Kreditschulden bei Tod oder Scheidung

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zu Kreditschulden

  1. Kreditschulden können kurzfristig oder über einen langen Zeitraum hinweg abgezahlt werden.
  2. Im Falle einer Scheidung muss in der Regel derjenige für die Kreditschulden haften, der den Kreditvertrag unterzeichnet hat.
  3. Kredit- oder Darlehensschulden sind vererbbar. In der Regel haftet der Erbe für Kreditschulden, die bei Tod oder Beerdigung anfallen.
  4. Für geerbte Kreditschulden muss der Erbe nicht haften, wenn er die Erbschaft nach § 1942 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ausschlägt.

Entstehung und Rückzahlung von Kreditschulden

Kreditschulden können über kurze oder lange Zeiträume hinweg aufgenommen und abgezahlt werden.
Kreditschulden können über kurze oder lange Zeiträume hinweg aufgenommen und abgezahlt werden.

Allgemein gesprochen liegen Kredit und Darlehen nah beieinander. Im täglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe deshalb oft synonym verwendet. Dabei ist mit Kreditschulden meist eine eher kurzfristige Verbindlichkeit gemeint (z. B. Dispo-Schulden aufgrund eines überzogenen Kontos). Allerdings sind auch längere Laufzeiten denkbar.

Jede Bank bietet verschiedene Kredite zu teils sehr unterschiedlichen Bedingungen an. Um überhaupt Kreditschulden aufnehmen zu können, muss die Voraussetzung der Kreditwürdigkeit erfüllt sein. Das heißt, der Kreditnehmer verfügt über bestimmte Sicherheiten.

Kreditschulden sind nur dann steuerlich absetzbar, wenn es sich um Kredite handelt, mit denen wichtige Dinge für die Arbeit oder gewerbliche Tätigkeit finanziert wurden. Kreditschulden für Privates (z. B. ein privates Auto) können nicht steuerlich geltend gemacht werden.
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Gibt es bei Kreditschulden eine Verjährung?

Bei Kreditschulden tritt keine Verjährung ein, wenn der Kreditgeber eine Frist festgelegt hat.
Bei Kreditschulden tritt keine Verjährung ein, wenn der Kreditgeber eine Frist festgelegt hat.

Schulden können unter die regelmäßige Verjährungsfrist nach § 195 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) fallen. Diese beträgt drei Jahre. Sie beginnt in der Regel mit Ablauf des Jahres, in dem der Anspruch auf die Schulden entstanden ist. Dies gilt aber nur, wenn beide Parteien um diese Frist wissen und der Gläubiger nicht tätig wird.

Die Verjährungsfrist wird gehemmt, wenn der Gläubiger eine (gerichtliche) Mahnung erteilt, Klage erhebt oder in ähnlicher Weise tätig wird, um das geschuldete Geld einzufordern.

Aber lässt sich die Verjährungsfrist nach § 195 BGB auch auf Kreditschulden anwenden? Das kommt in der Regel auf den Kreditvertrag an. Wenn die Bank diesen beispielsweise kündigt und dem Betroffenen eine Frist zur Rückzahlung gewährt, so gilt vorrangig diese Frist.

Generell liegt Kreditschulden bei Banken oder Kreditinstituten immer ein entsprechender Vertrag zugrunde, der genau regelt bis wann und in welchen Raten das Geld zu zahlen ist.

Kreditschulden im Todesfall: Auch Schulden können vererbt werden

Kreditschulden bei Todesfall: Wer die Erbschaft ausschlägt, muss nicht haften.
Kreditschulden bei Todesfall: Wer die Erbschaft ausschlägt, muss nicht haften.

Verstirbt ein naher Verwandter, geht nicht nur dessen Vermögen, sondern auch seine noch ausstehenden finanziellen Verbindlichkeiten an den Erben über. Das bedeutet, dass die Hinterbliebenen auch bestehende Kreditschulden erben können.

Dabei handelt es sich um sogenannte Erblasserschulden, also Schulden, die der Erblasser zu Lebzeiten hatte und nicht zurückgezahlt hat. Etwaige Kreditschulden gehören dazu. Der designierte Erbe ist jedoch nicht dazu verpflichtet, diese Schulden zu übernehmen. Er haftet nur dafür, wenn er das Erbe auch annimmt.

