Bafög-Schulden zurückzahlen – ab wann und in welcher Höhe?

Kurz und knapp: Das Wichtigste zu Bafög-Schulden

  1. Bafög-Schulden können antragsberechtigte Schüler, Auszubildende und Studenten beim Staat aufnehmen.
  2. Da nur 50 Prozent des Ausbildungsförderungsgeldes als Zuschuss gewährt wird und die andere Hälfte in Form eines zinsfreien Darelehens, entstehen dadurch Bafög-Schulden, die dem Staat zurückgezahlt werden müssen.
  3. Der Staat und förderungsberechtigte Personen sind hierbei nicht im klassischen Sinne als Schuldner und Gläubiger zu sehen, denn u. U. können Bafög-Schulden zu einem großen Teil erlassen werden. Außerdem liegt die Höchstgrenze der Zahlungsrückforderung bei 10.000 Euro.

Rückzahlung von Bafög-Schulden in Deutschland

Bafög-Schulden entstehen, wenn sich Studenten vom Staat ein zinsfreies Darlehen geben lassen.
Bafög-Schulden entstehen, wenn sich Studenten vom Staat ein zinsfreies Darlehen geben lassen.
In Deutschland besteht für Studenten mit entsprechenden Voraussetzungen die Möglichkeit, sich bei der Finanzierung des Studiums vom Staat unterstützen zu lassen. Es handelt sich hierbei um eine Kombination aus staatlichem Zuschuss und zinslosem Darlehen. Letzteres muss jedoch zum Teil zurückgezahlt werden. Gemeint sind die sogenannten Bafög-Schulden. Wenn die Eltern nicht vermögend genug sind, um ihren Kindern ein Studium an einer Hochschule zu ermöglichen, dann können Letztere den staatlichen Kredit beantragen.

Aber wie verhält es sich mit der Bafög-Rückzahlung bzw. ab wann müssen Schulden aus Bafög-Darlehen abbezahlt werden? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie in unserem Ratgeber. Außerdem erklären wir Ihnen, ob Sie Bafög-Schulden auf einmal zurückzahlen müssen oder auch die Möglichkeit zur Teilrückzahlung besteht.

Wer muss überhaupt Bafög-Schulden zurückzahlen und wie viel?

Ob die Pflicht zur Rückzahlung besteht oder nicht, ist abhängig von der Art der Ausbildungsförderung. Jede Schulgattung (inklusive Studium) wird bei der Ermittlung der Höhe des BAföG-Bedarfs einer bestimmten Gruppe zugeordnet:

  • Hauptschule, Realschule oder Gymnasium: Gruppe 0
  • Fachoberschulen, Abendhauptschulen sowie Berufsaufbauschulen: Gruppe 1
  • Fachschulklasse oder Abendgymnasium: Gruppe 2

Für alle genannten Gruppen gilt in der Regel, dass Bafög-Schulden nicht zurückgezahlt werden müssen, weil es sich in diesen Fällen um Schüler-Bafög handelt, welches als Vollzuschuss gewährt wird.

Anders verhält es sich für Studenten, die zur “Gruppe 3” gehören. Gemäß § 13 Bundesausbildungsförderungsgesetz sind Studierende an Hochschulen, Höheren Fachschulen und Akademien zur Bafög-Rückzahlung verpflichtet.

Aber ab wann müssen Studenten, die den staatlichen Kredit beanspruchen, ihre Bafög-Schulden abbezahlen? Bei dem Darlehensanteil der ganz normalen Bafög-Förderung muss im Allgemeinen fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer mit der Rückzahlung begonnen werden. Gemeint ist in diesem Fall das Ende der Regelstudienzeit des Erststudiums. In aller Regel handelt es sich hierbei um den Bachelor. Irrelevant ist in diesem Zusammenhang, ob die Regelstudienzeit überschritten wurde, das Studium eventuell noch nicht abgeschlossen ist oder sich betreffende Personen bereits im Masterstudium befinden.

Bei Bafög-Schulden liegt die Höchst-Grenze bei 10.000 Euro. Mehr müssen Sie nicht zurückzahlen.
Bei Bafög-Schulden liegt die Höchst-Grenze bei 10.000 Euro. Mehr müssen Sie nicht zurückzahlen.
Aber wie hoch ist der Selbstanteil bei Bafög, der zurückgezahlt werden muss? Da Bafög im Regelfall jeweils hälftig als Zuschuss und zinsfreies Darlehen zur Verfügung gestellt wird, betrifft die Rückzahlung folglich nur den Darlehensanteil, der 50 Prozent ausmacht. Außerdem gilt für Personen, die ab bzw. nach März 2001 erstmalig ein Studium aufgenommen haben bei Bafög-Schulden eine Höchstgrenze von 10.000 Euro. Sollten sie also einen Betrag abbezahlen müssen, der von größerem Umfang ist, dann entfällt der Teil, welcher über der Grenze liegt.

Hinweis: Bei der Bafög-Rückzahlung werden die Eltern nicht berücksichtigt, denn die Verpflichtung, den Darlehensanteil zurückzuzahlen, betrifft nur Studierende selbst. Ebenso wenig sind bei Bafög-Schulden Ehepartner involviert, unabhängig davon über welches Einkommen oder Vermögen diese verfügen.

In welchen Fällen werden Bafög-Schulden erlassen?

Wer seine Bafög-Schulden auf einmal zurückzahlen kann, der profitiert von einem Nachlass auf die Darlehensschuld in Höhe von bis zu 50 Prozent. Damit Sie Ihre Bafög-Schulden zunächst einsehen können, wird Ihnen zu Beginn der Rückzahlungsfrist mit dem Feststellungs- und Rückzahlungsbescheid (FRB) ein Angebot für die komplette Rückzahlung zugesendet.

Wer nicht den ganzen Betrag, aber dennoch eine größere Teilsumme vorzeitig zurückzahlen kann, der muss sich diesbezüglich mit dem Bundesverwaltungsamt in Verbindung setzen. Die Höhe der Darlehensschuld ist in diesem Fall maßgeblich für den Prozentsatz eines möglichen Rabattes.

Nicht selten steht auch die Frage im Raum, ob und wann bei Bafög-Schulden eine Verjährung eintritt. Grundsätzlich gilt, dass Sie in der Regel 20 Jahre Zeit haben, um den zinsfreien staatlichen Darlehensanteil zurückzuzahlen. Wer wegen geringem Einkommen die zeitweise Freistellung beantragt und bewilligt bekommt, für den kann sich die Frist um maximal zehn Jahre verlängern.

Eine Verjährung gibt es bei Bafög-Schulden nicht.
Eine Verjährung gibt es bei Bafög-Schulden nicht.
Läuft auch diese aus, wird der gesamte Restbetrag als Einmalzahlung fällig. An diesem Punkt enden zwar die Regelungen des Berufsausbildungsförderungsgesetzes, was aber nicht bedeutet, dass die Bafög-Schulden somit verjähren, sondern nur, dass jetzt die die Bundeshaushaltsordnung (BHO) greift.

Werden Bafög-Schulden bei der Schufa gemeldet?

Müssen Sie Ihre Bafög-Schulden angeben bzw. kommt es zum Eintrag bei der Schufa? Nein, denn das Bundesverwaltungsamt arbeitet als staatliche Institution nicht mit der Schufa zusammen, sondern speichert personenbezogene Daten lediglich intern. Es findet zwar eine Übermittlung der Fallzahlen etc. an die Statistischen Ämter von Bund und Land statt, aber hierbei handelt es sich um anonymisierte Daten.

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