Wie können Sie ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten?

Kurz & knapp: Das Wichtigste zum „gerichtlichen Mahnverfahren“

  1. Ein gerichtliches Mahnverfahren wird angewendet, um gegen säumige Schuldner vorzugehen und Geldforderungen einzutreiben.
  2. Um ein gerichtliches Mahnverfahren eröffnen zu können, muss eine Geldforderung vorhanden sein und der Schuldner muss sich im Zahlungsverzug befinden.
  3. Der Ablauf im Mahnverfahren beginnt mit einem Mahnbescheid und endet mit einem Vollstreckungsbescheid.
  4. Die Kosten für ein Mahnverfahren muss der Schuldner tragen, wenn die Geldforderung berechtigt ist.
  5. Mit einem erfolgreichen Mahnverfahren hat der Gläubiger einen Vollstreckungstitel erworben, mit dem er bspw. Pfändungen beim Schuldner veranlassen kann.

Das gerichtliche Mahnverfahren: Was ist das?

Was ist ein gerichtliches Verfahren und wie können Sie ein gerichtliches Verfahren einleiten?
Was ist ein gerichtliches Verfahren und wie können Sie ein gerichtliches Verfahren einleiten?

Gerichtliche Mahnverfahren sind zivilgerichtliche Verfahren, die neben Klagen angewendet werden, um gegen säumige Schuldner vorzugehen und Geldforderungen einzutreiben.

Ein gerichtliches Mahnverfahren verursacht weniger Kosten als eine Klage. Hierzu benötigen Sie nicht zwingend einen Anwalt oder andere fremde Hilfe. Ein gesetzliches Mahnverfahren kann ohne mündliche Verhandlung, ausführliche Klageschrift und Beweisführung eingeleitet werden.

Die Einleitung der gerichtlichen Mahnverfahren ist nur möglich, wenn es um Geldforderungen geht, unabhängig davon, wie hoch diese sind. Die Kosten für ein gerichtliches Mahnverfahren sind vom Schuldner zu tragen.

Die Voraussetzungen für ein gerichtliches Mahnverfahren sind:

  • Eine Geldforderung muss vorhanden sein.
  • Der Schuldner muss sich in Zahlungsverzug befinden. Ein Verzug tritt spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung ein. Ab Verzugseintritt kann der Gläubiger Verzugszinsen fordern.

Gerichtliches Mahnverfahren: Antrag und Ablauf

Welchen Ablauf hat ein gerichtliches Mahnverfahren? Welchen Ablauf hat ein außergerichtliches Mahnverfahren?
Welchen Ablauf hat ein gerichtliches Mahnverfahren? Welchen Ablauf hat ein außergerichtliches Mahnverfahren?

Damit ein gerichtliches Mahnverfahren eröffnet werden kann, muss der Gläubiger zunächst einen Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides beim zuständigen Gericht abgeben.

Um einen Antrag zu stellen, müssen die amtlichen Vordrucke verwendet werden. Des Weiteren steht seit dem 01. Mai 2007 bundesweit ein maschinelles Verfahren zur Verfügung. Nach der Antragstellung prüft das Gericht, ob der Antrag den gesetzlichen Anforderungen genügt.

Wenn keine formellen Fehler vorhanden sind, wird der Mahnbescheid an den Schuldner zugestellt. In dem Mahnbescheid muss die Forderung enthalten sein, innerhalb einer Frist von zwei Wochen den geltend gemachten Anspruch nebst Zinsen und weiteren Kosten zu begleichen.

Der Schuldner hat in der Regel zwei Wochen Zeit, um gegen den Mahnbescheid Widerspruch einzulegen. Wird Widerspruch eingelegt, kann der Gläubiger Klage erheben, damit der Schuldner zur Zahlung seiner Geldforderung verurteilt wird.

Legt der Schuldner innerhalb von zwei Wochen keinen Widerspruch ein, endet der Ablauf vom gerichtlichen Mahnverfahren mit einem Vollstreckungsbescheid.

Im Grunde hat ein außergerichtliches Mahnverfahren den gleichen Ablauf wie ein gerichtliches Mahnverfahren. Der Gläubiger sendet dabei eine Mahnung an den Schuldner, ohne ein Gericht einzubeziehen. Bei einem gerichtlichen Verfahren kann sich der Gläubiger nach Ablauf des Mahnverfahrens einen Vollstreckungstitel verschaffen, mit dem er einen Gerichtsvollzieher beauftragen kann, beim Schuldner Vermögenswerte zu pfänden.
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