Bonität – Begriffe und Prüfungsverfahren erklärt

Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Bonität

  1. Bonität bezeichnet die Kreditwürdigkeit bzw. Zahlungsfähigkeit einer Privatperson oder eines Unternehmens.
  2. Eine Überprüfung der Bonität kann beispielsweise stattfinden, wenn Sie einen Kredit beantragen. Die Bank fordert von einer Auskunftei dann Informationen über Ihre Bonität, um festzustellen, ob Sie fähig sind, den Kredit zurückzuzahlen (Bonitätsauskunft).
  3. In dieser Bonitätsauskunft sind alle relevanten Informationen aufgelistet, die ein Geschäftspartner (Kreditinstitut, Vermieter o. ä.) benötigt, um sich ein Bild von Ihrer Bonität zu machen. Ein negativer Eintrag kann zur Verwehrung der Geschäftsbeziehung führen.
  4. Per Gesetz hat jeder Bürger das Recht, einmal im Jahr über die eigene Bonität eine kostenlose Selbstauskunft zu beantragen.


Weitere Ratgeber zur Bonität

Bonitätsprüfung

Zum Begriff „Bonität” – eine kurze Definition

Was heißt Bonität? Die Bedeutung liegt in der Fähigkeit, einer Zahlungsaufforderung nachkommen zu können.
Was heißt Bonität? Die Bedeutung liegt in der Fähigkeit, einer Zahlungspflicht nachzukommen.

Bonität meint die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person bzw. eine Organisation fähig ist, künftigen Zahlungsverpflichtungen zuverlässig (d. h. pünktlich und in vollem Umfang) nachzukommen.

Wenn jemand bspw. bei einer Bank einen Kredit beantragt, vergewissert sich das Institut vorher, dass der Antragsteller den Kredit zurückzahlen kann und dieser nicht zur exzessiven, nicht wieder aufarbeitbaren Verschuldung (Überschuldung) führt.

Die Banken wenden sich dabei an Auskunfteien, die über die fraglichen Daten verfügen. In Deutschland ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) die führende Auskunftei hinsichtlich kreditrelevanter Informationen.

Für die Definition von Bonität gehört darüber hinaus der Hinweis, dass dabei auch zwischen der persönlichen und der wirtschaftlichen (materiellen) Kreditwürdigkeit unterschieden wird.

Persönlich kreditwürdig ist derjenige, der gewillt ist, den künftigen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, und der aufgrund seines Charakters (Zuverlässigkeit) und seiner beruflichen und fachlichen Qualifikationen als vertrauenswürdig eingestuft wird. Die Zahlungsmoral des Antragstellers wird aus bisherigen Erfahrungen mit ihm gefolgert (z. B. ob er frühere Kredite vertragsgemäß abbezahlt hat).

Materiell kreditwürdig bezeichnet die rein wirtschaftliche Situation des Antragstellers. Er wird als wirtschaftlich rückzahlungsfähig betrachtet, wenn sowohl die bestehenden als auch die zu erwartenden wirtschaftlichen Verhältnisse im Hinblick auf Zins- und Rückzahlungsleistungen gesichert scheinen.

Bonitätsauskunft – Was ist das?

Die Bonitätsauskunft ist das, was die potentielle Geschäftspartner von den Auskunfteien bekommen, wenn sie sich über die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden informieren möchten.

Die Bonitätsauskunft beinhaltet Angaben zu Ihrer finanziellen Lage, Ihr Zahlungsverhalten in der Vergangenheit sowie bestehende Zahlungsverpflichtungen. Die Bonitätsauskunft einer Auskunftei beinhaltet ebenso Wahrscheinlichkeitsberechnungen wie den Score Ihrer Bonität (siehe unten).

Was bedeutet „Bonität vorausgesetzt”?

Bonität vorausgesetzt? Die zwei Wörter tauchen häufig bei Kreditangeboten auf.
Bonität vorausgesetzt? Die zwei Wörter tauchen häufig bei Kreditangeboten auf.

Diese Frage, bzw. die Variante: „Was heißt positive Bonität vorausgesetzt?”, stellen sich viele, die diese Worte auf Darlehens- und Kreditkartenangeboten sehen sowie manchmal bei Online-Shops, die eine Ratenzahlung bzw. einen Kauf auf Rechnung anbieten. Es bedeutet ganz einfach, dass bei dem jeweiligen Angebot die Zahlungsfähigkeit des Kunden zunächst vorausgesetzt wird, also der Vorbehalt des Vertragsabschlusses damit einhergeht, bevor sie von den Banken bzw. den anderen Geschäftspartnern überprüft wird.

