Dispo-Schulden: Wie sie entstehen und abgebaut werden können

Kurz & knapp: Das Wichtigste zu Dispo-Schulden

  1. Zwar ist ein Dispokredit eine schnelle Möglichkeit am Monatsende über die Runden zu kommen, aufgrund der hohen Zinsen fallen aber auch schnell Dispo-Schulden an.
  2. Wer Dispo-Schulden langfristig und dauerhaft vermeiden will, sollte auch sein Kauf- bzw. Konsumverhalten ändern.
  3. Um Dispo-Schulden loszuwerden, kann eine Umschuldung angestrebt werden. Beliebte Alternativen sind der Abruf- und der Ratenkredit.

Die Gefahr beim Dispokredit: Dispo-Schulden

Dispo-Schulden abbauen - aber wie? Dieser Ratgeber hilft Ihnen auf die Sprünge.
Dispo-Schulden abbauen – aber wie? Dieser Ratgeber hilft Ihnen auf die Sprünge.

Ein großer Teil der Bevölkerung greift am Monatsende auf einen Dispokredit zurück. Das bedeutet, sie überziehen ihr Girokonto in einem zuvor mit der Bank vereinbarten maximalen Rahmen. Das Defizit muss dann einschließlich der Zinsen wieder ausgeglichen werden.

Die korrekte Bezeichnung lautet Dispositionskredit (lat. „disponere“ = „verfügen“). Er wird von Banken bzw. Kreditinstituten angeboten und gehört in die Kategorie der Darlehen nach §§ 488 ff. Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Viele Anbieter setzen dabei keine Sicherheiten voraus, wie das bei manch anderem Kredit der Fall ist.

Häufen sich die Dispo-Schulden, greift der Kontoinhaber also öfter darauf zurück, ohne den nötigen Ausgleich zu schaffen, kann der Dispo gekündigt oder eingefroren werden. Die Kündigungsfristen und Bedingungen können je nach Bank variieren.

Das Problem bei dieser Form des Kredits ist, dass er relativ leicht zugänglich ist und die Kunden darin eine schnelle Lösung scheinbar kurzfristiger Engpässe sehen. Wachsende Dispo-Schulden sind nicht zuletzt auf sehr hohe Zinsen zurückzuführen. Der durchschnittliche Zinssatz liegt bei rund 11 Prozent, kann aber bis zu 14 Prozent betragen.

Dispo-Schulden sind auch deshalb so unberechenbar, weil der Zinssatz variabel ist. Er wird tageweise berechnet. So ist es selbst für aufmerksame Kontoinhaber oft schwer, den Überblick über die genauen Beträge zu behalten.

Im Voraus Dispo-Schulden vermeiden

Dispo-Schulden vermeiden: Ändern Sie auch Ihr Kaufverhalten (z. B. durch Bargeld- statt Kartenzahlung).
Dispo-Schulden vermeiden: Ändern Sie auch Ihr Kaufverhalten (z. B. durch Bargeld- statt Kartenzahlung).

Gerade weil es so leicht ist, mit dem Dispo Schulden zu machen, bemühen sich viele Verbraucher gar nicht darum, alternative Geldquellen zu recherchieren. Dabei gibt es eine Bandbreite anderer Möglichkeiten, die zuerst ausgeschöpft werden sollten, ehe Sie das Konto mit dem Dispo überziehen.

Das ist vor allem dann anzuraten, wenn es um einmalige Ausgaben für ganz bestimmte und notwendige Anschaffungen geht. Informieren Sie sich zuerst über alternative Finanzierungsmöglichkeiten oder Kredite mit geringeren Zinsen.

Wenn Ihnen gar nicht bewusst ist, warum das Geld regelmäßig am Monatsende nicht mehr reicht, sollten Sie Ihr eigenes Kauf- bzw. Konsumverhalten einmal genauer unter die Lupe nehmen. Es hilft beispielsweise, wenn Sie …

  • ein Haushaltsbuch führen (gerne auch digital),
  • mit Bargeld statt mit EC- oder Kreditkarte zahlen,
  • Einkaufszettel erstellen (um Spontankäufe zu vermeiden) oder
  • ein wöchentliches oder tägliches Limit für Ausgaben setzen.

Dispo-Schulden abbauen – aber wie?

Häufen sich die Dispo-Schulden, sollten Sie eine Schuldnerberatung aufsuchen.
Häufen sich die Dispo-Schulden, sollten Sie eine Schuldnerberatung aufsuchen.

Aus den Dispo-Schulden kommen Sie dauerhaft nur raus, wenn Sie Ihre regelmäßigen Ausgaben senken und gegebenenfalls Ihre Einnahmen (z. B. durch einen Nebenjob) erhöhen. Ist Ihr Konto bereits stark im Minus, sollten Sie versuchen …

  • eine Senkung der Zinsen zu erreichen,
  • eine Umschuldung in die Wege zu leiten oder
  • den Dispokredit abzulösen oder auszugleichen.

Bei einer Umschuldung wird der Dispokredit durch eine Alternative abgelöst. Oft wird hier ein Raten- oder Abrufkredit empfohlen. Unangeforderten Angeboten für eine Umschuldung sollten Sie jedoch mit Vorsicht begegnen, weil damit besonders bei Darlehen oft eine Verlängerung der Laufzeit verbunden ist.

Wer es einmal geschafft hat, die angesammelten Dispo-Schulden zu begleichen, sollte den Dispokredit umgehend kündigen, um künftigen Versuchungen zu widerstehen.

Alternative zum Dispokredit

Dispo-Schulden: Eine Alternative zum Dispo- ist der Ratenkredit.
Dispo-Schulden: Eine Alternative zum Dispo- ist der Ratenkredit.

Viele Bankkunden wissen gar nicht, dass der Verbraucherschutz Banken zu einer Beratung verpflichtet, wenn das Konto über einen längeren Zeitraum (über sechs Monate) regelmäßig mit durchschnittlich 75 Prozent überzogen wird (bei einer sogenannten geduldeten Überziehung reicht schon ein Zeitraum von drei Monaten mit einer regelmäßigen Überziehung von 50 Prozent).

In solchen Fällen müssen die Banken den Verbraucher über kostengünstigere Alternativen zu den Dispo-Schulden informieren. Grundsätzlich stehen Kreditinstitute in der Pflicht, die Zinssätze leicht vergleichbar und gut sichtbar online zu veröffentlichen.

Zwei beliebte Alternativen, um Dispo-Schulden entweder zu vermeiden oder abzubauen, wurden bereits genannt:

  • Der Abrufkredit hat in der Regel einen geringeren Zinssatz als der Dispo. Sollten Schulden anfallen, erleichtert dies immerhin die Rückzahlung. Die Tilgungshöhe kann meist frei gewählt werden.
  • Ein Ratenkredit ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie bereits wissen, dass die (Dispo-) Schulden nicht so schnell beglichen werden können. Laufzeit und Zinshöhe variieren jedoch. In der Regel ist außerdem die Bonität ein wichtiges Kriterium.

Stellt sich das Kreditinstitut oder die Bank quer, können Sie Angebote von anderen Banken einholen. Regelmäßige Dispo-Schulden können aber nicht nur auf das Kaufverhalten und die Zinsen geschoben werden. Wem das Geld dauerhaft nicht reicht, muss langfristig betrachtet seine Einnahmen erhöhen.

Eine Schuldnerberatung kann helfen herauszufinden, woher die Schulden kommen und wie Sie langfristig aus der Schuldenfalle herauskommen.

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