SCHUFA-Prüfung & SCHUFA-Auskunft: Was ist zu beachten?

Kurz und knapp: Das Wichtigste zur „SCHUFA“

  1. Die SCHUFA ist eine Wirtschaftsauskunftei. Vor einer Kreditvergabe oder einem Vertragsabschluss beauftragen Banken und Vertragspartner die SCHUFA mit einer Bonitätsprüfung der betroffenen Person.
  2. Vor einer Bonitätsprüfung sollten Sie sich eine SCHUFA-Selbstauskunft einholen und diese auf Richtigkeit überprüfen.
  3. Sie können negative SCHUFA-Einträge auf Anfrage löschen lassen, wenn diese veraltet oder fehlerhaft sind.

Was ist die SCHUFA?

SCHUFA-Auskunft beantragen: Ist eine SCHUFA-Abfrage auch online über die SCHUFA-Internet-Adresse möglich?
SCHUFA-Auskunft beantragen: Ist eine SCHUFA-Abfrage auch online über die SCHUFA-Internet-Adresse möglich?

Die SCHUFA Holding AG, kurz SCHUFA, ist die größte Wirtschaftsauskunftei in Deutschland. Sie sammelt persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum oder Anschrift und finanzielle Daten wie Informationen über Konten, Verträge oder Kredite. Anhand dieser Daten kann sie Aussagen über die Bonität, also die Kreditwürdigkeit und die Zahlungsbereitschaft einer Person, treffen.

Vor einem Vertragsabschluss oder einer Kreditvergabe wenden sich Banken oder Unternehmen an Wirtschaftsauskunfteien wie die SCHUFA, um eine Prognose über das Zahlungsverhalten der Person während der Vertrags- oder Kreditlaufzeit zu erhalten. Hierbei kann eingeschätzt werden, wie hoch eventuell das Risiko eines Zahlungsausfalls ist. Auf diese Weise kann sich der jeweilige Vertragspartner oder die kreditgebende Bank absichern.

Die SCHUFA verfügt über eine sehr große Datenbank mit Daten zu Privatpersonen und Unternehmen. Sie erhebt jedoch nicht alle Daten selbst. Bei der Ermittlung von allgemeineren Daten greift sie in der Regel auf öffentlich zugängliche Verzeichnisse zurück. Spezifischere Daten bezieht die SCHUFA von Banken oder anderen Partnern.

Wozu dient die SCHUFA-Klausel?

Bei Abschluss eines Vertrags oder bei Aufnahme eines Kredits treffen Verbraucher auf die sogenannte SCHUFA-Klausel. Mit einer Unterschrift unter dieser Klausel bestätigen Sie, dass Sie mit der Weitergabe Ihrer Daten an die SCHUFA einverstanden sind.

Hierbei gilt, dass der Verbraucher grundsätzlich nicht dazu verpflichtet ist, diese Klausel zu unterschreiben. Tut er dies nicht, kann es aber sein, dass der Vertrag deshalb nicht zustande kommt.

Kostenlose SCHUFA-Selbstauskunft vor der Bonitätsprüfung

Wenn eine Bonitätsprüfung bevorsteht, fragen sich viele, wie sie selbst eine SCHUFA-Auskunft kostenlos einholen können. Grundsätzlich hat jeder das Recht, einmal im Jahr eine SCHUFA-Auskunft anzufordern. Die SCHUFA-Abfrage kann zum einen auf postalischem oder telefonischem Wege erfolgen, zum anderen haben Sie aber auch die Möglichkeit, online eine SCHUFA-Auskunft einzuholen.

Um eine SCHUFA-Selbstauskunft zu erhalten, müssen Sie ein Formular ausfüllen und dieses zusammen mit der Kopie Ihres Personalausweises an die angegebene Adresse schicken. Bis die Auskunft bei Ihnen ankommt, können einige Wochen vergehen. Online können Sie Ihre Daten deutlich schneller einsehen und einen SCHUFA-Eintrag auch sofort löschen lassen. Nach Erhalt der Auskunft sollten Sie diese auf Richtigkeit überprüfen und gegebenenfalls Fehler korrigieren lassen.

SCHUFA-Scoring

Mit dem SCHUFA-Score wird Ihr Grad der Kreditwürdigkeit ermittelt. Dieser Score kann zwischen 1 und 100 liegen. Je höher der Score ist, desto kreditwürdiger sind Sie. Anhand der Daten soll also prognostiziert werden, wie sich eine Person bezüglich der Zahlungen verhalten wird und wie hoch das Risiko eines Zahlungsausfalls ist.

SCHUFA-Basisscore: Ein Basisscore wird in der Selbstauskunft in Prozent angegeben. Er gibt an, wie hoch das Risiko eines Zahlungsausfalls ist. Er kann zwischen 0 und 100 Prozent liegen. Je höher der Basisscore-Wert ist, desto geringer ist das Risiko. Der Basisscore wird nach drei Monaten neu berechnet. Zu beachten ist aber, dass volle 100 Prozent im Prinzip nicht erreicht werden können, da auch bei der kreditwürdigsten Person ein unvorhergesehenes Ereignis zur Zahlungsunfähigkeit führen kann.

Negativer SCHUFA-Eintrag: Was nun?

