide, Urteile oder auch Unterhaltsfestsetzungsbeschlüsse.

Der Titel muss eine sogenannte Vollstreckungsklausel enthalten und dem Schuldner zugestellt werden. Ohne einen Vollstreckungstitel dürfen Ansprüche nicht zwangsweise durchgesetzt werden. Außerdem muss bei der Zustellung gemäß § 720a Zivilprozessordnung (ZPO) eine zweiwöchige Frist eingehalten werden.

Angenommen der Titel wurde zugestellt und der Antrag auf Zwangsvollstreckung bewilligt, aber was passiert dann?

Das eigentliche Prozedere ist davon abhängig, welche Maßnahme der Gläubiger in Anspruch nimmt, um offene Forderungen einzutreiben. Die folgenden Maßnahmen kommen hierfür je nach Einzelfall in Frage:

  • Pfändung beweglicher Gegenstände (Sachpfändung)
  • Versteigerung von Grundeigentümern (Immobiliarvollstreckung)
  • Gehalts- bzw. Lohnpfändung (Forderungsvollstreckung)

Ablauf einer Zwangsvollstreckung: Was der Gerichtsvollzieher darf und was nicht

Wie läuft eine Zwangsvollstreckung ab, wenn der Gläubiger einen Titel erwirken konnten,, in welchem die Vollstreckungsklausel enthalten ist und welcher dem betroffenen Schuldner zugestellt wurde?

Im Falle der Sachpfändung kann sich ein Gläubiger unter den genannten Voraussetzungen an einen Gerichtsvollzieher wenden. Die Zwangsvollstreckung in Ihrem Ablauf sieht bei der Mobiliarpfändung dann so aus, dass der Gerichtsvollzieher den Schuldner zu Hause aufsucht, um pfändbare Gegenstände mit dem Kuckuck-Siegel zu versehen.

Was passiert bei einer Zwangsvollstreckung? Der sogenannte Kuckuck wird eingesetzt, wenn die Methode der Sachpfändung genutzt wird.
Was passiert bei einer Zwangsvollstreckung? Der sogenannte Kuckuck wird eingesetzt, wenn die Methode der Sachpfändung genutzt wird.

Die gepfändete Masse wird anschließend abgeholt und versteigert. Der dabei erzielte Erlös wird dem Gläubiger zugeführt, bis die offenen Forderungen des Schuldners beglichen sind.

Lassen Sie sich als Schuldner unbedingt Dienstausweis und Vollstreckungstitel zeigen, bevor Sie einer Wohnungsbegehung des Gerichtsvollziehers zustimmen. Grundsätzlich sind Sie unabhängig davon, ob dieser angekündigt oder unangekündigt bei Ihnen vor der Tür steht, nicht verpflichtet,, Ihm Zutritt zu gewähren.

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Diese Methode ist allerdings nicht erfolgsversprechend, wenn Sie sich dadurch erhoffen, dass Vollstreckungsverfahren in seinem Ablauf stoppen zu können.

Gewähren Sie dem Gerichtsvollzieher auch dann noch keinen Zutritt, wenn er bereits zwei Mal vorstellig geworden ist, kann dieser sich einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss ausstellen lassen. Liegt ein solches Dokument vor, ist der Gerichtsvollzieher im Ernstfall sogar berechtigt, Ihre Tür aufzubrechen. Dadurch entstehende Reparaturkosten muss der Schuldner selbst tragen.

Zwangsvollstreckung bei Immobilien: Ablauf der Zwangsversteigerung

Eine spezielle Form der zwangsweisen Forderungsbetreibung ist die Zwangsvollstreckung in Immobilien. Folgt deren Ablauf anderen Kriterien oder ähnelt die Prozedur der Sachpfändung?

Was die Voraussetzungen für eine Immobiliarvollstreckung betrifft, gelten grundsätzlich die gleichen Bedingungen. Auch hierbei müssen Titel und Vollstreckungsklausel existieren und dem Schuldner übermittelt werden.

Bei einer Zwangsvollstreckung in Immobilien unterscheidet sich der Ablauf im Vergleich zur Sach- oder Lohnpfändung.
Bei einer Zwangsvollstreckung in Immobilien unterscheidet sich der Ablauf im Vergleich zur Sach- oder Lohnpfändung.

Binnen zwei Wochen hat dieser dann die Möglichkeit, die Zwangsversteigerung einstellen zu lassen, sofern er nachweislich in der Lage ist innerhalb, von sechs Monaten seine offenen Forderungen zu begleichen.

Anschließend unterscheidet sich der Ablauf bei der Zwangsvollstreckung in Immobilien allerdings von der Sachpfändung, da der Zugriff auf Wohneigentum bzw. Grundstücke noch ein weiteres Rechtsmittel erfordert: den Anordnungsbeschluss. Dieser bewirkt:

  • Dass ein Grundstück/eine Immobilie – falls gegeben inklusive Pacht und Mietzinsforderungen – in Beschlag genommen werden kann.
  • Dass dem Schuldner die Verwaltungs- und Nutzungsbefugnis entzogen wird.

Grundsätzlich ist für die Zwangsversteigerung das Amtsgericht zuständig, in dessen Bezirk sich die zu versteigernde Immobilie befindet (§ 1 ZVG). Ziel ist es hierbei in aller Regel, dass mindestens der Wert einer Immobilie oder eines Grundstückes als Erlös aus der Versteigerung hervorgeht. Die erzielten Einnahmen werden mit den Forderungen des Gläubigers verrechnet.

Verfügt ein Schuldner über vermietetes Wohneigentum, folgt die Zwangsvollstreckung einem abweichenden Ablauf. In diesem Fall kommt es nicht zur Zwangsversteigerung, sondern zur Zwangsverwaltung durch einen gerichtlich eingesetzten Zwangsverwalter. Dieser leitet die aus der Verwaltung erzielten Einnahmen an den Gläubiger zu dessen Befriedigung weiter.

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