Neue Schulden nach Insolvenzeröffnung: Was nun?

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 22. September 2020

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Kurz & knapp: Das Wichtigste zu Schulden nach der Insolvenzeröffnung

  1. Neue Schulden nach der Insolvenzeröffnung werden nicht von der Restschuldbefreiung erfasst.
  2. Macht der Schuldner neue Schulden nach der Insolvenzeröffnung, kann ihm unter Umständen die Restschuldbefreiung versagt werden.
  3. Nach Ablauf der ersten Insolvenz kann der Schuldner wegen Schulden nach der Insolvenzeröffnung erneut Insolvenz anmelden. Jedoch muss er zehn Jahre warten, wenn die Restschuldbefreiung erteilt wurde. Bei Versagung der Restschuldbefreiung muss er drei bzw. fünf Jahre warten.
Gute Nachricht für insolvente Verbraucher: Das Restschuldbefreiungsverfahren dauert voraussichtlich nur noch drei Jahre, wenn Schuldner ihren Insolvenzantrag ab dem 1.10.2020 einreichen. Anders als bisher müssen sie für diese verkürzte Dauer weder 35 Prozent der Schulden noch die Verfahrenskosten begleichen.
Mehr Informationen und Hintergründe zu dieser geplanten Gesetzesänderung finden Sie in unserem Ratgeber zur Restschuldbefreiung.

Unterliegen Schulden nach Insolvenzeröffnung der Restschuldbefreiung?

Was passiert mit Schulden, die nach der Insolvenzeröffnung entstehen?
Was passiert mit Schulden, die nach der Insolvenzeröffnung entstehen?

In der Regel wird eine Insolvenz eröffnet, wenn die außergerichtliche Einigung gescheitert ist. Die Eröffnung der Insolvenz kann nur beantragt werden, wenn der Schuldner nachweisen kann, dass er zuvor versucht hat, sich mit den Gläubigern außergerichtlich zu einigen und dieser Versuch gescheitert ist.

Es ist für den Schuldner ebenfalls von Vorteil, wenn die Eröffnung der Insolvenz sich vermeiden lässt, da dabei hohe Kosten entstehen, die für die Befriedigung der Gläubiger verwendet werden können.

Ein Insolvenzverfahren ist kostspielig und zieht gewisse Einschränkungen nach sich, unter anderem unterliegt der Schuldner der Auskunftspflicht, d. h. dass er dem Treuhänder oder dem Insolvenzverwalter über jegliche Veränderung in seiner persönlichen oder finanziellen Situation unterrichten muss. Des Weiteren ist er nach der Insolvenz weniger kreditwürdig.

Jedoch profitiert der Schuldner auch von der Insolvenz: Nach der Wohlverhaltensphase, die in der Regel maximal sechs Jahre dauert, erfolgt die Restschuldbefreiung, wenn der Schuldner die vereinbarten Pflichten erfüllt hat. Die Voraussetzungen für die Restschuldbefreiung sind unter anderem, dass der Schuldner seine Ratenzahlung an die Gläubiger stets vollständig und pünktlich leistet. Des Weiteren muss er bei Erwerbslosigkeit sich stets um eine angemessene Arbeitsstelle bemühen.

Wenn die Restschuldbefreiung erteilt wird, werden die restlichen Schulden erlassen und der Betroffene kann ein schuldenfreies Leben anfangen. Doch was passiert, wenn neue Schulden nach der Insolvenzeröffnung entstehen? Werden diese von der Restschuldbefreiung erfasst?

Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig: Unabhängig davon, ob neue Schulden direkt nach der Insolvenzeröffnung oder nach der Restschuldbefreiung entstehen, sie unterliegen nicht der Restschuldbefreiung, da sie nicht zu den Insolvenzschulden gehören. Nach Durchlaufen des Insolvenzverfahrens bleiben sie bestehen.

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Neue Schulden nach Insolvenzeröffnung: Konsequenzen und Lösungen

Welche Konsequenzen haben neue Schulden, die nach der Insolvenzeröffnung entstehen?
Welche Konsequenzen haben neue Schulden, die nach der Insolvenzeröffnung entstehen?

Entstehen neue Schulden nach der Insolvenzeröffnung, kann dies dazu führen, dass die Restschuldbefreiung versagt wird, da die Aufnahme von neuen Krediten und das Nichtbezahlen von Rechnungen als grob fahrlässig eingestuft werden können.

Der Gläubiger kann unter Umständen einen Schuldtitel erwirken und beim Schuldner eine Zwangsvollstreckung durchführen lassen.

In der Regel ist es schwierig, nach Eröffnung der Insolvenz neue Kredite aufzunehmen, da der Schuldner weniger kreditwürdig ist, denn je höher die Schulden, desto schlechter die Bonität. Macht der Betroffene neue Schulden nach der ersten Insolvenzeröffnung, kann er unter Umständen nach einer bestimmten Wartefrist erneut Insolvenz eröffnen.

Wie lange die Wartefrist ist, hängt zunächst davon ab, ob die Restschuldbefreiung erteilt oder versagt wurde. Wird die Restschuldbefreiung erteilt, so muss der Betroffene zehn Jahre warten, bis er wegen den neuen Schulden nach der Insolvenzeröffnung erneut Insolvenz anmelden kann.

Wird die Restschuldbefreiung versagt, muss der Grund für die Versagung untersucht werden. Erfolgt die Versagung gemäß § 297 InsO, kann nach fünf Jahren erneut Insolvenz angemeldet werden, um neue Schulden nach der Insolvenzeröffnung zu tilgen. Erfolgt die Versagung aus einem Verstoß seitens des Schuldners, muss er mit der erneuten Insolvenzeröffnung drei Jahre warten.
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