Kontopfändung: Was geschieht nun?

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zur Kontopfändung

  1. Um ausstehende Forderungen der Schuldner zu begleichen, kann der Gläubiger die Kontopfändung beantragen.
  2. Betroffene sollten unbedingt so schnell wie möglich bei ihrer Bank die Umwandlung ihres Girokontos in ein P-Konto beantragen.
  3. Durch das Pfändungsschutzkonto wird statt des gesamten Guthabens nur jenes gepfändet, das den Pfändungsfreibetrag übersteigt.
  4. Die Kontopfändung endet erst, wenn alle Schulden getilgt sind, das Vollstreckungsgericht die Pfändung aufhebt oder der Gläubiger die Kontopfändung aussetzt.

Kontopfändung: Wann geht das Geld an den Gläubiger?

Was bedeutet Kontopfändung?
Was bedeutet Kontopfändung?

Es ist leider traurige Realität, dass sich immer mehr Menschen in Deutschland verschulden. Es gibt vielfältige Gründe dafür, wovon falsches Wirtschaften lediglich einen darstellt. Oft verändern bspw. Arbeitsplatzverlust, die Trennung bzw. der Tod des Partners oder eine Erkrankung die finanzielle Situation des Betroffenen schlagartig. Sie führen dazu, dass die Schuldner ihre Zahlungsverpflichtungen gegenüber ihren Gläubigern nicht mehr einhalten können.

In einem solchen Fall dauert es meist nicht lange, bis sie Post vom Gläubiger erhalten und die ersten Mahnungen eintrudeln. Veranlassen diese den Schuldner nicht zur Zahlung, kann der Kreditgeber unter bestimmten Voraussetzungen Geld- oder Sachwerte vom säumigen Zahler pfänden lassen. Mit dem derartig gewonnenen Vermögen sollen die Schulden getilgt und der Gläubiger entschädigt werden.

Zu den effektivsten Zwangsvollstreckungsmaßnahmen gehören dabei zweifellos die Lohnpfändung und die Kontopfändung. Wir beschäftigen uns in unserem Ratgeber mit letzterer und verraten Ihnen, was es bedeutet, wenn Ihr Konto gepfändet wird, ob Sie die Kontopfändung aufheben lassen können und wie Sie auf eine Kontopfändung reagieren sollten.

Kontopfändung: Voraussetzung und Ablauf

Wer seine Schulden an die Gläubiger nicht zurückzahlt, dem kann die Kontopfändung drohen.
Wer seine Schulden an die Gläubiger nicht zurückzahlt, dem kann die Kontopfändung drohen.

Kommen Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nach, hat der Gläubiger die Möglichkeit, beim Vollstreckungsgericht einen vollstreckbaren Titel gegen den Schuldner zu beantragen, um dessen Zahlungsunfähigkeit zum Trotz dennoch an sein Geld zu kommen. Bewilligt ihm das Gericht diesen Vollstreckungstitel, muss dieser zwingend dem Betroffenen zugestellt werden, um ihn über die drohende Pfändung zu informieren.

Anschließend muss der Gläubiger beim zuständigen Gericht einen Antrag auf die Pfändung vom Konto stellen. Erst wenn ihm die Erlaubnis vorliegt, ein sogenannter Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, ist eine Kontopfändung möglich.

Nun ist am Gerichtsvollzieher den Beschluss dem Drittschuldner, in diesem Fall der Bank des Schuldners, vorzulegen, um die Kontopfändung zu veranlassen. Das Kreditinstitut übernimmt die Aufgabe, den Kontoinhaber von der Pfändung zu unterrichten.

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Wer darf das Konto pfänden? Die Kontopfändung darf keinesfalls durch den Gläubiger selbst durchgeführt werden. Sie ist nur rechtmäßig, wenn der bestellte Gerichtsvollzieher die Pfändung veranlasst.

Haben Sie bei einem öffentlichen Gläubiger Schulden, müssen nicht erst die Gerichte bemüht werden. Die Kontopfändung kann das Finanzamt z. B. selbst veranlassen, indem es sich eine Pfändungs- und Einziehungsverfügung ausstellt. Dadurch kann es hier noch schneller zu einer Pfändung kommen.

Was können Sie tun bei einer Kontopfändung?

Spätestens nachdem Sie über die Kontopfändung informiert worden sind, müssen Sie schnell handeln und dürfen auf keinen Fall den Kopf in den Sand stecken. Ansonsten wird bei einer Pfändung vom Bankkonto das gesamte Guthaben des Schuldners eingefroren und dem Gläubiger überwiesen.

Kontopfändung: Richten Sie ein Pfändungsschutzkonto ein.
Kontopfändung: Richten Sie ein Pfändungsschutzkonto ein.

Im Gegensatz zur Gehaltspfändung wird das Existenzminimum des Betreffenden bei einer Kontopfändung nämlich nicht automatisch geschützt. Sie müssen selbst tätig werden. Ansonsten bleiben Ihnen keine Reserven mehr, um Miete, Wasser- und Energiekosten bezahlen zu können, sodass Ihnen im schlimmsten Fall die Wohnung gekündigt werden kann.

Ihnen bleiben vier Wochen Zeit, um einen Kontopfändungsschutz bei Ihrer Bank einzurichten. Dazu müssen Sie hier lediglich den Antrag stellen, dass Ihr Konto in ein sogenanntes P-Konto umgewandelt wird. Sie können sich mit einem Pfändungsschutzkonto (P-Konto) vor der Pfändung Ihres gesamten Vermögens schützen. Dieser Vorgang ist kostenlos. Der Bank bleiben dann vier Arbeitstage, um Ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto gemäß § 850k Zivilprozessordnung (ZPO) umzuwandeln.