Negativer SCHUFA-Eintrag: Was kann ich tun und wie kann ich SCHUFA-Einträge löschen lassen?
Negativer SCHUFA-Eintrag: Was kann ich tun und wie kann ich SCHUFA-Einträge löschen lassen?

Unvollständige Zahlungen, Mahnbescheide, vorzeitige Kündigungen von Verträgen und das Vorhandensein von mehreren Kreditkarten und Girokonten können die Bonität negativ beeinflussen.

Wenn ein negativer SCHUFA-Eintrag erfolgt, wird der Betroffene nicht informiert. Erfahren werden Sie von dem negativen Eintrag demnach erst, wenn Sie eine Selbtauskunft anfordern. Ein negativer SCHUFA-Eintrag erfolgt in der Regel nur, wenn ein berechtigter Grund dafür vorliegt.

Dennoch kann es vorkommen, dass SCHUFA-Einträge fehlerhaft oder veraltet sind. In diesem Fall können Sie anfordern, die SCHUFA-Einträge löschen zu lassen.

SCHUFA-Eintrag löschen: Wann werden Einträge automatisch gelöscht?

Informationen über Personen werden grundsätzlich nur für eine bestimmte Zeit gespeichert. Hierbei gelten gewisse Löschfristen. Gelöscht werden unter anderem:

  • Kredite: Drei Jahre nach der Rückzahlung
  • Konten über laufende Vertragsbeziehungen (Telekommunikationskonten, Girokonten): Bei Auflösung des Kontos
  • Kreditkartenkonten: Drei Jahre nach Ende der Geschäftsbeziehung
  • Versandhauskonten: Bei Rückzahlung der Forderungen
  • Informationen über fällige Forderungen: Bei erledigten Forderungen nach drei Kalenderjahren, bei unerledigten am Ende des vierten Kalenderjahres nach der Speicherung

Kredit trotz SCHUFA

Deutsche Banken vergeben in der Regel keinen Kredit ohne vorherige Bonitätsprüfung und sind sogar gesetzlich dazu verpflichtet, die Bonität ihrer Kunden zu überprüfen, bevor Sie ein Darlehen gewähren. Hierbei soll geprüft werden, ob eine Person dauerhaft zahlungsfähig und zahlungswillig ist. Dafür wenden sie sich an Auskunfteien wie die SCHUFA.

Kann ich einen Kredit erhalten, wenn ein negativer SCHUFA-Eintrag vorliegt? Wenn Personen eine SCHUFA-Auskunft beantragen und feststellen, dass sie einen negativen SCHUFA-Eintrag haben, haben diese häufig Angst, einen Kredit zu beantragen. Unter Umständen ist es jedoch möglich, dass ein Kredit auch mit negativer SCHUFA vergeben werden kann.

Sie sollten in jedem Fall prüfen, ob der Eintrag nicht bereits veraltet oder gar fehlerhaft ist. Falls dies der Fall ist, können Sie die Löschung anfordern.

Gibt es auch SCHUFAfreie Kredite?

Kredit mit negativem SCHUFA-Eintrag: Ist das möglich?
Kredit mit negativem SCHUFA-Eintrag: Ist das möglich?

Viele ausländische Kreditinstitute vergeben Kredite auch ohne SCHUFA-Abfrage. Hierbei fallen aber in der Regel höhere Zinsen an. Auch die genaue Summe des Kredits und die Laufzeit können hierbei nicht frei bestimmt werden.

Bedenken Sie auch, dass solche ausländischen Banken, die einen Kredit ohne SCHUFA-Test anbieten, trotz allem Informationen zu Ihnen brauchen, wie beispielsweise zu Ihrem Einkommen.

Auch hierzulande gibt es diverse Anbieter, die einen Kredit ohne SCHUFA-Abfragen versprechen. Im Vorfeld sollten Sie immer prüfen, ob der Anbieter für den Kredit ohne SCHUFA-Prüfung auch seriös ist.

Konto oder Girokonto trotz SCHUFA

Ein Konto ohne SCHUFA-Prüfung zu eröffnen, ist in Deutschland nahezu unmöglich. Dementsprechend viel Wert legen Banken auf eine positive Bonität. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie mit einem negativen SCHUFA-Eintrag kein Konto oder Girokonto eröffnen können. Das Risiko eines Zahlungsausfalls ist hier für Banken schlichtweg zu groß.

Ein Girokonto ohne vorhergehende SCHUFA-Prüfung zu eröffnen, ist oft mit hohen Gebühren verbunden. Es ist in der Regel auch nicht möglich, eine Kreditkarte trotz negativem SCHUFA-Eintrag zu erhalten.

Vertrag trotz SCHUFA

Wollen Sie beispielsweise einen Telekommunikations-Vertrag trotz negativem SCHUFA-Eintrag abschließen, sollten Sie darauf achten, sich auch hier im Vorfeld eine SCHUFA-Selbstauskunft einzuholen und diese auf Richtigkeit zu überprüfen, um gegebenenfalls fehlerhafte Einträge löschen zu lassen. Außerdem kann es hilfreich sein, einen günstigen Vertrag zu wählen, denn je höher die Kosten, desto wichtiger ist die SCHUFA-Auskunft.

Entscheiden Sie sich außerdem für einen Vertrag mit einer kurzen Laufzeit und achten Sie darauf, dass dieser jederzeit kündbar ist. Somit birgt der Vertrag für den Anbieter nicht so ein hohes Risiko.
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