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Erblasserschulden sind allerdings von Erbfallschulden zu unterscheiden. Dazu gehören unter anderem:

  • Verbindlichkeiten gegenüber anderen Angehörigen (Pflichtanteile)
  • Beerdigungskosten
  • Kosten der Testamentseröffnung und Vollstreckung
  • Nach § 1969 BGB: Zahlungen an Unterhaltsberechtigte des Verstorbenen (für 30 Tage nach dem Tod)

„Ganz oder gar nicht“, lautet dabei die Devise. Das heißt, wer die Kreditschulden nicht tragen will, muss die gesamte Erbschaft ausschlagen. Dafür hat der Betroffene sechs Wochen Zeit. Versäumt er diese Frist oder war ihm nicht bekannt, dass das Vermögen mit Kreditschulden belastet ist, kann er die Ausschlagungsfrist anfechten.

Zwar gilt auch bei einem überschuldeten Nachlass der Grundsatz der Erbenhaftung, allerdings wird vom Erben nicht zwingend erwartet, Kreditschulden aufzunehmen, um die Schulden des Verstorbenen zu begleichen. Dem setzt § 1975 BGB Grenzen:

Die Haftung des Erben für die Nachlassverbindlichkeiten beschränkt sich auf den Nachlass, wenn eine Nachlasspflegschaft zum Zwecke der Befriedigung der Nachlassgläubiger (Nachlassverwaltung) angeordnet oder das Nachlassinsolvenzverfahren eröffnet ist.

Das bedeutet, der Erbe muss nicht mit dem eigenen Vermögen oder gar durch Aufnahme von Kreditschulden, für die Nachlassverbindlichkeiten haften. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass eine Nachlasspflegschaft besteht oder das Nachlassinsolvenzverfahren eröffnet wurde.

Weiterhin kann der Betroffene entweder das Erbe ausschlagen, oder durch eine Dürftigkeitseinrede nach § 1990 BGB seine Haftung für die Nachlassverbindlichkeiten über die im Nachlass enthaltene Vermögensmasse ausschließen. Dürftigkeitseinrede bedeutet, dass der Nachlass zu „dürftig“ ist, um alle Kosten der Nachlassinsolvenz zu decken.

Schuldner, die im Todesfall die Kreditschulden nicht ihren Erben zumuten möchten, können eine Restschuldversicherung in Erwägung ziehen. Diese sollte aber wohlüberlegt sein, da sie mit hohen Kosten verbunden ist.
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Was passiert mit Kreditschulden bei einer Scheidung?

Kreditschulden bei Scheidung: Eine Trennung ändern nicht den Kreditvertrag.
Kreditschulden bei Scheidung: Eine Trennung ändern nicht den Kreditvertrag.

Jede Scheidung birgt komplizierte finanzielle und bürokratische Hürden. Die meisten Ehepaare gehen in der gemeinsamen Zeit finanzielle Verbindlichkeiten ein, um das Haus oder ein Auto bezahlen zu können. Die Kreditschulden werden entweder durch zwei Einkommen oder einseitig durch einen Partner abgezahlt.

Während bzw. nach einer Scheidung müssen diese finanziellen Verbindlichkeiten neu geordnet werden. Was bestehende Kreditschulden angeht, so ist der Kreditvertrag genau unter die Lupe zu nehmen. Die Scheidung ändert in der Regel nichts an den Vertragsbedingungen, weshalb meist die Person weiterhin die Tilgungsraten zahlen muss, die den Vertrag unterschrieben hat.

Haben beide Eheleute ihre Unterschrift gesetzt, haften auch beide für die Kreditschulden. Die Raten für z. B. ein gemeinsames Haus werden dann aber nicht einfach gleichmäßig aufgeteilt, sondern in voller Höhe von einem der Eheleute verlangt. Die Bank entscheidet, wen sie in die Pflicht nimmt, auch wenn der Betroffene nicht mehr in dem Haus wohnt.

Es ist aber je nach Einzelfall möglich, die Kreditschulden vom Unterhalt abzuziehen. Beim Beispiel des gemeinsamen Hauses wäre es auch denkbar, dass der ausgezogene aber noch zahlungspflichtige Ehegatte Miete verlangt.

Weil beim Trennungsunterhalt nicht alle Kreditschulden immer verrechnet werden können, sollten Sie die Berechnung von einem Anwalt durchführen lassen.
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