Unter welchen Voraussetzungen ist bei einer Kontopfändung die Umwandlung vom Girokonto in ein P-Konto möglich?

  • Sie dürfen kein weiteres P-Konto besitzen, denn pro Person ist nur eines erlaubt.
  • Sie müssen der alleinige Kontoinhaber sein. Ein Gemeinschaftskonto kann nicht in ein Pfändungsschutzkonto abgeändert werden.
Erhalten Sie Leistungen wie Sozialhilfe, Wohngeld, Kindergeld, BAföG oder Arbeitslosengeld galten für Sie bisher bei einer Kontopfändung besondere Regelungen. Nach dem Zahlungseingang blieben Ihnen sieben Tage Zeit, sich Geld (auch die vollständige Summe) abzuheben. Diese Sonderregelungen bestehen nicht mehr. Beantragen Sie deshalb auch als Empfänger von Sozialleistungen ein Konto mit Pfändungsschutz.

Wer nun aber glaubt, er habe die Kontopfändung durch das P-Konto erfolgreich verhindert, der irrt. Die Pfändung auf dem Konto ist immer noch möglich, wenn das Guthaben einen bestimmten Betrag übersteigt. Sämtliche solcher Beträge werden dann direkt an den Gläubiger überwiesen. Über alles Geld unterhalb des Freibetrags können Sie jedoch frei verfügen, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Was passiert bei einer Kontopfändung? Versäumen Sie, Ihr Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen, gehen Ihre monatlichen Einnahmen ausschließlich an den Gläubiger. Zwar besteht die Kontopfändung trotz P-Konto weiter, aber hier kann nur ein bestimmter Betrag gepfändet werden.

Wer zudem noch Unterhaltsberechtige, also Lebenspartner oder Kinder, mitzuversorgen hat, kann bei einer Kontopfändung den Pfändungsfreibetrag entsprechend anheben lassen. Wichtig ist, zu wissen, dass dies wiederum unter Vorlage einer speziellen Bescheinigung beantragt werden muss und die Erhöhung des Freibetrags zeitlich befristet ist.

Wo können Sie die Bescheinigung bspw. erhalten?

  • Beim Jobcenter
  • Beim Sozialamt
  • Bei der Familienkasse
  • Beim Arbeitgeber
  • Bei einer Schuldnerberatungsstelle
  • Bei einem Rechtsanwalt
Hat ein öffentlicher Gläubiger wie das Finanzamt die Kontopfändung veranlasst, müssen Sie im Übrigen hier den Antrag auf Freigabe des unpfändbaren Einkommens stellen.

Können Sie die Pfändung vom Konto aufheben?

Mein Konto wurde gepfändet. Wie komme ich an mein Geld?
Mein Konto wurde gepfändet. Wie komme ich an mein Geld?

Mit der Umwandlung in ein P-Konto können Sie einen Teil Ihres Vermögens vor der Kontopfändung schützen. Verhindern, dass Ihre Gläubiger das Konto pfänden, können Sie allerdings nicht. Ebenso wenig liegt es in Ihrer Macht, die Kontopfändung aufzuheben. Dies ist nur dem Gläubiger möglich.

Auch wenn bereits der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss vorliegt, macht es deshalb durchaus Sinn, noch einmal das Gespräch mit dem Gläubiger zu suchen. Schlagen Sie ihm vor, die Schulden in regelmäßigen Raten abzustottern. Wenn Sie Glück haben, setzt er dann die Kontopfändung aus, bis Sie die letzte Rate beglichen haben. Kommen Sie den Zahlungen nicht nach, kann die Pfändung fortgesetzt werden. Die Kontopfändung erlischt nämlich erst, sobald die Schulden vollständig zurückgezahlt wurden.

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Haben Sie bspw. Steuerschulden, ist es auch sinnvoll, Ihren Ansprechpartner in der Behörde zu kontaktieren. Die Kontopfändung kann das Finanzamt nämlich aufheben, wenn Sie sich auf eine Ratenzahlung einigen.

In Ausnahmefällen kann das Vollstreckungsgericht die Kontopfändung auch aufheben. Dazu muss der Schuldner einen Antrag auf Unpfändbarkeit seines Kontos stellen und nachweisen, dass sich nur unpfändbares Einkommen auf dem Bankkonto befindet und eingehen wird. Da dieses ohnehin nicht gepfändet werden kann, ist eine Aufhebung der Kontopfändung möglich.

Es kommt laut § 88 der Insolvenzordnung auch zu einer Aufhebung der Kontopfändung, während ein Insolvenzverfahren durchlaufen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Schuldner dann frei über das Guthaben verfügen kann. Stattdessen steht es als Teil der Insolvenzmasse dem Insolvenzverwalter zu, um damit die Forderungen der Gläubiger zu befriedigen.

Oftmals spielen die Betroffenen mit dem Gedanken, einen Kredit aufzunehmen, um die bestehenden Schulden zurückzuzahlen. Dies ist allerdings in den seltensten Fällen ratsam, da die Gefahr, sich durch die anfallenden Zinsen weiter zu verschulden, sehr groß ist. Außerdem gestaltet es sich sehr schwierig, trotz bestehender Kontopfändung einen Kredit zu erhalten. Die Umwandlung Ihres Kontos infolge der Pfändung in ein P-Konto meldet Ihr Kreditinstitut nämlich. Aus diesem Grund ist die Kontopfändung bei der Schufa bekannt und schreckt potenzielle Kreditgeber ab.
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