Was die Schufa über Ihre Bonität aussagen kann

Als führende Auskunftei ist die Schufa für viele Banken und Unternehmen der erste Ansprechpartner, um sich über die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden zu informieren. Die Schufa selbst entscheidet weniger über die positive oder negative Bonität einer Person. Sie sammelt jedoch Informationen über Ihr bisheriges Zahlungsverhalten in Form von Einträgen.

Solche negativen Einträge können bspw. sein:

  • ein von der Bank gekündigter Kredit
  • Einträge aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen

Ein Schufa-Eintrag muss sich jedoch nicht zwangsweise negativ auf künftige Geschäftsbeziehungen auswirken. Die Auskunftei listet ebenso Informationen über vorbildliches Zahlungsverhalten, etwa wenn Sie einen Kredit oder eine Ratenzahlung fristgerecht und in vollem Umfang abbezahlen konnten.

Was ist der Score einer Bonität?

Was ist bei der Bonität der Score? Anhand spezieller Formeln wird berechnet, wie wahrscheinlich es ist, dass Zahlungen beglichen werden können.
Was ist bei der Bonität der Score? Anhand spezieller Formeln wird berechnet, wie wahrscheinlich es ist, dass Zahlungen beglichen werden können.

Beim Scoring-System ermitteln Auskunfteien individuelle Bonitätsscores für jeden einzelnen Verbraucher. Sie verdeutlichen die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Schuldner den Zahlungsaufforderung nachkommen kann. Die genauen Berechnungsformeln werden von den Auskunfteien jedoch nicht offengelegt.

Merkmale, die bei solch einer Ermittlung zählen, sind u.a.:

  • Personenbezogene Daten (Geburtsdatum, Adresse)
  • Insolvenzverfahren
  • Laufende Kredite/Konten
  • Zahlungserfahrungen (wenn bspw. ein Mahnbescheid vorliegt)

Daten, auf denen eine Auskunftei keinen Zugriff hat:

  • Vermögen und Einkommen
  • Beruf und Arbeitgeber
  • Familienstand
  • Lebenseinstellung und/oder Mitgliedschaften (hinsichtlich religiöser oder politischer Einstellung)

Ein hoher Wert bedeutet, das Risiko eines Zahlungsausfalls ist relativ unwahrscheinlich. 100 Prozent oder mehr können jedoch nicht erreicht werden, da das Risiko eines Todesfalls nie ausgeschlossen werden kann.

Was ist der Bonitätsindex?

Der Index funktioniert ähnlich wie der Score und ist ein Maßstab zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit einer Person bzw. Organisation. Dabei handelt es sich um einen Prognosewert, der eine schnelle Bonitätseinschätzung des Kunden gewährt. Ein kleiner Wert bedeutet üblicherweise eine gute Bonität, ein großer Wert steht für eine schlechte Bonität.

Trotzdem ist die Bonität mit dem Score bzw. Index nicht unbedingt gleichzusetzen. Die beiden Letzteren werden ausschließlich mit mathematischen Verfahren von Auskunfteien ermittelt. Währenddessen kann die Bonität einer Person von Gläubiger zu Gläubiger unterschiedlich bewertet werden.

Die Bonitätsprüfung – Was ist das?

Was ist eine Bonitätsprüfung? Banken versichern sich vor der Kreditvergabe über die Zahlungsfähigkeit ihres Kunden.
Was ist eine Bonitätsprüfung? Banken versichern über die Zahlungsfähigkeit ihres Kunden.

Bezüglich der Bonitätsprüfung eine Definition zu formulieren, ist nicht ganz einfach – das Verfahren ist recht komplex.

Bei einer Bonitätsprüfung werden alle relevaten Informationen über Ihre wirtschaftliche Situation (ob und in welchem Umfang Sie bspw. Schulden haben), aber auch über Ihre persönliche Kreditwürdigkeit gesammelt und bewertet, um die Wahrscheinlichkeit festzustellen, mit der Sie den anstehenden Zahlungsverpflichtungen nachkommen können. Die Bonitätsprüfung und die damit einhergehende Bonitätseinstufung kann die Grundlage für die Entscheidung über eine Geschäftsbeziehung sein.

