Die Verfahrens­kosten in der Privatinsolvenz: Höhe, Stundung & Erlass

Von schuldnerberatung.com, letzte Aktualisierung am: 22. November 2020

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Kurz & knapp: Das Wichtigste zu den Verfahrenskosten bei der Privatinsolvenz

  1. Bei jeder Privatinsolvenz fallen Verfahrenskosten an, die dem Schuldner in Rechnung gestellt werden. Auf Antrag ist es auch möglich, diese zu stunden.
  2. Es kann sein, dass die Verfahrenskosten noch nach der Privatinsolvenz fällig werden. Bei anhaltend geringem Einkommen ist ein Erlass nach drei Jahren möglich.
  3. Die Verfahrenskosten einer Privatinsolvenz umfassen u.a. die Gerichtskosten sowie die Vergütung von z. B. dem Treuhänder. Sie liegen in der Regel im drei- bis vierstelligen Bereich.

Diese Beträge gehören zu den Verfahrenskosten einer Privatinsolvenz

Privatinsolvenz: Die Kosten des Verfahrens umfassen u.a. die Gerichtskosten.
Privatinsolvenz: Die Kosten des Verfahrens umfassen u.a. die Gerichtskosten.

Gemäß § 54 InsO gehören folgende Posten zu den Verfahrenskosten der Privatinsolvenz:

  • Gerichtskosten
  • Vergütung und Auslagen des vorläufigen und des späteren Insolvenzverwalters (bei der Privatinsolvenz Treuhänder genannt).

Regelungen zu der Bemessungsgrundlage und den Stundensätzen für die Vergütung finden sich in der Insolvenzrechtlichen Vergütungsverordnung (InsVV). Grundsätzlich sind der Zeitaufwand und die Tätigkeit ausschlaggebend für die tatsächliche Vergütung, die vom Insolvenzgericht festgesetzt wird.

Sie haben aus einem früheren Strafverfahren noch Schulden aufgrund der Verfahrenskosten? Wenn die Privatinsolvenz mit der Restschuldbefreiung endet, sind in der Regel auch die geschuldeten Verfahrenskosten damit vom Tisch. Das gilt jedoch nicht für noch offene Geldstrafen.
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Wie hoch sind die Verfahrenskosten bei der Privatinsolvenz?

Die Verfahrenskosten einer Privatinsolvenz liegen im drei- bis vierstelligen Bereich.
Die Verfahrenskosten einer Privatinsolvenz liegen im drei- bis vierstelligen Bereich.

Um die Verfahrenskosten der Privatinsolvenz ungefähr einordnen zu können, möchten wir nun die Vergütung des Treuhänders und die Gerichtskosten genauer betrachten.

In der Privatinsolvenz tritt anstelle eines Insolvenzverwalters der sog. Treuhänder. Er ist dafür zuständig, die vom Schuldner an ihn übermittelten Bezüge an die Gläubiger zu verteilen. Seine Vergütung ist laut § 14 InsVV von der Insolvenzmasse abhängig. Sie beläuft sich auf mindestens 100 Euro pro Jahr (so lange der Treuhänder tätig ist).

Auch die Anzahl der Gläubiger spielt eine Rolle. Bei mehr als fünf Gläubigern erhöht sich die Mindestvergütung pro Gläubiger um 50 Euro. Ansonsten ist wie gesagt die Insolvenzmasse ausschlaggebend. Der Treuhänder bekommt:

  • 5 Prozent von den ersten 25.000 Euro, die an die Gläubiger verteilt werden.
  • Von dem darüber hinaus gehenden Betrag (bis 50.000 Euro) erhält er 3 Prozent.
  • Danach ist es „nur“ noch 1 Prozent.

Zuletzt bleiben noch die Gerichtskosten. Auch diese sind von der Insolvenzmasse abhängig. Sie bewegen sich meist im vierstelligen Bereich zwischen 1.700 und 2.500 Euro.

Werden die im Zuge der Privatinsolvenz anfallenden Verfahrenskosten erlassen?

Es kann sein, dass Sie die Verfahrenskosten nach der Privatinsolvenz anfallen. Sie können auf Antrag gestundet werden.
Es kann sein, dass Sie die Verfahrenskosten nach der Privatinsolvenz anfallen. Sie können auf Antrag gestundet werden.

Schuldner wissen: Insolvenz kann nur angemeldet werden, wenn die Insolvenzmasse zur Deckung der Verfahrenskosten ausreicht. Die Privatinsolvenz hält für private Schuldner aber eine kleine Erleichterung bereit. Nach § 4a der Insolvenzordnung (InsO) ist die Stundung der Verfahrenskosten auf Antrag möglich.

Stundung bedeutet, dass die Verfahrenskosten (je nach Möglichkeit) erst später fällig werden.

Kann der Schuldner dies auch dann nicht stemmen bzw. die Restsumme nicht in ihrer Gesamtheit bezahlen, ist eine Ratenzahlung von maximal 48 Monaten möglich. Die Verfahrenskosten werden nur dann erlassen, wenn der Schuldner ein zu geringes Einkommen hat und seine wirtschaftliche Situation sich auch nicht verbessert. Während der Wohlverhaltensphase findet die Stundung dann mit Nullraten statt, de facto zahlt der Betroffene also nichts.

Sollten nach der Privatinsolvenz noch Verfahrenskosten anfallen und das Einkommen bleibt anhaltend gering, werden diese in der Regel nach drei Jahren erlassen.

Gut zu wissen: Die Stundung umfasst nicht nur die anfänglichen Verfahrenskosten der Privatinsolvenz, sondern bezieht sich auch auf die Kosten des Verfahrens der Schuldenbereinigung und der Restschuldbefreiung (sofern kein Versagungsgrund vorliegt). Die Bewilligung der Stundung erfolgt jedoch für jeden Verfahrensabschnitt separat.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (59 Bewertungen, Durchschnitt: 4,10 von 5)
Die Verfahrens­kosten in der Privatinsolvenz: Höhe, Stundung & Erlass
Loading...
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Ersten Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.