Einen Teil dieser Bonitätsprüfung leistet die Schufa bzw. eine andere Auskunftei – der potentielle Geschäftspartner wird Informationen über Ihre Bonität abfragen. Jedes Institut, (aber auch bspw. ein Vermieter mit Ihrer Einwilligung) kann diese Bonitätsauskunft als Grundlage für seine Entscheidung verwenden, bewertet dennoch auch über diese Auskunft hinaus Ihre Bonität nach eigenem Ermessen.

Nicht nur sichern sich die jeweiligen Institute selbst ab, wenn sie bereits vor der Kreditvergabe eine Einstufung der Bonität des Kunden vornehmen, damit es nicht zu einer Zahlungsunfähigkeit desselben kommt. Darüber hinaus sind sie aufgrund des Kreditwesengesetzes zu wiederkehrenden Bonitätsprüfungen verpflichtet.

Ablauf der Bonitätsprüfung – was wird geprüft?

Wie bereits geschildert können sich potentielle Geschäftspartner bezüglich Ihrer Bonität an die Schufa wenden. Aber wie gehen diese bei einer Bonitätsprüfung vor?

Es fand bereits unter dem Punkt Was ist der Score einer Bonität? eine Erklärung bezüglich der Berechnung statt, die Auskunfteien anstellen und welche Daten dabei nicht einberechnet werden dürfen. Einige dieser Daten sind aber für eine umfassende Risikoeinschätzung unablässig. Um die Bonität zu prüfen, kann die Bank aber entsprechende Daten von Ihnen anfordern.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Gehaltsnachweise
  • Ersparnisse
  • Beruf
  • Haushaltsüberschuss

Ähnlich wie Banken gehen bei der Bonitätsprüfung auch Unternehmen vor. Auch hier ist der beliebteste erste Ansprechpartner die Schufa bei einer Bonitätsprüfung. Firmen, die möglicherweise Ihre Bonität prüfen, sind Unternehmen wie Leasing- und Telekommunikationsfirmen oder Versandhandels- und Einzelhandelsunternehmen (dabei geht es i. d. R. um Kauf auf Rechnung oder um Ratenzahlung).

Wie kann ich meine eigene Bonität prüfen? – Bonitätsauskunft online

Wie ist meine Bonität? Online kann die eigene Kreditwürdigkeit in kürzester Zeit abgefragt werden.
Wie ist meine Bonität? Online kann die eigene Kreditwürdigkeit in kürzester Zeit abgefragt werden.

Nicht nur vor einer anstehenden Geschäftsbeziehung sollten Verbraucher die eigene Bonität überprüfen. Durch die Digitalisierung kommt es immer häufiger zu Distanzgeschäften, bei denen eine Überprüfung der Zahlungsfähigkeit stattfindet.

Da lohnt sich der fortwährende Überblick über die eigene Kreditwürdigkeit. Darüber hinaus kann es auch bei einer Auskunftei zu fehlerhaften Einträgen kommen, die Sie auf diese Weise so schnell wie möglich berichtigen können.

Die eigene Bonitätsprüfung kann heutzutage online stattfinden – das ist der schnellste und simpelste Weg. Es gibt mittlerweile Unternehmen, die eine Online-Bonitätsabfrage anbieten. Sie arbeiten mit Auskunfteien zusammen und ermöglichen so einen Bonitätscheck von zu Hause aus.

Dazu müssen die Nutzer meist bei der Registrierung ihre Identität verifizieren, etwa mittels des Personalausweises oder eines Online-Kontos. Im Anschluss kontaktiert das Unternehmen die Auskunftei, die innerhalb weniger Minuten die gewünschten Daten übermittelt.

Allerdings hat jeder Bürger laut Bundesdatenschutzgesetz das Recht, Einsicht in die bei einem Unternehmen über ihn gespeicherten Daten zu erhalten. Somit darf jeder einmal im Jahr bei der Schufa eine kostenlose Auskunft beantragen. Die Schufa bietet aber auch permanenten Zugang zur eigenen Bonitätsauskunft. Zum einen gibt es ein kostenpflichtiges Online-Portal. Zum anderen können Kunden sich die schriftlichen Unterlagen gegen Bezahlung nach Hause schicken lassen.

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